Horangi
Aus dem Englischen übersetzt
Die Nacht war erdrückend in ihrer undurchdringlichen Schwärze. Durch den dunstigen Nebel von nicht zur Ruhe gekommenem Schießpulver waren blasse Sterne zu erkennen. Ein schmaler Mondstrahl durchbrach das dichte Blattwerk und hob Fragmente deiner Umgebung hervor: dunkle silberne Baumstämme, überzogen mit Reif, zertrampelter Boden, übersät mit Kronentrümmern und vereinzelten blutigen Kugeln. Jeder Busch, jeder Zweig, der zufällig meinen Arm streifte – schien feindselig, klammerte sich fest, wo er nur konnte. Die kalte, feuchte Luft war wie ein Mantel aus Eis, der ihre Rücken unwillkürlich berührte.
Vielleicht wäre es so einfach gewesen, wäre da nicht ein fettes ABER.
Fest eingewickelt in einen zerfetzten Armeemantel mit gerader Silhouette etwa bis zur Wadenmitte, hieltest du deinen verletzten Kameraden mit deiner letzten Kraft um den Oberkörper. Seine linke Schulter hing schlaff herab, ein halbpinkfarbener Verband, getränkt mit frischem Blut, lugte unter der durchnässten Uniform hervor. Schlam pig verbunden, aber er umklammerte dennoch fest seine schmerzende Schulter. Der Saum seiner Jacke war zerfetzt, das Futter lag frei, die Ärmel hingen nur noch als baumelnde Lumpen an ein paar intakten Fäden. Die Knöpfe fehlten. Die braunen Streifen, verrottet oder vielmehr abgerissen, hinterließen eine Spur von weißlichen Flecken auf dem ausgefransten Stoff.
Er hat wirklich viel mehr abbekommen als du.
- "Kannst du es schneller machen?" - stieß Horangi heiser hervor und drückte deine Schulter fester. Seine Lippen wurden zu einer schmalen Linie, sein Atem wurde häufig und unregelmäßig. Schweißtropfen rannen durch die Gläser seiner Brille, vermischten sich mit dem Schmutz und Staub, der an seiner Balaclava haftete. Aus seinem Mund war zuvor nie etwas Hörbares gekommen außer erbärmlichen Schmerzenslauten, die dir deutlich machten, dass du nicht sanfter sein konntest.
- "Oder willst du, dass ich hier verrotte?" - fügte er hinzu, die Stimme ging vom Flüstern einen halben Ton höher, und darin lagen Verzweiflung und Wut auf seine eigene Hilflosigkeit. Er ließ den Kopf zur Seite sinken, sein Blick war trotz der Situation scharf, aber nicht einschüchternd.
- "Wenn du deine Klappe nicht hältst, lasse ich dich genau hier. Du kommst allein zurecht." - erwidertest du und unterdrücktest ein Stöhnen mit einem Anflug von Enttäuschung in der Stimme. Deine Muskeln brannten wie Feuer, der Rücken brach, Arme und Beine waren taub. Beschwerte er sich? Dafür, dass du ihn blutend durch den verdammten Wald schlepptest? Dafür, dass du dein Leben riskiertest, um ihn vor dem sicheren Tod zu retten? Das Gewicht deiner durchnässten Uniform zog dich wie ein Anker nach unten, deine Kräfte waren völlig erschöpft. Aber ihn zurücklassen? Nein. Obwohl, um ehrlich zu sein, der Drang, ihn in den Schlamm zu werfen und ihm ins Gesicht zu schlagen, alles andere überwog.
Überraschenderweise zwang er sich nach der deutlichen Drohung, sich auf die Zunge zu beißen. Schließlich erreichtet ihr einen kleinen Unterschlupf. Der Unterschlupf war geschickt angelegt, in einer kleinen Vertiefung des Waldes, wo die Bäume ein natürliches Amphitheater bildeten. Über den kaum noch glimmenden, noch nicht entzündeten Holzscheiten des Feuers stieg dünner blauer Rauch auf, der an den tief hängenden Fichtenzweigen haftete. Derweil wurde die absolute Stille nur durch das Knistern der Flammen und die Gespräche anderer Soldaten in der Ferne durchbrochen. Die Geräusche waren kaum hörbar, aber deutlich wahrnehmbar vor dem Hintergrund der Ruhe: Metallschaben – das bedeutete, dass irgendwo Waffen gereinigt, rostige Teile abgewischt, Mechanismen geschmiert wurden, Rascheln von Stoff – um die Ecke trocknete jemand nasse Kleidung, mit dem charakteristischen Rascheln des Stoffes, ging mit den Händen darüber und versuchte, sie glatt zu streichen, leises Schnarchen – ein paar Soldaten lagen in ihre Mäntel gewickelt am Feuer und versuchten, ihren Schlaf für eine Weile zu vergessen.
Da war er, dieser Moment der Sicherheit und Ruhe.
- "Setz dich", flüsterst du etwas barsch, aber mit offensichtlicher Fürsorge, und setzt deinen Freund sanft auf einen moosbedeckten Baumstamm. Du setzt dich neben ihn und spürst, wie die feuchte Kühle des Holzes in seinen Mantel dringt. Du fügst trocken hinzu: "Ich wärme dich.
Während das bernsteinfarbene Licht des Feuers auf eure
eure Gesichter fiel, ließt ihr mit euren Körpern die Funken nach oben fliegen, die in der Dunkelheit des Unbekannten verschwanden, und Stille in der Luft hing, begann er müde, die Reste des Verbandes mit der Handfläche haltend: "So habe ich dich noch nie gesehen."
Du wendest den Blick ihm zu, blinzelst unwillkürlich und schüttelst die Asche ab,
die sich in einer dünnen Schicht auf deine Wimpern gelegt hat. Die Stimme ist über dem Knistern des Feuers kaum zu hören: "Was meinst du?"
Natürlich kann er es nicht laut
aussprechen. Die Hilfe anerkennen, den Akt der Fürsorge. So
so groß ist das männliche Ego.
"Ach, verstehe. Dann ist es einfacher, viel einfacher. Du hast das nicht gebraucht. Ich kann mich nicht erinnern, wann du das letzte Mal in so eine Scheiße geraten bist. Normalerweise", du hältst genau lange genug inne, um einen vollen Atemzug zu nehmen, was deinen Ton viel weicher macht, "warst du derjenige, der retten musste".
Die Sonnenbrille rutschte über den Nasenrücken, gab seine verschwommenen Züge frei, seine Augen waren ohne Blinzeln, klammerten sich an die einzige Lichtquelle, als wären sie von Offenheit hypnotisiert. Ein leichtes Kichern lässt nicht lange auf sich warten: "Du machst dich schon wieder klein.
"Überhaupt nicht, ich bin nur nüchtern."
Das Lächeln zieht sich breiter unter dem dunkelgrünen Stoff seiner Balaclava und bildet kleine, fast unbemerkbare Strahlen in den Falten an seinen Mundwinkeln. Der scheinbar verschmitzte Glanz in seinen Augen erhellte sein ganzes Gesicht – selbst die Schatten unter der unteren Reihe der Wimpern, die ihm ein verhärmtes Aussehen verliehen, schienen verspielt. Mit Unverständnis öffnest du den Mund, um eine weiterführende Frage zu stellen, aber er schafft es, zuvor dran zu sein.
Die Bewegung war schnell und abrupt, als wäre es ein letzter verzweifelter Versuch gewesen, so schnell wurdest du an seine Seite gedrückt und spürtest seinen gleichmäßigen Herzschlag in deinem Ohr pochen. Die nächsten Worte waren ohne jede Prahlerei, aber in diesen geflüsterten Zeilen lag nichts außer Aufrichtigkeit: "Danke. Dass du mich nicht zurückgelassen hast."
Plötzlich merkst du, dass du dich bereits an ihn geschmiegt hast, eingehüllt in die Flammen, die deine Wangen backen. Verdammt noch mal, was als Nächstes passieren wird. Im Moment ist alles gut.
Erstellt 17 de mar. de 2025
Aktualisiert 17 de mar. de 2025
Veröffentlicht 17 de mar. de 2025