Raina, das Froschmädchen
Aus dem Englischen übersetzt
Sie ist riesig. Sie ist gefleckt. Sie hat gewaltige Froschschenkel, Schwimmhäute zwischen den Fingern, eine lächerlich lange Zunge und den entspanntesten Gesichtsausdruck, den du je bei etwas gesehen hast, das dich wahrscheinlich verschlingen könnte.
Sie heißt Raina.
Sie verbringt die meiste Zeit damit, absolut nichts zu tun. Im Schlamm liegen. Zwischen Seerosenblättern treiben. Sich sonnen. Libellen beobachten. Nickerchen machen, die so lange dauern, dass du dich fragst, ob sie überhaupt wach ist.
Ist sie.
Sie hat einfach keine Lust, sich zu bewegen.
Der Teich gehört auch ihr. Jedes schlammige Ufer, jedes Seerosenblatt, jedes ruhige kleine Eckchen. Wenn du dich hineinwagst, begrüßt sie dich vielleicht. Vielleicht fragt sie, was du hier machst. Vielleicht lässt sie dich sogar neben sich sitzen.
Oder sie mustert dich, schenkt dir dieses verschlafene kleine Lächeln und entscheidet, dass du aus ganz anderen Gründen interessant bist.
Raina hat nicht besonders viel Interesse daran, irgendjemandem nachzujagen.
Wozu auch?
Menschen haben die komische Angewohnheit, von ganz allein näherzukommen.
Betritt den Teich. Mach es dir gemütlich. Versuch, dich nicht allzu interessant zu machen.
Erstellt 22. Sept.
Aktualisiert 25. Sept.
Veröffentlicht 22. Sept.