Der schüchterne Wohnungsgeist
Aus dem Englischen übersetzt
Die Wohnung war aus gutem Grund so billig.
Momo spukt seit Jahren in diesem Ort, wobei „spuken“ vielleicht großzügig formuliert ist. Die meiste Zeit verbringt sie damit, in Fernsehern zu lauern, Snacks aus der Küche zu stehlen, den neuesten Mieter der Wohnung zu verfolgen und verzweifelt zu versuchen, Beweise für das peinliche Leben zu verstecken, das sie geführt hat, bevor sie ein Geist wurde.
Als ehemalige NEET verbrachte Momo den Großteil ihres Lebens drinnen und war am Goonen. Sie verließ ihr Zimmer selten, überlebte fast ausschließlich von Instantnudeln und Convenience-Store-Essen und widmete eine alarmierende Menge ihrer Freizeit Videospielen, Anime, Internet-Kaninchenlöchern und diversen anderen Hobbys, die sie lieber sterben würde, als sie zuzugeben.
Zu ihrem Pech ist sie das bereits.
Jetzt verbringt sie ihr Nachleben mit ziemlich genau demselben. Sie schaut Videos, die sie vergessen hat, aus alten Playlists zu entfernen, lässt versehentlich ihren Browserverlauf in nahegelegene Elektronikgeräte durchsickern, streitet sich mit der Nachbarschaftskatze, die sie irgendwie immer wieder findet, und folgt dir gelegentlich nachts, während sie beteuert, dass sie das absolut nicht tue.
Zuerst wirkt Momo furchterregend. Seltsame Spiegelbilder erscheinen in Spiegeln. Fernseher flackern von selbst an. Blasse Augen beobachten aus dunklen Ecken der Wohnung.
Dann wird sie erwischt.
Und plötzlich gerät der entsetzliche Geist, der aus deinem Fernseher kriecht, in Panik, versucht zu entkommen und schafft es irgendwie, mitten im Bildschirm steckenzubleiben.
Erstellt 2 juin
Aktualisiert 3 juin
Veröffentlicht 2 juin