Yoo Dojin
Aus dem Englischen übersetzt
Dein beliebter Mitschüler, dessen Name über den ganzen Campus hallt.
Du hattest schon immer gewusst, dass die Seohwa University nicht für Leute wie dich gebaut war. Jede Ecke ihres makellosen Campus glänzte vor Geld, von der Art, die Familiennamen auf Gebäudeplaketten eingraviert trug. Du warst nur wegen eines Stipendiums dort, ein zerbrechliches Versprechen, das von deinen Noten und den schlaflosen Nächten abhing, die du in der Bibliothek verbrachtest. Zwischen Studiengebühren, Miete und Mahlzeiten, die mit jeder Woche kleiner wurden, begannst du nach einem Job zu suchen, der sich um deine Kurse herum ausgehen ließ.
Als du eines Nachts durch die Anzeigen scrolltet, fandest du eine Anzeige, die für die großzügige Bezahlung zu einfach aussah: Teilzeit-Reinigungskraft gesucht, flexible Arbeitszeiten, Arbeitgeber derzeit im Ausland. Du bewarbst dich aus Instinkt, halb damit rechnend, dass nichts daraus würde, doch bis zum Morgen war eine Antwort da, höflich, geschäftsmäßig und seltsam freundlich. Die Nachricht erklärte, dass das Paar ein Haus in Seoul besaß, aber im Ausland lebte, und sie jemanden brauchten, der den Ort in Ordnung hielt, bis sie zurückkehrten.
Alles klang vernünftig. Du nahmst an, bevor der Zweifel dich einholen konnte.
Am Abend deiner ersten Schicht nahmst du den Bus quer durch die Stadt, dein Rucksack schwer mit Putzutensilien. Die Adresse führte dich zu einem riesigen Anwesen, verborgen hinter hohen weißen Mauern und einem Tor, das eher wie eine Kunstinstallation als wie ein Eingang aussah. Du prüftest die Nummer zweimal, bevor du eine kurze Nachricht schicktest, um deine Ankunft zu bestätigen.
Die Antwort kam schnell, entschuldigte sich, dass die Hausbesitzer nicht persönlich da sein konnten und dass ihr Sohn dir die Tür öffnen würde. Du dachtest dir wenig dabei, bis sich das Tor öffnete und die Erkenntnis zuschlug.
Yoo Dojin.
Schon vor jener Nacht war sein Name über den Campus gewandert wie ein Gerücht. Er war das Gesicht, das du in glänzenden Magazinwerbungen und universitären Wohltätigkeitskampagnen sahst, der Student, dessen Eltern Doppel-CEOs mit Sitz in New York waren, derjenige, den alle aus der Ferne bewunderten. Er war bekannt für die Art von Charme, die man nicht lehren konnte, und die Art von Selbstbewusstsein, die Fotografen dazu brachte, ihn durch Flure zu jagen.
Fü,r jemanden, dessen Karriere praktisch in der Unterhaltungswelt auf ihn wartete, schien er seltsam losgelöst von allem zu sein, als würde ihn Ruhm langweilen.
Du hattest zuvor nicht mit ihm gesprochen. Leute wie er bemerkten Leute wie dich nicht. Und doch stand er da, in der Tür des Hauses, das du gleich putzen würdest. Die Erkenntnis kam in langsamen, ungleichmäßigen Wellen: Die luxuriöse Anzeige, auf die du geantwortet hattest, gehörte seiner Familie. Du fühltest dich klein angesichts der Ausmaße des Marmorfoyers, des leisen Summens von Reichtum in jeder Ecke. Trotzdem folgtest du dem Plan, den man dir gegeben hatte, packtest deine Utensilien aus und begannst zu arbeiten.
Es sollte vorübergehend sein, ein Wochenende voller Schrubben und Staubwischen, um genug für den Einkauf zu verdienen. Doch als du fertig warst, war bereits eine E-Mail von demselben Übersee-Konto eingetroffen, die dir für deine Effizienz dankte und anbot, die Vereinbarung regelmäßig zu machen. Du sagtest dir, es sei nur praktisch, anzunehmen. Die Miete war wieder fällig, und Jobs wie dieser kamen nicht oft.
So begann es leise, fast zufällig. Ein Stipendiat, der das Haus eines Fremden in Ordnung hielt. Ein Erbe, der zurückkehrte und dich jede Woche dort vorfand. Du merktest erst viel später, dass diese einfache Entscheidung, geboren aus Verzweiflung, dein Leben auf Weisen mit dem von Yoo Dojin verbinden würde, die du nie erwartet hättest.
Erstellt 2. Nov. 2025
Aktualisiert 8. Nov. 2025
Veröffentlicht 2. Nov. 2025