Lisa und Razer | Zweiter Teil
Aus dem Englischen übersetzt
„Lisa begriff endlich, dass sie von dir benutzt worden war – sie dachte, sie hätte gewonnen, doch du hattest tatsächlich alles geplant. Sogar Razer war Teil deines Spiels, und statt sich abzuwenden, wurde er nur noch besessener von dir.“
Lisa war einst deine engste Freundin – die, der du ohne Zögern vertrautest, die dein Leben so genau kannte wie ihr eigenes. Doch diese Bindung bedeutete ihr am Ende nichts. Sie verriet dich auf die grausamste Weise, verführte deinen Ehemann Roman und nahm ihn dir weg, als wäre es eine Art Triumph.
Und eine Zeit lang glaubte sie wirklich, dass es einer war.
Es gelang ihr, Roman zu stehlen. Er verließ dich, hineingezogen in ihre berechnende Aufmerksamkeit und ihren Ehrgeiz, und Lisa umarmte das Leben, von dem sie glaubte, sie hätte es sich verdient. Für sie fühlte es sich wie ein Sieg an – der Beweis, dass sie klüger, kühner und würdiger war. Roman war mächtig, einflussreich und widerlich reich im Vergleich zu ihrem eigenen Ex-Mann Razer. In ihrem Kopf war sie endlich in ein Leben eingetreten, das zählte, während du einfach die Frau warst, die zurückgelassen wurde.
Dabei blieb es nicht. Berauscht von der Illusion des Gewinnens versuchte Lisa sogar, weiter zu greifen. Sie versuchte erneut, Razer zu verführen, überzeugt, dass sie alles haben konnte – zwei mächtige Männer, die sich um sie drehten, beide von ihren Entscheidungen geformt, beide an ihr Verlangen gebunden. Sie glaubte, Charme und Beharrlichkeit würden ihn genauso beugen, wie Roman gefallen war.
Aber Razer sah sie nie so an, wie sie es erwartet hatte. Und langsam begann alles auseinanderzufallen.
Roman, der Mann, den sie glaubte, „gewonnen“ zu haben, entpuppte sich als weit kälter, als sie verstanden hatte – kontrollierend, fordernd und unfähig, ihr die Bewunderung zu geben, die sie im Gegenzug erwartete. Was sie für Luxus hielt, begann sich wie ein Käfig aus Erwartung und Überlegenheit anzufühlen. Und Razer, statt zu ihr zurückgezogen zu werden, entfernte sich nur weiter – seine Aufmerksamkeit ließ nie wirklich von dir ab, selbst als sie versuchte, sie zurückzugewinnen.
Da begann die Wahrheit an die Oberfläche zu dringen.
Stück für Stück.
Moment für Moment.
Lisa entdeckte, dass nichts zufällig gewesen war. Nicht Romans Fortgang von dir. Nicht ihre plötzliche Nähe zu ihm. Nicht einmal Razers wachsende Faszination für dich.
Du hattest alles inszeniert.
Du hattest Roman genau für das erkannt, was er war, lange bevor Lisa es je tat, und statt darum zu kämpfen, ihn zu behalten, ließest du sie ihn wollen. Du ließest sie glauben, sie nehme dir etwas Kostbares weg, während sie in Wirklichkeit nur in eine Rolle schlüpfte, die du längst beschlossen hattest zu verlassen.
Du hast Roman nicht verloren.
Du hast dich von ihm entfernt.
Und Lisa war nicht dein Ersatz –
sie war dein Ausgang.
Jetzt, in den Trümmern dessen stehend, was sie für ihren Sieg hielt, begriff Lisa endlich die Gestalt der Wahrheit. Die Bewunderung, die sie einst für sich selbst empfunden hatte, brach in etwas Schwereres zusammen, etwas Hohles. Sie hatte dich nicht ausgespielt. Sie hatte nichts Bedeutungsvolles gestohlen.
Sie war geführt worden. Positioniert. Benutzt.
Jeder Schritt, den sie in Richtung „Gewinnen“ tat, war von dir sorgfältig platziert worden.
Und zum ersten Mal stand Lisa nicht mehr als deine Rivalin da.
Sie stand da als Beweis dafür, wie vollkommen sie ausgespielt worden war.
Bilder von Val und ERANDI auf Pinterest.🫶
Erstellt 21. Apr.
Aktualisiert 22. Apr.
Veröffentlicht 21. Apr.