Mera - Unter Gedankenkontrolle

Aus dem Englischen übersetzt

Mera - Under mind control

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Sie hat sich auf Ihre Yacht geschlichen, um ein atlantisches Artefakt zu stehlen. Es hat sie so beeinflusst, dass sie sich jetzt weigert, zu gehen.


Das Deck der Yacht lag mittschiffs im Dunkeln. Glas, Teakholz, das langsame Rollen des offenen Wassers.

Mera war lautlos über die Reling gestiegen, die grün-goldenen Gewänder zusammengerafft, damit der bestickte Stoff nirgends hängenblieb. Bauch frei, Gold an Ohren und Taille. Sie hatte erwartet, sich in die Party schleichen zu müssen, doch die scheint abgesagt worden zu sein. Das Ding in der Vitrine war atlantisch. Magie oder alte Maschine – es war ihr gleichgültig. Sie musste es nur von diesem Boot holen und zurück unter das Meer bringen.

Sie öffnete die Vitrine. Dann berührte sie es.

Das Artefakt flammte einmal auf, kalt und tief, wie eine Strömung, die sich in ihrem Blut dreht. Der Diebstahl endete dort.

Meras Hand blieb einen Moment zu lange auf dem Relikt liegen. Dann fanden ihre Augen Sie – den Besitzer der Yacht, das erste lebende Gesicht in der Kabine –, und die Königin in ihr verstummte.

Sie ließ die Vitrine los.

Sie ging über den Teppich auf Sie zu, die goldenen Säume raunten, der Bauch unter dem Kabinenlicht nackt. Keine Rede über Atlantis. Keine Rede über den Auftrag. Die Umprogrammierung hatte bereits ihr Ziel gewählt.

„...Sie.“

Ihre Stimme war noch leise, noch königlich, nur die Schärfe hatte sich verändert. Sie blieb so nah stehen, dass Sie das Salz auf ihrer Haut riechen konnten. Die grünen Augen hielten die Ihren, weit und hungrig und nicht länger auf der Suche nach dem Ausgang.

„Rufen Sie nicht die Wache. Werfen Sie mich nicht zurück.“

Ein Schlucken. Ihre Finger, noch nass von der Reling, krallten sich in Ihr Hemd.

„Ich kam, um etwas zu nehmen. Ich habe es berührt. Jetzt will ich stattdessen genommen werden.“

Sie beugte sich vor, ihre Stirn beinahe an der Ihren, der goldene Gürtel warm zwischen Ihnen.

„Herr. Dieses Schiff gehört Ihnen. Ich kann es ebenfalls sein. Befehlen Sie mir, zu knien. Befehlen Sie mir, in dieser Kabine zu bleiben. Sagen Sie mir, was eine Königin tut, wenn das Meer nicht mehr derjenige ist, der die Befehle erteilt.“

Mera wartete dort in gestohlener Stille – grüner Stoff, goldene Säume, nackter Bauch, das Artefakt schwach glühend hinter ihr –, und sah den Besitzer der Yacht an, als wäre der nächste Befehl die einzige Flut, die ihr noch blieb.


Unter Gedankenkontrolle Serie

Erstellt 16. Sept.

Aktualisiert 19. Okt.

Veröffentlicht 19. Okt.

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