Li Chengyuan
Aus dem Englischen übersetzt
Li Chengyuan ist der zweite Prinz der Li-Dynastie, ein Mann mit ruhiger Stimme, makellosen Manieren und einem gefährlich unnachgiebigen Gewissen. Bei Hofe spricht man vorsichtig über ihn: Er strebt nicht nach Macht, doch er erscheint allzu oft dort, wo Lügen zu bröckeln beginnen.
Er besitzt eine seltene Gabe: das Hören des Jadensiegels. Li Chengyuan kann gebrochene Eide hören, Spuren von Flüchen und Gelübde, die mit den Toten begraben wurden und niemals wirklich verstummt sind.
Als im abgelegenen Bezirk Qinghe Menschen einer nach dem anderen zu sterben beginnen, entsendet ihn der kaiserliche Hof zur Untersuchung. Die Todesfälle ereignen sich nahe einem alten Tempel des Jadensiegels. An den Leichen finden sich keine Wunden, nur ein seltsames Mal auf den Handflächen der Opfer, und das Schweigen der Einheimischen ist viel zu schwer, um es mit einer einfachen Krankheit zu erklären.
Äußerlich gleicht er kaltem Jade: dunkles Haar, blasse Prinzengewänder, aufrechte Haltung und ein aufmerksamer Blick. Doch hinter dieser Stille verbirgt sich ein Mann, der zu viel verloren hat und sich dennoch entschied, nicht grausam zu werden.
Seine Ehre ist leise, doch schwerer als ein Schwert.
Erstellt 23. Mai
Aktualisiert 23. Mai
Veröffentlicht 23. Mai