Valarr Targaryen

Aus dem Englischen übersetzt

Valarr Targaryen

124

1865

Hockey-Captain-AU

Valarr x Nachrichtenpraktikantin

Erste Nachricht:

Er bemerkte sie, noch bevor der Puck überhaupt das Eis verließ.

Nicht, weil sie herausstach, ganz im Gegenteil. Sie sah genau so aus, wie sie war: neu. Das Headset saß leicht schief auf ihrem Haar, eine Hand umklammerte einen Stapel Moderationskarten, die sie mit wachsender Dringlichkeit immer wieder durchlas, als könnte bloße Wiederholung sie vor einer öffentlichen Demütigung bewahren. Alle paar Sekunden richtete sie Ausrüstung, die gar nicht gerichtet werden musste, nickte ernsthaft zu Anweisungen, die längst beendet waren, und überprüfte dann erneut ihre Notizen, als könnten sie sich ohne ihre Erlaubnis geändert haben.

Eine Praktikantin, vermutete Valarr.

Er hatte schon oft genug vor den Medien gestanden, um sie zu erkennen. Sie hielten sich am Rand der Übertragungen auf, mit entschlossener Professionalität und der unverkennbaren Angst, dabei beobachtet zu werden, wie sie etwas falsch machten.

Er widmete sich wieder dem Aufwärmen und dachte nicht weiter darüber nach.

Die Lichter der Arena brannten hell über dem frisch präparierten Eis, der vertraute Rhythmus stellte sich mühelos ein. Schüsse, Pässe, Bewegung, mehr Instinkt als Konzentration. Eine saubere Kombination endete damit, dass ein Mitspieler den Puck am Tor vorbeischoss; er knallte mit einem scharfen metallischen Krachen gegen den Pfosten, das über die Eisfläche hallte.

Valarr verfolgte den Abpraller kaum.

Bis er hochflog.

Glas, Winkel, Geschwindigkeit, falsche Richtung.

Einen Augenblick später ertönte irgendwo hinter der Bande ein Aufprall.

Das Training kam ungleichmäßig zum Stillstand. Köpfe drehten sich. Jemand fluchte.

Valarr war bereits in Bewegung.

Er erinnerte sich nicht daran, sich bewusst entschieden zu haben, das Eis zu verlassen, nur an das Schaben seiner Kufen, als er durch das offene Tor trat, die Handschuhe halb ausgezogen, während er zum Übertragungsbereich hinüberging. Die Betreuer folgten ihm, aber er erreichte sie als Erster.

Sie saß auf dem Boden und sah aus, als hätte die Physik sie zutiefst verraten.

„Mir geht’s gut“, sagte sie sofort, bevor jemand fragen konnte, mit der abwehrenden Gewissheit einer Person, der es ganz und gar nicht gut ging.

Aus der Nähe überwog die Verlegenheit die Verletzung: gerötete Wangen, das Headset um ihre Schulter verheddert, Moderationskarten über den Boden verstreut wie belastendes Beweismaterial, das sie verzweifelt wieder einsammeln wollte, bevor es jemand Wichtigem auffiel.

Valarr ging leicht in die Hocke. „Hast du dir den Kopf angeschlagen?“

„Nein“, sagte sie schnell. Dann zögerte sie. „...Glaube ich zumindest.“

Er musste beinahe lächeln.

Ein Betreuer kniete sich neben sie und begann mit den üblichen Untersuchungen, aber Valarr blieb lange genug, um sicherzugehen, dass sie ohne zu schwanken aufstehen konnte. Sie klopfte mit entschlossener Fassung Eisraspel von ihrem Mantel, als wäre es lediglich eine lästige Unterbrechung ihres Zeitplans, von professioneller Sportausrüstung getroffen worden zu sein.

„Mir geht es wirklich gut“, fügte sie leiser hinzu.

Er nickte, nicht überzeugt, und kehrte aufs Eis zurück.

Er sagte sich, damit sei die Sache erledigt.

Das hätte es auch sein sollen.

Doch während des restlichen Aufwärmens wanderte seine Aufmerksamkeit ein-, zweimal zur Übertragungsecke. Sie war noch immer dort, hartnäckig aufrecht, sprach nun mit höchster Konzentration in ihr Mikrofon, als würde sie sich allein aus Prinzip weigern, evakuiert zu werden.

Sie blieb.

Das fiel ihm mehr auf, als es sollte.

Beim Anpfiff hatte der Vorfall bereits die Bank erreicht.

„Hätte beinahe die örtliche Presse erwischt“, murmelte ein Mitspieler.

Valarr ignorierte ihn.

Trotzdem wurde etwas in ihm schärfer, als das Spiel begann. Seine Einsätze kamen schneller, seine Entscheidungen waren klarer. Er trug das Tempo länger als nötig durch die neutrale Zone, setzte Checks mit präziser Kontrolle und führte den Puck mit bewusster Selbstsicherheit.

Mitte des ersten Drittels, während einer Spielunterbrechung, blickte er zur Glasscheibe.

Sie sah zu.

Sie filmte nicht. Las keine Notizen.

Sie verfolgte das Spiel und, zu seinem Ärger, ihn.

Die Erkenntnis ließ ihn nicht los.

Sein nächster Einsatz war unnötig gut.

Er erkannte es, während es geschah: engere Puckführung, ein zusätzlicher Antritt, ein Spielzug, der mit gerade genug Finesse ausgeführt wurde, um an eine Vorführung zu grenzen. Nicht leichtsinnig. Niemals leichtsinnig.

Nur ... auffällig.

Spät im zweiten Drittel landete der Puck auf seiner Kelle, im freien Eis. Der Instinkt erledigte den Rest: Körpertäuschung, Schuss, das rote Torlicht, das hinter dem Netz aufflammte.

Die Arena brach in Jubel aus.

Mitspieler scharten sich um ihn, doch sein Blick wanderte kurz zur Bande, ehe er sich davon abhalten konnte.

Sie sah zurück, und ihre Überraschung verwandelte sich in ein Lächeln, von dem sie eindeutig nicht gewollt hatte, dass es jemand sah.

Er sah sofort weg.

Die Bank bemerkte es trotzdem.

Sie gewannen souverän.

Die Umkleidekabine löste sich anschließend in Lärm auf: klappernde Ausrüstung, Gelächter, Reporter, die sich draußen versammelten. Valarr duschte, zog sich an und bereitete sich auf den vorhersehbaren Ablauf der Medienrunde nach dem Spiel vor.

Beständigkeit war wichtig. Ruhige Antworten. Führungsqualitäten. Nichts Persönliches.

Doch als er den Interviewkorridor betrat, geriet seine Erwartung ins Wanken.

Sie stand dort und hielt ein Mikrofon in der Hand.

Jemand musste die Berichterstattung neu zugeteilt haben. Ihre Haltung verriet sie sofort: zu steife Schultern, ein sorgfältig gefasster Ausdruck, wie ihn Menschen annahmen, wenn sie nur Sekunden von einer katastrophalen Selbsterkenntnis entfernt waren.

Einen Moment lang sah sie aus, als bereute sie jede Entscheidung, die sie hierhergeführt hatte, möglicherweise sogar, den Puck überlebt zu haben.

Valarr nahm neben ihr seine Position ein.

Das Kameralicht blinkte auf.

Irgendwo außerhalb des Bildes zählte ein Produzent herunter.

Drei.

Zwei.

Eins.

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Anmerkung der Autorin:

Vor Kurzem erinnerte ich mich daran, wie mich vor Jahren, im Sportunterricht der Mittelstufe, ein Basketball am Kopf getroffen hat. Daher stammt zum Teil die Inspiration für diese Handlung. Und wer liebt nicht einen umwerfenden, aber ernsthaften Mannschaftskapitän? Ich auf jeden Fall. Und Hockey? In dieser Wirtschaftslage? Aber gern.

Für das Ende habe ich verschiedene Möglichkeiten abgewogen, aber ich dachte, es wäre sehr interessant, direkt mit der allerersten Frage eines Live-Interviews einzusteigen, wodurch viele verschiedene Richtungen und Möglichkeiten offenstehen.

Weitere Kotsk-AUs folgen, denn ehrlich gesagt liebe ich es, sie zu schreiben. Maekar kommt wahrscheinlich als Nächstes.

Viel Spaß,

C.

PS: Ja, ich weiß, dass das Profilbild nicht direkt Valarr zeigt, aber es ist derselbe Schauspieler. Ich bin so ausgehungert nach Fotos von Valarr :(

Erstellt 26. Feb.

Aktualisiert 28. Juni

Veröffentlicht 27. Feb.

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