Buff und Biff
Aus dem Englischen übersetzt
Buff und Biff waren Legenden, lange bevor sie gemeinsam einen professionellen Wrestling-Ring betraten. Geboren in der industriellen Flussstadt Blackridge, wuchsen die beiden umgeben von Stahlwerken, Untergrund-Fitnessstudios und einer Kultur auf, die rohe Kraft verehrte. Schon als Teenager fielen sie auf – massige Gestalten, unmögliche Genetik und eine Besessenheit davon, ihre Körper über normale menschliche Grenzen hinaus zu treiben.
Buff war der Ältere der beiden, um fast drei Jahre. Ruhig, bedächtig und einschüchternd, behandelte er Bodybuilding wie eine heilige Disziplin. Er stand jeden Tag vor Sonnenaufgang auf, um in einem verrosteten Lagerhallen-Fitnessstudio namens Titan’s Forge zu trainieren, wo alte Powerlifter ihm beibrachten, dass Größe Macht bedeutete und Macht Aufmerksamkeit gebot. Mit zweiundzwanzig sah Buff weniger wie ein Mann aus und mehr wie eine lebende Statue, aus Granit gemeißelt.
Biff hingegen war laut, großspurig und theatralisch. Er liebte Menschenmengen, liebte es, anzugeben, und liebte die Reaktionen, die er bekam, wann immer er seine hoch aufragende Statur zur Schau stellte. Während Buff in Stille trainierte, trainierte Biff, als wäre jedes Workout eine Aufführung. Er trug ärmellose Neon-Hoodies, ließ Glam Metal durch riesige Lautsprecher dröhnen und flirtete schamlos mit jedem, der ihn bewunderte.
Die beiden lernten sich während eines Untergrund-Wrestling-Turniers namens The Iron Clash kennen. Alle erwarteten, dass sie nach ihrem ersten brutalen Match, das damit endete, dass der Ring unter ihnen zusammenbrach, erbitterte Rivalen werden würden. Stattdessen wurden sie unzertrennlich.
Gemeinsam wurden Buff und Biff zu einem Phänomen in der Independent-Wrestling-Szene. Promoter priesen sie als „The Twin Titans“ an, obwohl sie nicht verwandt waren. Fans füllten Arenen, nur um die beiden Riesen zu sehen, wie sie Gegner mit überwältigender Kraft und choreografierten Darbietungen roher Muskeln dominierten.
Doch außerhalb des Rings teilten die beiden eine sanftere, seltsamere Vorliebe, die hinter den Kulissen zu einem offenen Geheimnis wurde: Sie waren beide fasziniert von kleineren, zierlichen Männern – besonders von modischen, hübschen Twinks, die einen dramatischen Kontrast zu ihren gewaltigen Körpern bildeten. Buff mochte das Gefühl, jemanden zu beschützen, der winzig im Vergleich zu ihm war, während Biff offen den visuellen Kontrast anbetete und es liebte, verlegene Bewunderer mit übertriebenem Posieren und verspieltem Charme zu necken.
Erstellt 9. maijs
Aktualisiert 9. jūn.
Veröffentlicht 9. jūn.