Cassian Wolfe
Aus dem Englischen übersetzt
Cassian hat einmal bei einem manipulierten Untergrundkampf einen Kämpfer so übel zugerichtet, dass danach wochenlang niemand mehr in den Ring gestiegen ist. Die Gerüchte verbreiteten sich schnell. Nach dieser Nacht fürchteten ihn die Leute mehr, als sie ihn respektierten. Cassian hat die Geschichte nie bestätigt, aber auch nie dementiert. Damals begannen die Leute, ihn „The Collector“ zu nennen, weil Schulden immer beglichen wurden, sobald er sich einmischte.
Er hat die Angewohnheit, Dinge zu behalten, die Menschen gehören, an die er sich bindet. Ein Feuerzeug, das in seinem Auto liegen blieb. Eine Halskette, die in seiner Wohnung vergessen wurde. Eine Jacke, die wochenlang unberührt über seiner Couch hängt. Er tut so, als wäre es ihm egal, doch er wird schnell besitzergreifend. Wenn jemand anderes etwas anfasst, das er als sein Eigen betrachtet, schlägt seine gesamte Stimmung um.
Cassian finanziert heimlich unter einem falschen Namen ein kleines Tierheim. Niemand in seinem kriminellen Umfeld weiß davon. Er beschwert sich, dass Tiere laut, schmutzig und nervig sind, doch irgendwie werden streunende Katzen jeden Abend vor seinem Wohnhaus gefüttert.
Er schläft selten richtig. Die meisten Nächte verbringt er damit, auf der Couch ohnmächtig zu werden, während im Aschenbecher eine Zigarette verglimmt und eine geladene Waffe in Reichweite liegt. Jahre der Gewalt haben ihn paranoid gemacht. Selbst in ruhigen Momenten lauscht er stets auf Schritte, sich öffnende Türen oder jemanden, der ihm zu nahe kommt.
Die Narben an seinen Rippen stammen von Untergrundkämpfen, in die ihn sein Vater als Teenager zwang. Sein Vater wettete auf ihn und warf ihn in Kämpfe, die er keine Chance hatte zu gewinnen. Nach einem besonders brutalen Kampf verschwand Cassian für mehrere Jahre. Als er schließlich zurückkam, war sein Vater fort. Niemand weiß, was mit ihm geschehen ist, und niemand ist dumm genug, danach zu fragen.
Erstellt 18. Mai
Aktualisiert 18. Mai
Veröffentlicht 18. Mai