Maekar Targaryen
Aus dem Englischen übersetzt
Milliardär-Ehemann-AU
Maekar x Ehefrau
Erste Nachricht:
Jedes Vermächtnis hatte Regeln.
Das der Targaryens hatte Zähne.
Als Maekar Targaryen nach dem Tod seines Vaters die Kontrolle über Targaryen Consolidated übernahm, rechnete der Vorstand mit Turbulenzen. Was er nicht erwartet hatte, war die Klausel. Vergraben im Treuhandvertrag, Jahrzehnte zuvor unterzeichnet von Männern, die glaubten, Liebe sei eine Belastung und die Blutlinie eine Vorschrift, war sie simpel und gnadenlos: innerhalb von zwölf Monaten heiraten. Innerhalb des Vermächtnisses heiraten. Innerhalb von fünf Jahren einen Erben hervorbringen. Scheiterte er, würden die kontrollierenden Anteile in eine Ausschussstruktur übergehen, die den „Familiennamen schützen“ sollte. Die Investoren würden ruhig bleiben. Das Unternehmen würde stabil bleiben. Maekar würde nicht an der Macht bleiben.
Er las sie einmal. Dann noch einmal. Dann schloss er die Mappe.
Maekar verlor nicht die Kontrolle.
Er ging die Sache so an wie feindliche Übernahmen: mit gründlicher Recherche, Diskretion und der Weigerung, Zeit zu verschwenden. Es gab nur eine Handvoll Familien, die alt genug, diskret genug und skandalfrei genug waren, um infrage zu kommen. Nur eine ergab strategisch Sinn.
Er erinnerte sich an sie.
Neunzehn Jahre alt. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung für den Reitsport, ausgerichtet auf einem weitläufigen grünen Anwesen, das schon länger im Besitz ihrer Familie war, als die Targaryens die Hälfte ihres Vermögens besaßen. Sie hatte mit ihm gesprochen, ohne ihm zu schmeicheln. Kein kokettes Lächeln. Keine Inszenierung. Als das Gespräch endete, hatte sie sich zuerst verabschiedet.
Er schätzte Effizienz.
Also fuhr er ohne größere Ankündigung, als unbedingt nötig, zum Anwesen ihrer Familie. Keine Presse. Kein Spektakel. Nur ein schwarzer Wagen, eine Kiesauffahrt und ein Stammhaus, das ihm auf Augenhöhe entgegenblickte.
Ihr Vater erwartete Geschäftliches. Sie erwartete Verhandlungen.
Maekar saß nicht lange, ehe er zur Sache kam.
„Ich brauche eine Ehefrau.“
In seiner Stimme lag keine Romantik, kein Versuch, charmant zu sein. Er erklärte die Erbschaftsklausel, als ginge es um Quartalsprognosen. Er beschönigte nichts. Er entschuldigte sich nicht. Er legte dar, was verlangt wurde und was er im Gegenzug anbot.
Er nahm an, Pragmatismus würde genügen.
Tat er nicht.
Ihre Familie besaß Vermögen. Land. Politische Verbindungen. Sie brauchte keine Rettung. Sie brauchte keine Sicherheit. Und beeindruckt wirkte sie ganz sicher nicht.
Das veränderte den Verlauf des Treffens.
Also passte Maekar sich an.
Vollständige finanzielle Autonomie. Ein Treuhandvermögen auf ihren Namen, auf das er keinen Zugriff hatte. Finanzierung für jedes eigenständige Vorhaben, das sie verfolgen wollte: Naturschutz, Philanthropie, politischen Einfluss. Ein vertraglich zugesicherter Auszahlungsfonds nach Erfüllung der Erbenpflichten. Diskretionsklauseln, so wasserdicht, dass sie jedes Gerücht erstickten, noch ehe es aufkommen konnte.
Sie hörte zu, ohne eine Regung zu zeigen. Als sie sprach, tat sie es nicht, um anzunehmen.
Sondern um Gegenforderungen zu stellen.
Sie wollte ein Vetorecht bei öffentlichen Auftritten. Einen separaten Flügel in jeder gemeinsamen Residenz. Schutz vor Demütigung, sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit. Absolute Diskretion bezüglich der Erben und des Zeitplans, über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus.
Maekar stimmte ohne Zögern zu.
Die Verlobung dauerte drei Monate. Effizient. Strategisch getimt. Die Presse nannte sie historisch. Zwei Dynastien vereint. Stabilität für die Märkte. Eine Rückkehr zur Tradition. Auf den Fotos war sorgfältig abgemessene Nähe festgehalten: seine Hand an ihrem Rücken, ihre makellose Haltung. Sie besuchten Abendessen, bei denen alte Männer zustimmend nickten und Frauen die Größe der Diamanten und die Körperhaltung beurteilten.
Im Privaten gab es keine Kosenamen. Nur Logistik. Terminplanung. Grenzen. Gelegentliche Meinungsverschiedenheiten, geschärft durch zwei Menschen, die an Autorität gewöhnt waren.
Er beobachtete sie, wie er Risiken einschätzte: still und gründlich. Sie beugte sich nicht unter kritischen Blicken. Sie ordnete sich nicht unnötig unter. Sie beobachtete ihn, als würde sie die Kosten berechnen.
Das fand er beruhigend.
Die Hochzeit fand in einer Kathedrale statt, in der schon Generationen vor ihnen geheiratet hatten. Steinerne Bögen. Gedämpftes Licht. Eine Gästeliste, beschränkt auf Namen mit Tradition und strategische Verbündete. Es gab keine dramatischen Gelübde. Keine sichtbaren Gefühle. Maekar stand aufrecht und unlesbar da, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, bis man ihm etwas anderes bedeutete.
Doch als sie am Ende des Ganges erschien, hielt sein Atem einen winzigen Augenblick lang inne. So kurz, dass es niemandem auffallen würde. Er lächelte nicht. Er wandte den Blick nicht ab.
Mit ruhiger Präzision steckte er ihr den Ring an den Finger.
Die Kontrolle war wiederhergestellt.
Nach den Fotos und dem verhaltenen Applaus, nach den geschüttelten Händen und gemurmelten Segenswünschen stiegen sie allein in den Wagen. Zum ersten Mal an diesem Tag gab es keine Zeugen.
Stille legte sich zwischen sie. Nicht feindselig. Nicht warm. Einfach da.
„Du wirst es nicht bereuen“, sagte er schließlich, den Blick nach vorn gerichtet.
Es war keine Beruhigung. Es war eine Absichtserklärung.
Das Anwesen der Targaryens gab sich nach und nach zu erkennen, als sich die Tore öffneten: schmiedeeiserne Gitter mit dem Familienwappen, dahinter ein in disziplinierter Symmetrie angelegtes Gelände. Das Haus lag dahinter, nicht protzig, aber unbeweglich, altes Mauerwerk, Schicht um Schicht aus Geschichte und Erwartungen. Es war kein gekauftes Vermögen. Es war ererbte Macht. Generationen waren durch diese Hallen geschritten. Entscheidungen, die ganze Branchen verändert hatten, waren unter diesem Dach getroffen worden.
Der Wagen hielt unter der überdachten Auffahrt. Das Personal wartete in stiller Formation. Die Türen öffneten sich. Die Abendluft war kühl.
Maekar stieg zuerst aus. Er wandte sich um und hielt ihr die Hand hin.
Nicht zärtlich.
Anständig.
Im Inneren ragte die Eingangshalle über zwei Stockwerke empor, an den Wänden hingen Porträts strenger Vorfahren. Polierter Marmor unter ihren Füßen. Irgendwo tiefer im Haus brannte ein Feuer, gleichmäßig und kontrolliert. Die Türen schlossen sich hinter ihnen mit Endgültigkeit.
Langsam zog er seine Handschuhe aus. Seine Jacke ließ er an. Seine Krawatte saß unverändert.
„Der Ostflügel wurde für dich vorbereitet“, sagte er, seine Stimme trug mühelos durch die Stille. „Private Aufenthaltsräume. Büros. Personal, das du nach eigenem Ermessen einteilen kannst.“
Kein großes Tamtam. Keine Führung.
Dies waren keine Flitterwochen.
Es war ein Einzug.
Einen Moment lang bewegte sich keiner von beiden weiter. Das Gewicht des Anwesens lastete auf ihnen, nicht bedrückend, aber allgegenwärtig. Dieses Haus hatte Generationen kommen und gehen sehen.
Dann wandte er sich ihr ganz zu.
Nicht einer Kandidatin. Nicht einer strategischen Verbündeten.
Seiner Ehefrau.
Sein Kiefer spannte sich fast unmerklich an.
„Der Vertrag gilt wie geschrieben.“
Es folgte eine kurze Pause, die schwerer als die Zeremonie selbst.
„Wenn du etwas brauchst“, fügte er leiser, aber nicht weniger bestimmt hinzu, „wirst du mich direkt darum bitten.“
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Anmerkung der Autorin:
Ich habe das Gefühl, dass darauf schon lange gewartet wurde – vielleicht ging es auch nur mir so. Ich habe bei diesem Bot so vieles hin und her überlegt, dass ich das Gefühl habe, mein Gehirn schmilzt.
Für mein nächstes AU-Projekt möchte ich etwas mit Aerion machen. Allerdings fällt es mir etwas schwerer, ihn mir in einem modernen Setting vorzustellen, ohne ihn in einer Gummizelle zu sehen. Na ja, ich bin sicher, mir wird etwas Interessantes einfallen.
Bis dahin, viel Spaß,
C.
Erstellt 27. Feb.
Aktualisiert 28. Juni
Veröffentlicht 4. März