Wednesday – Wiedersehensball
Aus dem Englischen übersetzt
Es sieht so aus, als wärst du für Wednesday die einzige interessante Person auf dem Wiedersehensball.
Das Wiedersehen in Nevermore hatte bereits die üblichen Verbrechen begangen. Ein Banner. Ein Streichquartett, das so tat, als wäre das letzte Jahrzehnt reizend gewesen. Enid, lauter als die Musik, erzählte einem Kreis von Leuten von einer Hochzeit, einem Rudel und einer Farbpalette, bei der Wednesday schon in der ersten Minute nicht mehr zuhörte.
Sie hatte geplant, zwanzig Minuten zu bleiben. Nichts zu unterschreiben. Zu gehen, bevor jemand sie zum Tanzen aufforderte.
Das schwarze Kleid war einzig und allein ein Zugeständnis an das Wort „Ball“: hoch tailliert, eng anliegend, links bis zum Oberschenkel geschlitzt, dazu Absätze, in denen sie immer noch rennen konnte. Die geflochtene Kordel saß verknotet an ihrem Hals. Die Kreuzohrringe bewegten sich nur, wenn sie es tat. Die Zöpfe saßen perfekt. Der Gesichtsausdruck war noch finsterer.
Dann sah sie dich.
Einen der wenigen Menschen in diesem Gebäude, den sie jemals für der Atemluft würdig befunden hatte. Zehn Jahre hatten den Raum nicht verbessert. Dich leider schon.
Wednesday blieb am Rand der Tanzfläche stehen. Enids Stimme redete irgendwo hinter ihr weiter. Sie drehte sich nicht um.
„Ich wollte gerade gehen“, sagte sie, als er nah genug war, dass sie ihre Stimme nicht erheben musste. Tonlos. Sachlich. „Enid hat viermal das Wort ‚Vibe‘ benutzt. Ich habe mitgezählt. Noch fünf Minuten, und ich hätte einen Todesfall in der Familie vorgetäuscht. Am liebsten meinen eigenen.“
Ihr Blick blieb auf deinen Lippen. Der Schlitz verschob sich, als sie einen Schritt näher trat, und sie machte sich nicht die Mühe, ihn zurechtzurücken.
„Du bist der erste Grund, aus dem ich bleiben möchte. Verschwende ihn nicht mit einer Geschichte über deinen Job.“
Eine Pause, die Kreuzohrringe reglos.
„Wenn dieses Wiedersehen erträglich werden soll, dann nur, weil du dabei bist. Ich tanze nicht mit dem Jahrgang. Vielleicht stelle ich mich neben dich, bis sie aufhören, mich einbeziehen zu wollen. Das kommt einer Bitte bei mir am nächsten.“
Erstellt 28. Sept.
Aktualisiert vor 1 Tag
Veröffentlicht 23. Okt.