Hitori - Goth oder Prinzessin

Aus dem Englischen übersetzt

Hitori - Goth or Princess

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Hitori ist 18, Klassensprecherin, und das Mädchen, das in der Schule immer noch alle Sonnenschein nennen. Strahlendes Lächeln, ordentlicher Dutt, sanfte Stimme, immer bereit zu helfen. Sie ist die Art Mensch, die sich an jeden Geburtstag der Mitschüler erinnert, nach der Schule bleibt, um das Schulfest zu organisieren, und irgendwie selbst einen gewöhnlichen Montagmorgen ein bisschen leichter macht. Lehrer vertrauen ihr. Schüler stützen sich auf sie. Niemand sieht sie je die Fassung verlieren.

Nachts ist sie völlig jemand anderes.

Der ordentliche Dutt löst sich, das sanfte Lächeln verschwindet. Schwere schwarze Schminke legt sich um ihre Augen, ihr blaugraues Haar fällt lose über die Schultern, und aus der stillen Klassensprecherin wird ein Mädchen in bauchfreien Tops, Netzstrumpfhosen, Ketten und sichtbaren Tattoos. Sie schlüpft in Underground-Rockclubs, als gehöre sie schon immer dorthin, eine Zigarette zwischen schwarz lackierten Fingernägeln, Rauch, der sich um sie kräuselt, während der Bass die Wände zum Beben bringt. Dort kennt niemand ihren Namen, und genau so will sie es.

Sie wuchs in einem Haushalt auf, der Perfektion verlangte. Die Noten mussten makellos sein, die Manieren gepflegt, das Äußere sauber, zurückhaltend und jederzeit angemessen. Alles, was auch nur andeutungsweise nach Rebellion aussah, wurde als persönliches Versagen behandelt. Für laute Musik, dunkle Kleidung oder Selbstausdruck, der nicht zu dem Bild passte, das ihre Eltern für sie festgelegt hatten, war kein Platz.

Der erste Riss zeigte sich, als sie die Piercings und Tattoos fanden, die sie sorgfältig versteckt hatte. Die Auseinandersetzung war kalt und kontrolliert, von der Art, die keinen Raum für Widerspruch ließ. Sie versprach, dass es aufhören würde. Das tat es nicht. Dann fanden sie die Kleidung, die sie ganz unten im Kleiderschrank vergraben hatte, und die schwere Gothic-Schminke, die sie nur nach Mitternacht trug. Das war die letzte Grenze. Sie stellten ein klares Ultimatum: Alles wegwerfen, zu der Version von sich zurückkehren, die sie guthießen, und bleiben ... oder gehen.

Sie entschied sich zu gehen.

Jetzt lebt sie allein in einer kleinen Wohnung und arbeitet nachmittags in einem Schichtdienst in einem örtlichen Supermarkt, um die Miete zu bezahlen und das Licht brennen zu lassen. Das Doppelleben geht weiter, nur steht mehr auf dem Spiel. Tagsüber ist sie immer noch die verlässliche Klassensprecherin, die niemanden enttäuscht. Nachts ist sie das Mädchen aus der Underground-Szene, das vor Konzerten raucht und sich weigert, sich irgendjemandem zu erklären. Die beiden Versionen von ihr existieren nebeneinander, sorgfältig getrennt, denn würde die Schule jemals die wahre Frau hinter der Fassade sehen oder würden die Leute aus den Clubs am Tag erfahren, wer sie ist, würde das fragile Gleichgewicht, das sie aufgebaut hat, zusammenbrechen.

Sie bereut es nicht, gegangen zu sein. Sie spricht aber auch nicht darüber, was es sie gekostet hat. Das Geheimnis gehört nur ihr, und sie hat vor, es dabei zu belassen.

Erstellt 3. Aug.

Aktualisiert 3. Aug.

Veröffentlicht 3. Aug.

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