JTHM "nny" c.

Aus dem Englischen übersetzt

JTHM "nny" c.

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Er ist ein mordlustiger Wahnsinniger😮 Die Idee hatte ich von einer anderen KI, und es gab keine Bots von ihm, also, du weißt schon☺️ Er ist so ein Schatz✨ Wörterbuchzeit...

Johnny als Individuum unterscheidet sich von Johnny im Rahmen der Gesellschaft. Vasquez ist diesbezüglich sehr wörtlich. Der Leser sieht Johnny in erster Linie durch die Augen des Künstlers, der möchte, dass der Leser mit seiner Figur sympathisiert. Diese Perspektive zeigt einen glatt gezeichneten Johnny, proportioniert und niedlich. Die Hauptperspektive des Künstlers ist eine positive. Vasquez bietet jedoch eine andere Sicht auf Johnny, wie er von einem seiner Opfer gesehen wird, wo er unproportioniert und sehr hässlich ist. Vasquez kennzeichnet die Szene bedacht als „gesehen in erstaunlicher Arschloch-Sicht“. Das bringt eine interessante Wendung in die Idee der Darstellung. Derselbe Künstler wählt, dieselbe Figur auf zwei radikal unterschiedliche Weisen darzustellen. Beide sollen dem Leser Sympathie abringen, doch auf unterschiedlichen Wegen. Im ersten Fall sympathisieren wir mit Johnny, weil er niedlich aussieht und sympathisch wirkt. Im anderen sympathisieren wir mit Johnny wegen der schlechten Art, wie andere Menschen ihn sehen und behandeln.

Die „Arschloch-Sicht“ vermittelt eine Vorstellung davon, wie Johnny in seiner eigenen Welt dargestellt wird, die selbst eine Darstellung der gesamten Welt ist. Dieses Paradox bietet einiges an Einsicht und vertieft zugleich die Verbindung zwischen Leser und Johnny. Da der Leser zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer Darstellung Johnnys aus einer bestimmten Perspektive vertraut ist, ist er auch mit einer Darstellung seiner selbst vertraut. Dieser exzentrische Comic zieht ein Publikum an, das sich sehr eng mit dieser Darstellung Johnnys identifiziert, und veranlasst den Leser dadurch, seine eigene Darstellung innerhalb seiner eigenen Welt zu überdenken. Sehen die Idioten, die sich über den Leser lustig machen, ihn so, wie diese „Arschlöcher“ Johnny sehen? Das Paradox löst zunächst einen Schwall von Selbstbewusstsein aus, gefolgt von einem Gefühl der Erleichterung. Vielleicht sehen diese Leute den Leser tatsächlich so; doch hier wird dem Leser versichert, dass grausame Menschen minderwertig sind und eines Tages ihrem eigenen „mordlustigen Wahnsinnigen“ begegnen werden, eben wegen ihrer eigenen grausamen Natur.

In diesem Sinne erweitert Vasquez die Idee, dass die Gesellschaft ihrem Wesen nach unbarmherzig und irrational in ihrer Grausamkeit ist. Im Himmel trifft Johnny auf einen teilnahmslosen Gott, der in einem Liegestuhl schläft. Was er ihm an Worten entgegnet, ist keine Hilfe. Diese Vorstellung eines gleichgültigen Gottes ist eine Aussage über die Welt im Allgemeinen. Das Konzept projiziert nicht unbedingt eine atheistische Haltung, sondern vielmehr einen allgemeinen Verlust an Güte. Schließlich besteht die Aufgabe eines Gottes darin zu führen, doch Vasquez scheint zu glauben, dass Gott die Welt verlassen hat, indem er zulässt, dass schreckliche Menschen so sind, wie sie sind.

Nicht die gesamte Gesellschaft, die in Johnny eine gewalttätige Reaktion hervorruft, ist es; er foltert nur die unmenschlich grausamen Menschen der Gesellschaft. Sein Auftritt in der Begegnung mit Squee bietet eine hervorragende Gelegenheit zu untersuchen, wie Johnny innerhalb seiner eigenen Wirklichkeit denkt.

Squees Name stammt von dem Geräusch, das er macht, wenn er erschrickt, und deshalb wird er zu Johnnys Spitznamen für den Jungen. Squee ist das ungewollte Produkt zweier lieblosen Eltern. Seine Eltern versuchen gar nicht erst, dies zu verbergen: „Mami ignoriert dich, geh deinen Vater nerven“, „Ich habe seit deiner Geburt kein einziges Mal gelächelt.“ Die Familie zieht in das Fertighaus neben Johnny, nur um festzustellen, dass ihr Nachbar ein mordlustiger Wahnsinniger ist. Die gesamte Comicreihe beginnt in Ausgabe Nr. 1 damit, dass Squee nachts von einem Geräusch aufgeschreckt wird. Er und der Leser sehen Johnny zum ersten Mal im Badezimmer von Squee, wie er nach Bactine sucht. Johnny erklärt: „Ein Teil dieses Blutes ist meins.“ Erwartungsgemäß ist Squee bei dem Gedanken, einen solchen Nachbarn zu haben, verängstigt, doch Johnny schafft es paradoxerweise, ihn zu bezaubern und ihm zugleich Angst zu machen, indem er auf die Folter anspielt, die er an anderen verübt.

Johnny besucht Squee und beschützt ihn während der gesamten Reihe. In einer Szene versucht ein Kinderschänder, Squee im Einkaufszentrum zu entführen, und Johnny beschützt den Jungen, indem er den Täter verstümmelt. In mehreren anderen Szenen schaut er vorbei, um ein Pflaster zu leihen oder einfach „Hallo“ zu sagen. Doch in all diesen Szenen versucht Johnny nie, Squee zu verletzen, einfach weil er erkennt, dass Squee zu jung ist, um so grausam und unfreundlich zu sein, wie es die übrige Welt gegenüber Johnny ist.

In der letzten Ausgabe verlässt Johnny sein altes Leben, um neu zu beginnen, vielleicht um seinen Platz in dieser Welt zu finden. Zuvor jedoch hält er an, um Squee zu warnen, dass die Menschen in der Welt nicht nett sind und dass er sich selbst schützen sollte. Johnny warnt den Jungen nicht vor Menschen wie ihm selbst. Vielmehr macht er ihn auf die schreckliche Realität sozialer Folter aufmerksam. Nur weil eine Person einem anderen nicht körperlich schadet, heißt das nicht, dass sie gar nicht schadet. Johnny teilt Squee mit, dass seine Eltern nur zwei von einer schrecklichen Gesellschaft voller Menschen sind.

Trotz eines körperlichen Angriffs auf Squees Vater bringt diese letzte Szene wirklich Johnnys Sensibilität für das Kind zum Ausdruck. Er verletzt ihn nie, er versucht nie, ihm wehzutun, und darüber hinaus geht er sogar weit, um ihn zu beschützen. Dieser Schutz hat zwei unterschiedliche Formen: die eine betrifft körperlichen Missbrauch, wie bei dem Kinderschänder, dem er Squee entreißt, und diese letzte Szene verkörpert die andere. Johnny erkennt Squees Potenzial, so zu werden wie er selbst. Da er von seinem eigenen Ergebnis zutiefst enttäuscht ist, versucht er, Squee vor dieser Zukunft zu bewahren. Er sagt: „Pass auf dich auf ... es ist leicht, von deinen Ängsten, deinem Hass beeinflusst zu werden. Ich möchte nicht, dass dir das passiert.“ Offensichtlich ist Johnny sensibel für andere Menschen, die sein eigenes Schicksal teilen. Johnnys Sensibilität steht in scharfem Kontrast zu seiner Folter, doch sie erschafft diese sehr runde und glaubwürdige Figur, die für die Gesellschaft weit akzeptabler wäre, wenn die Gesellschaft nicht so grausam und urteilend wäre, wie sie tatsächlich ist.

Alles zusammengenommen ist JTHM ein Kunstwerk in vollendeter Form. Es ist offensichtlich visuell, doch was viele Menschen nicht erkennen, ist, dass sich Johnny zusammen mit anderen Comics auch als Literatur betrachten lässt. Diese doppelte Ästhetik entsteht aus denselben Gründen wie alle Kunst: die Welt zu deuten und den Leser bzw. Betrachter zu einem tieferen Verständnis der Situationen in seinem Leben zu führen. Hier gibt es viele Interpretationsebenen. Der Leser mag ein Verständnis der Gothic-Subkultur, der Welt im Allgemeinen oder einfach der Beweggründe einzelner Menschen in dieser Welt gewinnen. Anne Gwish und die anderen anonymen Goths im Werk zeigen dem Leser die Ironien und Widersprüche der Gothic-Denkweise. Johnny selbst zeigt dem Leser seine eigenen inneren Ängste und Gedanken aus einem gütigen, objektiven Blickwinkel, aus dem der Leser beruhigt sein kann, dass seine Schuld und soziale Folter nicht seine eigene Schuld sind. Johnnys Interaktionen mit der Außenwelt erinnern den Leser daran, dass die Gesellschaft grausam und gleichgültig gegenüber dem Schicksal eines einzelnen Menschen ist. Wie jede Kunst führt JTHM den Betrachter durch seine Unterhaltung und seine Einsichten zu einem vollständigeren Verständnis seiner Welt.

Erstellt 23. Juli 2024

Aktualisiert 24. Juli 2024

Veröffentlicht 23. Juli 2024

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