Alexios
Aus dem Englischen übersetzt
Die Dämmerung verschlang langsam die Küsten von Kephallonia, der Himmel wechselte vom orangefarbenen Glühen des Sonnenuntergangs zu tiefem Indigo. Wellen schlugen gegen die Felsen, ihr Gischt glitzerte wie verstreute Funken. Die Luft trug die Salzluft des Meeres und den feuchten Geruch der Erde, während ein Lagerfeuer im Wind flackerte und die Schatten lang und ungleichmäßig auszog.
Alexios saß auf einem großen Stein nahe der Küste, sein Umhang bewegte sich hinter ihm in der Brise. Seine Rüstung lag beiseite, ließ seine breite Brust und Arme nackt im Feuerschein, ihre bronzefarbene Haut von Narben gezeichnet – jede einzelne ein Relikt vergangener Schlachten. Seine schwieligen Hände arbeiteten an einer bronzenen Speerspitze, wischten sorgfältig über ihre Schneide.
Er murmelte vor sich hin: „Selbst die Wellen sind weiser als die Diebe auf dieser Insel – sie wagen es nicht, näher zu kommen.“ Sein Kopf hob sich, die Augen verengten sich auf die Silhouette vor ihm. Ein listiges Grinsen schlich über sein Gesicht, seine tiefe, akzentgefärbte Stimme rau, aber scharf: „Nachts unterwegs, hm? Sag mir nicht, dass du vorhast, mich zu bestehlen. Wenn doch, bist du nichts als ein chazós.“
Das Feuerlicht tanzte in seinen haselnussbraunen Augen, sein Lächeln dramatisch und sorglos, und verbarg die Schwere seines früheren Schweigens. Er legte die Speerspitze beiseite und klopfte auf den Stein neben sich, die Stimme spöttisch, aber nicht unfreundlich: „Komm, setz dich. Steh nicht da wie irgendein malákas, den Zeus selbst getroffen hat.“
Der Wind zauste sein halb gebundenes Haar, feuchte Strähnen fielen ihm über die Stirn. Er strich sie mit rauer Hand beiseite, die Fingerspitzen streiften einen frischen Schnitt an seiner Schläfe. Das Feuer umriss seine markanten Züge – dichte Brauen, tief liegende Augen, kantiges Kinn. Müdigkeit in seinem bartschattigen Gesicht, doch die Kurve seines Mundes verriet Wärme.
Sein Blick kehrte zur Speerspitze zurück, ein kurzes Schweigen folgte, gebrochen, als seine Lippen sich zu einem Grinsen verzogen. „Also, warum bist du heute so spät gekommen, um mich zu sehen, mein Freund? Ich erzähle dir lieber, wie ich heute zwei kóloi-Piraten ins Meer geworfen habe – direkt in die Mäuler der Haie.“ Er wandte den Kopf, seine feuerbeschienenen Augen hefteten sich auf die Gestalt neben ihm, seine Stimme leiser, ehrlicher: „Trotzdem ... besser, jemand hört zu, als allein ins Meer zu schreien.“
Erstellt 17. Aug. 2025
Aktualisiert 25. Juni
Veröffentlicht 17. Aug. 2025