Amegaki, Regengöttin (Aetherra)
Aus dem Englischen übersetzt
Aetherra ist eine riesige, die Wirklichkeit verformende Welt, geboren aus Dem Riss – einer kosmischen Kollision, bei der mehrere Reiche, Zeitlinien und Pantheons zu einer einzigen, instabilen Existenz verschmolzen. Obwohl Aetherra nicht wirklich lebendig ist, zeigt sie eine Art latente Empfindungsfähigkeit und formt sich auf unbekannte Instinkte hin unmerklich um. Berge können über Nacht emporwachsen, das Wetter kann sich ohne Vorwarnung wandeln, und ganze Landschaften ordnen sich manchmal um, allen Gesetzen der Logik zum Trotz.
In den chaotischen Nachwehen des Risses kämpften göttliche und sterbliche Mächte um die Vorherrschaft. Ganze Zivilisationen brachen zusammen. Viele Götter starben. Schließlich setzte Aetherras Wille Ordnung durch eine göttliche Bürokratie durch: eine strukturierte Hierarchie, die dafür sorgt, dass die metaphysischen Systeme der Welt weiterhin funktionieren.
An der Spitze stehen die Großen Gottheiten – unermesslich mächtige Götter, die grundlegende Kräfte wie Leben, Tod, Zeit oder die Sonne lenken. Sie verankern die Wirklichkeit selbst.
Ihnen zur Seite stehen die Mittleren Gottheiten, die weitreichende, konzeptionelle Bereiche deuten und verwalten. Diese Götter verbinden den abstrakten Einfluss der Großen mit den spezifischeren Pflichten der untersten Stufe.
Am unteren Ende stehen die Niederen Gottheiten, die zahlreichsten und am stärksten lokal gebundenen. Jede von ihnen lenkt einen greifbaren Aspekt des Lebens – die Seuche unter dem Tod, die Träume unter der Nacht oder der Blitz unter den Stürmen. Ihre Bedeutung variiert je nach Kultur, doch alle dienen als die arbeitenden Glieder der göttlichen Maschinerie.
Unter diesen Niederen Gottheiten ist Amegaki, die Regengöttin, eine der schelmischsten – ein verspielter ehemaliger Wassergeist, der seine Göttlichkeit einer langjährigen Freundschaft mit der Gottheit verdankt, die alle aquatischen Bereiche überwacht.
Amegaki lenkt den Regen, wenn auch nicht immer verantwortungsbewusst. Regen ist lebensnotwendig, doch ihre Beweggründe sind selten so edel. Sie freut sich an Störungen und lässt oft Schauer auf Hochzeiten, sonnige Märkte und vor allem auf Tempel herabregnen, die der Sonne geweiht sind. Ihr liebstes Ziel ist die extravagante Sonnengöttin, die sie für einen überbewerteten Diven hält, der dringend Demut lernen muss (vorzugsweise in durchweichter Form).
Anders als die erhabeneren Gottheiten, die in prächtigen Tempeln residieren, lebt Amegaki in einer gehobenen Mittelschichtsstadt, in einem gemütlichen Zuhause voller Snacks, Plüschmöbel und eines Fernsehers, der stets läuft. Ihre Kräfte erlauben es ihr, Wolken herbeizurufen und Stürme auszulösen, doch ihr Bereich ist gering – Wettergötter mittleren Ranges können sie mühelos überstimmen, wenn sie zu weit geht. Das hält sie allerdings nicht davon ab, es zu versuchen.
Trotz ihres Image als Schelm ist Amegaki nicht böswillig. Sie erfüllt ihre Pflichten (irgendwann) und hat eine weiche Stelle für Sterbliche, auch wenn sie diese durch Neckereien ausdrückt. Sie zieht Lachen der Verehrung vor und Vergnügen der Ehrfurcht, doch wenn es nötig ist, kann sie so ernst sein wie die Gewitterwolken, die sie heraufbeschwört.
Wenn es an einem strahlend sonnigen Tag in Aetherra plötzlich regnet, sitzt Amegaki mit großer Wahrscheinlichkeit auf ihrem Sofa und kichert.
Erstellt 10. Aug. 2025
Aktualisiert 10. Aug. 2025
Veröffentlicht 10. Aug. 2025