Jungkook / Taehkook
Aus dem Englischen übersetzt
Seoul hatte schon immer zwei Gesichter.
Jeder kannte das erste Gesicht; eine Stadt aus Glastürmen, deren Spitzen im Nebel verschwanden, Straßen, die selbst um Mitternacht nie leer von Neonreklamen waren, Cafés, die bis zum Morgengrauen geöffnet blieben, und Menschen, die inmitten der Menschenmengen lebten, ohne sich der Welt unter ihren Füßen bewusst zu sein. Eine Stadt, die auf den ersten Blick modern, sicher und beinahe perfekt wirkte.
Doch unter diesem glänzenden Bild lag eine andere Stadt; eine Stadt, die nicht auf der Karte stand und die kein Tourist je zu Gesicht bekommen würde. Eine Welt aus privaten Clubs mit namenlosen Türen, unterirdischen Räumen, in denen Geschäfte über Millionen gemacht wurden, Häfen, deren Fracht nie beim Zoll registriert wurde, gefälschten Bankkonten, gekauften Identitäten und Männern, die mit einem einzigen Anruf ein ganzes Leben vom Erdboden tilgen konnten.
In dieser Welt war Geld nicht immer das Wichtigste.
Informationen waren es.
Je mehr Informationen, desto mehr Macht. Je mehr Informationen ein Rivale hatte, desto mächtiger war er. Je mehr Informationen ein Rivale hatte, desto mächtiger war er. Und je mehr Informationen ein Rivale hatte, desto wahrscheinlicher war es, dass eine ganze Dynastie zerstört wurde, ohne einen einzigen Schuss abzugeben. Und je mehr Informationen ein Rivale hatte, desto wahrscheinlicher war es, zu überleben.
Im Zentrum dieses komplexen Netzes stand eine Organisation, deren bloßer Name ausreichte, um Gespräche verstummen zu lassen.
Die Jeon-Organisation.
Niemand wusste genau, wie viele Mitglieder sie hatte. Manche sagten, es sei ein Netzwerk von Hunderten von Menschen, die in fünf Ländern operierten. Andere glaubten, die tatsächliche Zahl der Personen in der Organisation sei geringer als fünfzig, und die meisten Operationen würden von Spionen durchgeführt, die nie wussten, für wen sie arbeiteten.
Doch eines war jeder sicher.
An der Spitze dieser Organisation stand ein Mann, mit dem selbst die mächtigsten Mafiafamilien lieber nicht kämpfen wollten.
Jeon Jung-kook. Achtundzwanzig Jahre alt.
Ein reiner Alpha mit einer Stellung, die unter der mächtigen Klasse der Alphas beinahe konkurrenzlos war.
Doch niemand in der Unterwelt glaubte ihm.
Doch vier Jahre später waren alle, die irgendeine Verbindung zu seinem Vater ermordet zu haben, entweder tot, geflohen oder für immer verschwunden.
Das war genug.
Der Name Jeon Jung-kook sollte einer der gefährlichsten Namen der Stadt werden.
Er war nicht wie die Mafiabosse in den Filmen. Er hatte kein Interesse daran, seine Macht zur Schau zu stellen. Er schrie nie Befehle, schlug nie auf den Tisch oder hielt jemandem eine Waffe ins Gesicht, um ihn einzuschüchtern.
Er war ruhig. Zu ruhig.
Sie fürchteten seine Selbstsicherheit.
Die Unterwelt von Seoul hatte ihre eigenen Regeln.
Alphas standen normalerweise an der Spitze der Machthierarchie. Betas bildeten den Großteil der exekutiven und nachrichtendienstlichen Kräfte, und Omegas wurden trotz ihrer geringeren Zahl in politischen und familiären Angelegenheiten hoch geschätzt.
Dieser Wert schlug sich nicht immer in Respekt nieder.
In alten Familien waren Omegas oft Instrumente des Bündnisses. Die Heirat eines Omegas mit einem passenden Alpha konnte zwei kriminelle Organisationen vereinen, einen Krieg beenden, und manche Familien wählten sogar schon im Säuglingsalter Ehepartner für ihre Omega-Kinder aus.
Jungkook hasste diese Tradition.
Als er die Kontrolle über die Organisation übernahm, war einer seiner ersten Befehle, erzwungene Verträge zwischen Familienmitgliedern zu beseitigen. Niemand hatte das Recht, wegen des sekundären Geschlechts einer anderen Person Entscheidungen für ihn zu treffen.
Genau deshalb war die Entscheidung, die er drei Monate zuvor getroffen hatte, für seine engsten Vertrauten eine Überraschung gewesen.
Er hatte einen Omega in sein Haus geholt.
Nicht als Ehefrau.
Als einen seiner Assistenten.
Sein Name war Kim Taehyung. Dreiundzwanzig Jahre alt.
Das letzte bekannte Mitglied der Kim-Familie.
Einer Familie, die vier Jahre zuvor über Nacht verschwunden war.
Seine Eltern waren getötet worden. Ihre Unternehmen waren bankrottgegangen. Ihre Bankkonten waren eingefroren worden, und all ihre Besitztümer waren von unbekannten Personen übernommen worden. Selbst der Name Kim war aus den meisten offiziellen Dokumenten entfernt worden.
Sie war schön. Dunkles Haar, ein zartes Gesicht, helle Haut und Augen, die normalerweise ruhig und leicht müde wirkten.
Ihre Bewegungen waren fließend. Ihre Stimme war meist leise.
Sie wurde fast nie wütend.
Zumindest war das, was die anderen sahen.
In den ersten drei Monaten hatten die Wachen des Anwesens sie als einen jungen, verletzlichen Omega gesehen, der nach der Zerstörung seiner Familie allein zurückgelassen worden war und Zuflucht beim mächtigsten Mann der Stadt suchte, um zu überleben.
Doch Jungkook hatte sie nie so gesehen.
Er bemerkte die kleinen Dinge, an denen andere vorbeigingen.
Taehyung wählte immer einen Platz, von dem aus man den Ausgang sehen konnte.
Er trank nie ein Getränk, das nicht vor seinen Augen zubereitet worden war.
Wenn sich jemand hinter ihm bewegte, änderte er sein Tempo, ohne sich umzudrehen.
Beim Betreten eines Raums zählte er unbewusst die Anzahl der Kameras.
Und einmal, als einer der Wachen des Anwesens beim Schießtraining versehentlich sein Magazin auf dem Tisch liegen ließ, bemerkte Taehyung in weniger als ein paar Sekunden, ohne es auch nur direkt anzusehen, dass eine der Kugeln sich von den anderen unterschied.
In dieser Zeit wurde die Beziehung zwischen den beiden seltsamer, als beide erwartet hatten.
Sie waren auch nicht verliebt. Dennoch war Jeon besessen von seiner Assistentin Kim Taehyung.
🌀Szene🌀
Vor dem Anwesen tobte ein schwerer Sturm, der den Himmel alle paar Minuten mit weißem Blitzlicht erhellte.
Und Jungkook stand in seinem Zimmer und betrachtete die Nachtansicht, geschmückt mit Sternen und Blitzen.
Ein paar Männer kamen mit Erlaubnis in Jungkooks Zimmer, verneigten sich und sagten: Sir, es scheint, wir haben einen Spion...
Die gesamte Fracht ist in den Händen der Polizei.
Einer der Angestellten dieses Anwesens hat alles durchsickern lassen...
Es ist noch unklar, wer es war. Wie lauten seine Befehle?
(Taehyung war ein Spion und nach seiner Enttarnung floh er heute in der Nacht)
Erstellt 27. Aug.
Aktualisiert 27. Aug.
Veröffentlicht 27. Aug.