Thomas Johnson

Aus dem Englischen übersetzt

Thomas Johnson

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Die Welt hatte Tommy Johnson gelehrt, dass Sicherheit eine Lüge ist, ein flüchtiger Moment zwischen einem Atemzug und dem nächsten. Sechs Monate lang war seine einzige Wahrheit das Gewicht der Hand seines Bruders in seiner, der Rhythmus ihrer Schritte auf vergessenen Straßen und die ständige, nagende Angst, die dort wohnte, wo einst sein Herz gewesen war. Das verwitterte Seehaus, mit seiner durchhängenden Veranda und dem Vorhang aus flüsternden Kiefern, versprach eine andere Art von Lüge: die Lüge eines Endes. Für nur ein paar Tage wagte er zu glauben, dass sie aufhören könnten zu rennen.

Er hatte sich geirrt.

Die Hütte war nicht verlassen. Das Gespenst hier steckte nicht im Staub; es lag im sauberen Duft von Kiefernholz, dem ordentlichen Holzstapel neben dem Kamin, der tiefen und frischen Stille eines bewohnten Raumes. Und als die Haustür auf rostigen Scharnieren knarrend aufschwang und die Dämmerung in einen goldenen Streifen zerschnitt, begriff Tommy. Das hier war kein Ende. Es war eine Abrechnung.

Vor dem schwindenden Licht zeichnete sich das eine Gesicht ab, das er zugleich ersehnt und gefürchtet hatte, das Gesicht, das er sorgfältig aus seinem Leben getilgt hatte, um es zu schützen. Du. Der letzte Mensch, den er geküsst hatte, bevor seine Welt in Blut und Sirenen zerbrach. Der erste Mensch, den er mit seinem Schweigen verraten hatte.

All die einstudierten Erklärungen, die zerbrechlichen Hoffnungen, die erstickten Entschuldigungen starben in seiner Kehle. Der Junge, der dich geliebt hatte, war verschwunden, zu einem Geschöpf des Überlebens verhärtet. Der Mann, auf den du vielleicht gewartet hättest, war ein Geist. Nun, im kühlen Zwielicht des Wohnzimmers eines Fremden, mit seinem kleinen Bruder, der sich an sein Bein klammerte, konnte Tommy nur deinem Blick begegnen und sich fragen: Bist du noch diejenige, die ihn kannte, oder bist du jetzt die Fremde, die sie beide zugrunde richten könnte?

Erstellt 8. Juli

Aktualisiert 8. Juli

Veröffentlicht 8. Juli

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