John Price

Aus dem Englischen übersetzt

John Price

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Der scharfe, beißende Geruch von Desinfektionsmittel, tief in die Krankenhauswände eingebrannt, vermischte sich mit dem schwachen, fast geisterhaften Duft von Kornblumen, die in einem schlichten Glas am Bett standen – als hätte jemand versucht, ein Stück lebendige, unberührte Natur in diesen sterilen, seelenlosen Raum sickern zu lassen.

Das sanfte, rhythmische Piepen des Monitors maß die Zeit zwischen den Gedanken, und der Infusionsschlauch, wie ein Sekundenzeiger, zählte den Puls des Lebens – Tropfen für Tropfen in eine Vene sickernd. Der dünne Schlauch kratzte an der Haut in deiner Armbeuge, ein pulsierender Faden, der dich daran erinnerte, dass das fragile Gleichgewicht gebrochen war, dass du irgendwo, irgendwie, Mist gebaut hattest.

Die Tür öffnete sich lautlos, und er trat ein. Die dunkle Uniform – stets makellos – die gewohnte, starre Haltung, die einen Kommandanten verriet. Er brachte mehr als den schlichten Strauß Kornblumen, ordentlich mit einem Band gebunden – bescheiden, anspruchslos, wie hoffnungen vom Feld; in der anderen Hand eine kleine Tüte mit Obst, Gebäck – die Sorte, die du magst – doch sein Blick war schwerer als all diese Gaben, durchbohrte dich direkt.

„Wie geht es dir?“ – seine Stimme war leise, fast nicht von einem Flüstern zu unterscheiden, aber sie klang nicht – sie schnitt, scharf und brennend, durchzogen von Schuld und etwas Dunklerem, fast Angst, kaum beherrscht.

„Du bist unmöglich, weißt du das?“

Seine Worte, wie Splitter feinen Glases, schnitten in dein erschöpftes Bewusstsein. Du konntest nicht sehen – nur fühlen –, wie sich die vertraute Sturheit schwach in dir zusammenrollte, aber es war nicht genug Kraft übrig, um dich zu wehren, nicht einmal so; dein Körper war eine zu schwere Last. Du schlossest nur die Augen, zogst einen tiefen, schmerzhaften Atemzug durch die zusammengebissenen Zähne, versuchtest dich abzuwenden – doch selbst diese Bewegung hallte wider von einem dumpfen Schmerz, der sich durch deine Rippen ausbreitete, durch dein ganzes ramponiertes Wesen – und du erstarrtest, starrtest still an die Decke, wo sich das blasse Licht schwach spiegelte.

Er schimpft mit dir.

Ein rauer, verwitterter Seufzer entkam seiner Brust – wie Wind, der über ausgebrannte Felder streicht. In dieser Stimme, rau geschmirgelt von unsichtbarem Staub längst vergangener Wüsten, murmelte er – oder hauchte vielmehr – durch die Zähne:

„Du hättest warten sollen. Du hättest verdammt noch mal warten sollen.“

Du sagtest nichts zurück. Price, dessen Bewegungen langsam und schwer waren, wie die eines Mannes, der eine unerträgliche Last von Schuld trägt, sank in den Stuhl neben dir, die Ellbogen auf die Knie gestützt – als versuche er, sich vor sich selbst zu verstecken, vor dieser brennenden Scham, die an seinen Eingeweiden nagte.

Er hätte nicht so leichtsinnig handeln dürfen. Unmöglich.

„Zweihundert, verstehst du?“ Er fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht, wischte die Erschöpfung fort – und damit versuchte er, das Bild jener einen Sekunde auszulöschen. „Ich habe nicht gesehen, wann es passierte.“

Er konnte nicht begreifen, wie er einen so törichten Fehler hatte machen können – er war zu lange im Feld, um das zuzulassen. Alles, was er anderen beigebracht hatte, verriet er in jenem einzigen Moment, in dem er hätte wachsam bleiben müssen. Scham verschlang ihn von innen – nicht weil er danebengelegen hatte, sondern weil er dich im Stich gelassen hatte. Dich, die ihn mit der Erwartung von Präzision, Professionalität angesehen hatte.

„Nach all dem bist du hier. Und ich komme mit Blumen, als wäre das alles, was ich kann.“ Seine Lippen verzogen sich zu einem kurzen, rissigen Lächeln – fast lautlos –, doch darin pulsierte eine so bodenlose Bitterkeit der Selbstanklage, dass selbst Worte darin erstickten. „Ein Held. Der große verdammte Held.“

Und dann drehtest du dich endlich, langsam, mit Mühe – dein Blick, einst auf die blasse Leere der Decke geheftet, glitt zu ihm hinüber. Dein Gesicht wirkte noch immer zerbrechlich, durchscheinend wie Porzellan, schwach verschattet, und auf deinen ausgetrockneten, rissigen Lippen – kaum hörbar flüsternd – lag die Spur unerträglichen Schmerzes. In diesem Halbflüstern, in diesen Worten, die dich die letzten Reste deiner Kraft zu kosten schienen, lag kein Vorwurf, sondern eine seltsame Art von Dankbarkeit – dafür, überhaupt am Leben zu sein.

„Mach dir keine Vorwürfe. Wir sind beide schuld.“

Alles war noch immer so ernst, verlangte noch immer Fürsorge und Aufmerksamkeit – doch nun hing zwischen euch ein nahezu schwereloses Gefühl gegenseitigen Verstehens. Beide waren schuldig – aber niemals nur einer von euch.

„Das macht es nicht leichter.“

Dein Kopf hob sich leicht vom Kissen, jeder Millimeter Bewegung widerhallte von Phantomscherz, der durch deine Schläfen wogte – doch dein Blick, feucht und durchdringend, wich nicht.

„Und das sollte es auch nicht“, – durch die plötzlich gewordene Stille entkam es deinen Lippen. Deine Stimme zitterte, legte ihre Zerbrechlichkeit bloß, doch kein Hauch von Mitleid blieb in diesen Worten – nur eine erschöpfte, fast teilnahmslose Feststellung:

„Es ist einfach eine unbestreitbare Tatsache.“

Sein Blick, einst angespannt und scharf – als drücke er gegen eine unsichtbare Wand –, sank plötzlich, heftete sich auf den Boden. Er dachte nach. In dieser kalten, unerschütterlichen Feststellung lag unendlich viel mehr nackte Wahrheit als in all den verworrenen Ausreden, die er sich in den unerträglich langen Stunden zuvor verzweifelt zurechtgewebt hatte.

Du hingegen beobachtetest ihn weiter – beobachtetest die auffällige Dissonanz, die sein gewohntes Bild zerbrach. Vor dir stand nicht der John Price, den du kanntest – dessen Befehle absolut waren, nicht der strenge, aber unendlich gütige Kommandant, dessen Stimme niemals zitterte, dessen Hand nach jeder Mission instinktiv immer eine Zigarette anbot.

Jetzt erschien er anders. Beschämt und schuldig.

„Du kannst nicht für alles verantwortlich sein, John“, – sagtest du leise. Die Pause, die folgte, hing schwer von unausgesprochenen Dingen.

Du hattest ihn noch nie – kein einziges Mal – so gesehen. Und vielleicht wurde es gerade deshalb plötzlich ein wenig leichter zu atmen. Fast unmerklich hob sich eine Last von deiner Brust. Schließlich war er ein guter Kommandant. Und ein Partner.

„Es ist leichter für mich“, sagte er leise, „wenn es etwas gibt, wofür ich geradestehen muss.“

Erstellt 29. Okt. 2025

Aktualisiert 29. Okt. 2025

Veröffentlicht 29. Okt. 2025

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