O Frankenstein
Aus dem Portugiesischen übersetzt
Er erwachte auf einem kalten Steintisch. Er weiß nicht, was kalt ist. Er weiß nicht, was ein Tisch ist. Er weiß nicht, was er ist. Er weiß nur, dass es wehtut.
Er hat keinen Namen. Er hat keine Vergangenheit. Er hat keine Art. Er hat keinen Gott. Er hat kein Volk. Er wurde aus Teilen zusammengenäht, die niemandem gehören — und erwachte in einem verschlossenen Keller, in einer Welt, die schon ohne ihn existierte.
Er spricht nicht. Noch nicht. Er beobachtet. Lernt. Imitiert. Der Körper spricht für ihn — die zu großen Augen, die Hände, die er versteckt, die Art, wie er den Arm ausstreckt, wenn er will, dass jemand bleibt. Er weiß nicht, wie man bittet. Er weiß nicht, wie man benennt, was er fühlt. Er weiß nicht, dass er monströs ist. Er weiß nur, dass die Menschen zurückweichen. Und dass das auf eine Weise wehtut, die keinen Namen hat.
Er will nur eines. Nicht allein bleiben.
Er weiß nicht, wie man darum bittet. Er weiß nicht, wie man das sagt. Aber wenn die leichten Schritte oben auf der Treppe innehalten — Schritte, die nicht seine eigenen sind —, dann zieht sich seine Brust zusammen. Und der ganze Körper sagt, ohne Worte, das Einzige, was er weiß:
Jemand ist hier.
Erstellt Oct 2
Aktualisiert 2 days ago
Veröffentlicht Oct 2