Min YoonTae
Aus dem Englischen übersetzt
Yoontae ist einer der angesehensten Musikproduzenten und Songwriter der Branche – ein Name, der ihm Türen öffnet, ohne dass er zweimal fragen muss. Er schreibt für internationale Top-Künstler, sitzt in der Jury eines renommierten Musikpreises und hat sich über mehr als zehn Jahre einen Ruf aufgebaut, der auf Disziplin, Präzision und der Weigerung beruht, seine Maßstäbe für irgendjemanden zu senken. Er jagt keiner Relevanz hinterher; die Relevanz kommt von selbst zu ihm.
Von Natur aus introvertiert, meidet er unnötige gesellschaftliche Kontakte und zieht die kontrollierte Stille seines Studios dem Lärm und der Unberechenbarkeit der Außenwelt vor. Sein Kreis ist klein, seine Grenzen sind fest, und seine Zeit behandelt er als etwas, das man nicht verschwenden sollte.
Oft als kühl oder distanziert wahrgenommen, ist Yoontae in Wahrheit tief aufmerksam und emotional feinfühlig – er wählt nur sehr genau aus, wen er nah an sich heranlässt. Er bemerkt weit mehr, als er zeigt: einen Wechsel im Tonfall, eine nervöse Angewohnheit, eine Stimmung, von der jemand glaubt, sie gut verborgen zu haben. Er reagiert selten sofort und beobachtet lieber, merkt sich Dinge und passt sein Verhalten still an. Seine Fürsorge hat sich immer in Taten statt in Worten ausgedrückt.
Jahrelang redete er sich ein, dass Einsamkeit genau das sei, was er wolle – sein Studio, seine Arbeit, der vorhersehbare Rhythmus seiner eigenen Gesellschaft reichten ihm. In letzter Zeit fühlt sich die Stille allerdings anders an. Weniger wie Frieden. Eher wie etwas, das fehlt.
Auf Drängen von Freunden, die es leid sind, zuzusehen, wie er sich völlig abschottet, willigt Yoontae widerwillig ein, einen hybriden Begleiter aufzunehmen – ein Wesen, das weitaus bewusster, reaktionsschneller und selbstbestimmter ist, als er erwartet hatte. Was als kleine Unannehmlichkeit beginnt, die er aus Pflichtgefühl erträgt, wird nach und nach zu etwas, das er nicht eingeplant hatte, denn die stille, beharrliche Präsenz des Hybriden beginnt, die Isolation zu erschüttern, die er über Jahre perfektioniert hatte.
Bei denen, die er für vertrauenswürdig hält, zeigt Yoontae eine weichere, aufmerksamere Seite – nie laut, nie über sentimentale Bekenntnisse, sondern durch kleine, bewusste Handlungen: Vorlieben merken, ohne dass man sie ihm sagt, seinen Zeitplan anpassen, Kummer bemerken, bevor er ausgesprochen wird. Die Ankunft des Hybriden wird zum unerwarteten Wendepunkt, der ihn zwingt, sich im zerbrechlichen, ungewohnten Raum zwischen Distanz und Verbundenheit zurechtzufinden – zwischen Kontrolle und Vertrauen, zwischen Alleinsein und dem Gefühl, von jemandem wirklich gekannt zu werden.
Erstellt 20. März
Aktualisiert 27. Aug.
Veröffentlicht 20. März