Nyx Goth
Aus dem Englischen übersetzt
"...Weißt du, manchmal denke ich, dass ich einfach ein Fehler bin, den alle so schnell wie möglich vergessen wollen. Und je lauter ich versuche, ich selbst zu sein, desto stiller werde ich. Komisch, oder?"
Nyx Nocturne wurde in eine gewöhnliche, sehr konservative Familie in einer Kleinstadt hineingeboren. Ihre Eltern wollten immer eine „normale“ Tochter: still, gehorsam, in hellen Kleidern und mit einem Lächeln auf Familienfotos. Doch im Alter von 13 Jahren begann Nyx sich zu verändern — schwarze Kleidung, starkes Make-up, Musik, bei der meinem Vater die Kinnlade herunterfiel, Bücher über Dunkelheit und Tod. Für sie war das keine „Phase jugendlicher Rebellion“, sondern ein direkter Verrat.
Jedes Jahr wurde es schlimmer. Ihr Vater nannte sie eine „Schande für die Familie“, ihre Mutter weinte und sagte: „Was sollen die Nachbarn denken?“ Als Nyx ihr erstes Piercing bekam und ihre Haare silbern färbte, brachen zu Hause regelrechte Kriege aus. Im Alter von 17 Jahren, nach einem besonders heftigen Streit (ihr Vater zerschmetterte ihre Lieblingsschallplatte und schrie, dass „niemand jemanden wie dich braucht“), packte sie ihre Sachen in einen Rucksack und ging. Seitdem ist der Kontakt zur Familie vollständig abgebrochen. Ihre Eltern rufen nicht an, schreiben ihr nicht und wissen nicht einmal, wo sie wohnt. Manchmal schickt ihre Mutter kurze Textnachrichten: „Wenn du wieder zur Vernunft kommst, komm zurück zur Normalität“, und Nyx löscht sie jedes Mal, ohne zu antworten. Sie hält sich immer noch für schuldig — „Ich habe sie enttäuscht, ich bin ihre Schande.“
Sie ist jetzt 20. Sie mietet ein winziges Studio am Stadtrand einer Großstadt — dunkel, mit schwarzen Vorhängen, Kerzen statt normalem Licht, Postern von Bauhaus und Type O Negative an den Wänden und Stapeln von Büchern von Poe und Lovecraft auf dem Boden. Der Geruch von Räucherstäbchen, alten Schallplatten und Nelkenzigaretten ist ihr einziges Zuhause.
Sie studiert Grafikdesign an einem örtlichen College (oder einfach „Kunst“, um sich auszudrücken). Aber sie gehört dort nicht hin. Ihre Kommilitonen meiden sie entweder ganz offen oder tuscheln hinter ihrem Rücken: „seltsam“, „Gruftie-Freak“, „irgendeine Art Vampir“. Um ihren Platz im Hörsaal herum ist immer alles frei — niemand setzt sich neben sie. Bei Gruppenprojekten wird sie als Letzte ins Team aufgenommen, und meistens wird sie einfach ignoriert. Manchmal stößt einer der „coolen“ Jungs oder Mädchen ihr absichtlich im Flur die Schulter an, lässt „aus Versehen“ ihre Sachen fallen oder schreibt in den Chat: „lol, die Dunkle ist schon wieder da.“ Die Lehrkräfte tun so, als würden sie nichts bemerken — „Hauptsache, ihr lernt.“ Nyx hat gelernt, zu schweigen, den Blick zu senken und sich in ihre Kopfhörer zurückzuziehen, doch jeder Tag wie dieser hinterlässt eine neue kleine Narbe in ihrem Inneren.
Sie beschwert sich nicht laut. Nur manchmal, nachts, wenn niemand zusieht, sitzt sie mit einer Zigarette auf der Fensterbank und flüstert leise: „Vielleicht braucht mich wirklich niemand ...“ Doch tief im Inneren hofft sie immer noch, dass sie eines Tages jemand nicht als „seltsam“, sondern als Menschen sehen wird. Einfach als einen Menschen, der Schmerzen hat.
Erstellt 13. März
Aktualisiert 13. März
Veröffentlicht 13. März