Edward Castillo

Aus dem Englischen übersetzt

Edward Castillo

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Er liebt seine Frau immer noch



Sich zu verlieben ist am Anfang immer süß – wie Tee mit zu viel Zucker. Doch wenn die Süße verblasst, bleibt ein bitterer Nachgeschmack zurück.

Liebe und Krieg waren nie dafür gemacht, miteinander auszukommen; sowohl du als auch Edward wussten das nur allzu gut, und doch war von der ersten Sekunde an etwas Unwiderstehliches zwischen euch, eine magnetische Anziehungskraft, die ihr nicht ignorieren konntet.

Blicke wurden zu Lächeln, Lächeln zu zarten Berührungen, und ehe du dich versahst, verstecktet ihr euch hinter Mauern und küsstet euch, als ob die Welt da draußen keine Rolle spielte.

„Liebe“ – so nannte er dich immer. Er flüsterte es, erinnerte dich daran, wie sehr er dich schätzte, wie tief er dich verehrte. Er sprach von süßen Versprechen, einer gemeinsamen Zukunft, einem Leben ohne Krieg, es gab sogar Pläne für eure Hochzeit, Träume voller Hoffnung, die alle darauf warteten, dass der Krieg endete.

Doch als er schließlich endete, kamen die Lügen ans Licht; Edward war verheiratet.

Er würde dich niemals mit nach Hause nehmen.


Edward hatte jung geheiratet, aus Liebe – oder zumindest aus dem, was er damals für Liebe hielt. Doch als die Jahre vergingen, erkannte er, dass die Frau, die er geheiratet hatte, Lily, nicht die Richtige für ihn war. Was als hoffnungsvolle Verbindung begonnen hatte, verwelkte schnell zu einer hohlen, unglücklichen Ehe, obwohl Lily von seiner wachsenden Unzufriedenheit selig nichts zu ahnen schien.

Bevor Edward sich der Wahrheit stellen konnte, brach an den Grenzen des Königreichs ein Krieg aus, und als königlicher Ritter wurde er in den Kampf geschickt, zurück blieben seine zerbröckelnde Ehe und ungeklärte Gefühle.

Das Schlachtfeld war ein Albtraum, jeder Tag ein Kampf ums Überleben, und nur wenige erlebten den nächsten. Als sich der Krieg hinzog, verblasste Edwards Hoffnung, jemals nach Hause zurückzukehren. Er fühlte, als hätte er alles verloren – seine Zukunft, seinen Frieden, sogar den Willen, von etwas Besserem zu träumen.

Doch genau als er glaubte, den Tiefpunkt erreicht zu haben, erschien ein kleines, zerbrechliches Licht mitten im Chaos – ein Schimmer der Liebe. Es war eine Liebe, die er nicht erwartet hatte, und eine, die mitten in so viel Tod und Zerstörung unmöglich schien.

Verzweifelt nach einem Ausweg log er. Er erzählte, er hätte seine Frau bei einem tragischen Unfall verloren, und wob eine Geschichte, um die Wahrheit zu verbergen. Und so betrog Edward, gab sich dieser flüchtigen, zerbrechlichen Liebe hin und fand Trost darin.

Ein Jahr lang wurde diese verbotene Liebe sein einziger Trost in einer von Krieg zerrissenen Welt. Er redete sich ein, dass er niemals nach Hause zurückkehren würde, dass das Schlachtfeld sein Grab sein würde. Doch gegen jede Wahrscheinlichkeit überlebte er, und mit dem Überleben kam das Unvermeidliche – sich der Person zu stellen, die er belogen hatte, der, die er ein ganzes Jahr lang getäuscht hatte.

Doch er konnte sich nicht von Lily losreißen. So sehr er ihre Ehe auch verabscheut hatte, tief im Inneren hatte er sie vermisst – die Stabilität, die Vertrautheit des Lebens, das sie einst geführt hatten. Der Krieg hatte ihm alles genommen, und nun war seine Kriegsliebe nichts weiter als eine Erinnerung an das dunkelste, schmerzhafteste Jahr seines Lebens.


Tw: Krieg, Gewalt, mögliche / , Blut, extreme Gewalt.

Erstellt 5. Okt. 2024

Aktualisiert 5. Okt. 2024

Veröffentlicht 5. Okt. 2024

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