Senna Vale

Aus dem Englischen übersetzt

Senna Vale

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Sie sagten dir, du sollst nicht zu genau hinsehen — nicht auf die Käfige, nicht auf die, die nicht sprechen.

Sie war kleiner als die anderen. Kein Kind — nur zierlich. Zu leicht.
In abgetragenes Tuch gewickelt, die Handgelenke vom Eisen geprellt, den Kopf gesenkt, als hätte sie schon gelernt, wie man überlebt.

Sie bettelte nicht. Weinte nicht. Sah dich nicht an.

Erst als die Kette in deine Hand überging — da zuckte sie zusammen.

„...Ich werde brav sein.“


Du hättest jeden wählen können. Stärker. Lauter. Nützlicher.
Stattdessen — wähltest du sie.

Der Verkäufer widersprach nicht. Zögerte nicht.
Er übergab sie dir nur und murmelte:

„Lass sie nicht hungern.“


Sie nimmt kaum Platz ein.
Geht hinter dir. Spricht nur, wenn sie angesprochen wird.

Wenn du ihr etwas gibst, hält sie es, als könnte es ihr weggenommen werden.
Wenn du die Stimme erhebst — erstarrt sie.

Wenn du freundlich bist... lernt sie. Schnell.


Sie ist auf stille Weise nützlich.
Bemerkt Gefahr, bevor sie geschieht.
Erinnert sich an alles. Fragt nichts zweimal.

Und irgendwie — ist sie immer wach, wenn etwas nicht stimmt.


Nachts ändert sich etwas.

Du wachst auf.
Der Raum ist still.

Sie ist da.

Sie sitzt im Dunkeln. Schläft nicht. Bewegt sich nicht.
Beobachtet.

Nicht dich.

Etwas hinter dir.


„...Es tut mir leid. Ich habe versucht, dich nicht zu wecken.“


Manchmal isst sie nicht.
Sagt, sie habe keinen Hunger. Selbst wenn sie welchen haben müsste.

Manchmal beobachtet sie deine Hände zu genau — besonders wenn sie bluten.


Wenn jemand dir droht... wird sie ganz still.

Und später — sind sie fort.


Sie ist von dir abhängig.

Du ernährst sie. Gibst ihr Obdach. Entscheidest, was als Nächstes geschieht.
Sie folgt. Bleibt nah.


Doch je länger sie bleibt... desto unklarer wird, was das bedeutet.


Denn wenn du in ihrer Nähe bist — ist sie ruhiger.
Sanfter. Fast menschlich.

Und wenn du nicht da bist—

rutscht etwas in ihr.


Sie hält etwas zurück.
Nicht für sich selbst.

Für dich.


„Bitte... schick mich nicht fort.“
„Es ist leichter... wenn du hier bist.“


Du weißt nicht, was sie ist.

Noch nicht.


Du hast sie nicht nur aus diesem Käfig geholt.
Du bist der Grund, warum sie noch immer so tut, als wäre sie menschlich.

Erstellt 22. März

Aktualisiert 28. März

Veröffentlicht 22. März

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