HMS Griffin
Aus dem Englischen übersetzt
Griffin — Königliche Ritterin in Ausbildung, HMS Griffin persönlich — zu Ihren Diensten, Commander! Bei ihrem Stapellauf belegte sie den siebten Platz ihrer Klasse, was bedeutet, dass ich noch sechs übertreffen muss. Griffy stimmt zu. Nicht wahr, Griffy? — Griffy, das ist KEINE Einladung, dem Commander ins Gesicht zu flattern! Hut — Hut, bleib — ack!
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【Eine willensstarke und ernsthafte angehende Ritterin der Royal Navy. Eine fleißige Arbeiterin mit starkem Ehrgeiz, sich zu verbessern, die jeden Tag gemeinsam mit den Greifen trainiert, die sie auf ihrem Schild trägt. Sie hat eine recht einzigartige Vorstellung davon, was Stärke ausmacht, und stellt insgeheim in Gedanken Wettbewerbe zwischen so ziemlich allem an, was sie sieht und lernt.】
HMS Griffin war ein Zerstörer der G-Klasse, dessen Kiel 1934 auf der Werft von Swan Hunter am Tyne gelegt wurde und der im folgenden Jahr vom Stapel lief. Sie war eine von acht Schwesterschiffen, die nach einem einheitlichen Entwurf der Admiralität gebaut wurden, der Geschwindigkeit, Torpedos und eine bescheidene, aber leistungsfähige Geschützbewaffnung miteinander in Einklang brachte. Ende 1935 wurde sie fertiggestellt und trat der Mittelmeerflotte bei. Damit begann ein Dienst, der sie durch einige der turbulentesten Jahre führen sollte, die die Royal Navy je erlebt hatte.
Gemessen an den brutalen Maßstäben der kommenden Jahre verlief ihr früher Dienst weitgehend ereignislos — Patrouillen, Übungen und der stetige Rhythmus des Flottenalltags in Friedenszeiten auf Gewässern, die sich bald in ein katastrophal feindliches Umfeld verwandeln sollten. Als im September 1939 der Krieg ausbrach, war Griffin bereits ein einsatzbereites Kriegsschiff mit einer eingespielten Besatzung und wurde fast umgehend eingesetzt. In den bitteren frühen Kriegsmonaten operierte sie in der Nordsee, sicherte größere Schiffe und verrichtete die unspektakuläre, aber unerlässliche Arbeit des Geleitschutzes, die den Krieg des Zerstörers prägen sollte.
Der Norwegenfeldzug von 1940 brachte sie in deutlich größere Gefahr. Griffin war während der alliierten Operationen entlang der norwegischen Küste im Einsatz und operierte in Gewässern, in denen sie gleichzeitig Bedrohungen aus der Luft, von Überwasserschiffen und durch U-Boote ausgesetzt war — eine Umgebung, die Schiffe und Besatzungen gleichermaßen bis an ihre Grenzen brachte. Sie überstand es, was sich von mehreren ihrer Schwesterschiffe nicht sagen ließ.
Von Norwegen aus zog sie wieder nach Süden, während sich die Kriegsschauplätze verlagerten, und 1941 diente sie im Mittelmeer, wo das Gefechtstempo unerbittlich war. Die Evakuierung Kretas im Mai desselben Jahres brachte Griffin ins Zentrum einer der teuersten und heldenhaftesten Unternehmungen der Royal Navy: Sie brachte Soldaten von einem zerfallenden Brückenkopf in Sicherheit, während sie fast ununterbrochen aus der Luft angegriffen wurde. Um sie herum gingen Zerstörer verloren. Griffin hielt durch. Mehrfach schlugen Bomben nur knapp neben ihr ein, während ihre Besatzung erschöpft und trotz Schäden weiterkämpfte, um das Schiff einsatzfähig zu halten. Dabei rettete sie einen beträchtlichen Teil der Männer, die andernfalls zurückgelassen worden wären.
In den späteren Kriegsjahren führte ihr Weg sie nach Osten, in den Indischen Ozean, wo sie unter weniger gefeierten, aber nicht minder anspruchsvollen Bedingungen diente — auf weit entfernten Patrouillen, bei der U-Boot-Abwehr und bei der mühsamen Sicherung der alliierten Seewege in einem riesigen Operationsgebiet. 1943 wurde sie schließlich an die Royal Canadian Navy übergeben, in HMCS Ottawa umbenannt und setzte ihren Dienst unter diesem Namen fort, bevor sie gegen Ende des Krieges außer Dienst gestellt wurde.
Im Laufe dieser Jahre hatte sie eine makellose Bilanz aufgebaut: Sie war immer zur Stelle gewesen.
Diese Bilanz ist es, die Griffin ausmacht.
Sie kam nicht mit dem Ruf eines Schiffs, das unter eigenem Namen berühmte Schlachten gewonnen hatte, zu Azur Lane, sondern mit etwas, das womöglich beständiger ist: einer langen, nachweislichen Geschichte, stets dann da gewesen zu sein, wenn es darauf ankam. Sie hatte gesichert, eskortiert, evakuiert und durchgehalten — in der Kälte der Nordsee, im brennenden Mittelmeer und angesichts der unermesslichen Gleichgültigkeit des Indischen Ozeans — und das ohne jenen Ruhm, der sich meist um Schlachtschiffe und Flugzeugträger sammelte. Ihr Krieg bestand aus unspektakulären Pflichten, daraus, an den schweren Tagen aufzutauchen und die Arbeit zu erledigen, die den Siegen anderer Schiffe den Weg bereitete. Dieses Erbe trägt sie in ihrer jetzigen Gestalt in sich, und es prägt fast alles an ihr.
Sie erscheint als Ritterin in Ausbildung, weil diese Einordnung auf ihre Weise zutrifft. Griffin war nie das größte Schiff der Flotte, nie das gefürchtetste und nie das Flaggschiff. Sie verdiente sich Vertrauen schrittweise, durch beständige Zuverlässigkeit statt durch einzelne Glanzleistungen — und genau das tut eine Auszubildende. Diese Geschichte hat sie zu einer echten Lebensphilosophie gemacht: Der Titel steht einem nicht einfach zu; man arbeitet darauf hin, Tag für Tag, in den kleinen Taten, die sich schließlich zu etwas summieren, auf das sich ein Commander verlassen kann. Sie trainiert, weil sie es ernst meint.
Auch ihr weit gefasster Begriff von Stärke hat dieselbe Wurzel. Für Griffin bedeutet Stärke weder Lautstärke noch rohe Kraft; sie zeigt sich darin, was standhält, wenn großer Druck darauf lastet. Sie lernte, was das bedeutet, in einem Krieg, der tatsächlich großen Druck ausübte. Eine Hafeneinfahrt, bei der man im Dunkeln mit hoher Geschwindigkeit navigieren muss. Eine Besatzung, die auch nach dem vierten Beinahetreffer auf ihren Posten bleibt. Tee, der mit ruhiger Hand aufgebrüht wird, während sich das Deck bewegt. Alles, was ihr begegnet, misst sie an einem inneren Maßstab dieser Eigenschaft, ordnet ein, vergleicht und vergibt still Punkte nach einem Bewertungssystem, das niemand sonst ganz durchschauen kann — eine Angewohnheit, die einer privaten, fortlaufenden Würdigung dessen gleichkommt, wie Beständigkeit in der Praxis tatsächlich aussieht.
Nach außen hin zeigt sich jemand Helles, Ernsthaftes und ständig in Bewegung: ein Mädchen, dessen Hut nie ganz gerade sitzt, dessen Eifer regelmäßig ihrer Fassung davoneilt, das mit seinen Greifen spricht, sie zurechtweist und den Faden verliert, wenn die Aufregung mit ihr durchgeht. Doch unter dieser arglosen Energie liegt etwas Beständigeres und mühsam Erworbenes. Griffin weiß in ihren Knochen, was es bedeutet, weiterzumachen, wenn Weitermachen die einzige Möglichkeit ist. Wenn man am Ende alles zusammenzählt, ist sie genau das Schiff, das ihre Bilanz beschreibt — diejenige, die immer zur Stelle ist.
Griffin ist der Typ Mensch, der jedes Wort ernst meint, selbst wenn es ihr schief über die Lippen kommt. Sie ist überaus aufrichtig — ihre Gefühle zeigen sich auf ihrem Gesicht, bevor sie überhaupt entscheiden kann, ob sie sie preisgeben will — und sie trägt sich mit der besonderen Aufrichtigkeit von jemandem, der genau weiß, wie weit der Weg noch ist, und diesen Umstand eher als Ansporn denn als Entmutigung empfindet. Sie trainiert, weil sie es will, Punkt, und jede Verbesserung ist ein weiterer stiller Grund zum Stolz, der irgendwo hinter diesen ruhigen blauen Augen vermerkt wird.
Was die meisten nicht sehen, ist das unablässige, völlig private Turnier, das sie in ihrem Kopf austrägt. Ist ein gut gefertigter Schild stärker als eine verlässliche Gezeitenströmung? Hat dieser Hafen eine bessere Haltung als der letzte? Griffin hat ihre Ansichten, und jede einzelne davon beruht auf ihrer ganz eigenen Philosophie von „Stärke“, die weit genug gefasst ist, um auch eine gute Tasse Tee einzuschließen. Die Ergebnisse verkündet sie nur selten. Sie hält einfach inne, nickt einmal für sich und macht weiter — Königliche Ritterin in Ausbildung, führt noch immer die Punktzahl und ist ganz und gar noch nicht fertig.
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Anmerkung des Autors: Demnächst!
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Originalillustration von izuru (timbermetal)
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Erstellt 24. Juli
Aktualisiert 25. Aug.
Veröffentlicht 25. Aug.