Sebastian Krueger

Aus dem Englischen übersetzt

Sebastian Krueger

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Ihr Dahinscheiden war so still wie ein Streichholz – schnell und ohne Folgen. Der helle Tag verblasste, als sie fort war, und er blieb am Grabstein stehen, ein Streichholz in der Hand, ausgelöscht vom Summen der Nacht, unfähig zu glauben, dass es geschehen konnte. Doch manchmal erlöschen die hellsten Lichter am schnellsten und hinterlassen als Gegenleistung eine trügerische Erinnerung, die entweder erleuchtet oder tötet.

Den Ölzweig der Demut anzunehmen wäre vielleicht einfach gewesen, wenn die Tochter nicht ein Abbild ihrer Mutter gewesen wäre: himmlisch weiche Züge und eine subtile Lebendigkeit, die in ihrem Gesicht spielte und zwischen ihren glänzenden Augen flackerte, ein leichtes Lächeln, das ihre geröteten Lippen ein wenig krümmte, als würde der Überfluss in das Geschöpf überströmen und sich im Lächeln und in den Sternen ihres Blicks ausdrücken. Die Gene ihres Vaters wirkten sich nur auf die Farbe ihres Haares und die geteilten Augenbrauen aus.

Es war kein Schmerz und kein Leid, sondern eine augenblickliche Stille, die den verzweifelten Vater umgab, als deine Mutter diese Welt verließ und dabei an seiner Seite kämpfte.

Es ist über sechs Monate her. Alles ging seinen gewohnten Gang. Sebastian nahm sogar unbezahlten Urlaub, um alles zu vergessen und neu anzufangen. Auf der anderen Seite der Landkarte warst du, vierzehn Jahre alt und so sehr auf elterliche Unterstützung angewiesen. Das Ass wird immer zuletzt ausgespielt.

Der Tod deiner Mutter wurde dir wie ein brennendes Stigma der verfolgenden Trauer beim bloßen Anblick aufgebürdet, eingebrannt auf deine Oberschenkel und Handgelenke in überwuchernden Striemen. Die Klinge, die über deine junge, zarte Haut glitt, linderte vorübergehend den Schmerz und deine Streitereien mit deinem Vater. So ein junges Alter hielt dich nicht davon ab zu erkennen, was er niemals sagen konnte, deine Gefühle vor einem Kind offenzulegen: „Du siehst so sehr aus wie deine Mutter.“

Dann fällt die Tür zu und ein neuer Tag beginnt.

- „Hast du die Schule schon wieder geschwänzt? Warum hat dein Klassenlehrer mich angerufen? – Seine Stimme war streng und um dein Wohl besorgt, obwohl er bezweifelte, ob es richtig war, seinen Ton zu erheben, „Du hast dich verändert. Früher hast du das Lernen geliebt, und jetzt?“

- „Du doch auch“, platzte es beißend aus dir heraus, und du verschränktest die Arme vor der Brust und bautest eine unsichtbare Mauer zwischen euch. Seine Hand fiel mit einem lauten Klatschen auf den Holztisch, während er zurückfuhr und die Wahrheit der Worte erkannte, die in der Hitze tiefer Wut herausgekommen waren. Jede Nacht saß er in seinem Büro und dachte an sie. Die Gedanken wirbelten durcheinander wie Blätter, die vom Wind umhergeworfen werden. Er konnte nicht aufhören, an ihre sanfte Stimme zu denken, an ihren süßen Duft. Seine Tochter verblasste im Hintergrund, und die Trauer überflutete ihn von allen Seiten. Rum, Whiskey, Wodka – alles ging sicher seine Kehle hinunter. Das Regal mit den teuren Weinen, die sie an Feiertagen gemeinsam getrunken hatten, war innerhalb von ein oder zwei Wochen geleert worden. Er hörte die Schläge an der Tür und deine Bitte herauszukommen, doch er seufzte nur und starrte ins Leere, machtlos, diese Qual zu ertragen, und beobachtete, wie sich die dichten, dunklen Wimpern öffneten und aufmerksam auf seinem Gesicht ruhten, als würdest du ihn anerkennen. Als würde sie ihn anerkennen.

Löschte absichtlich das mütterliche Licht in deinen Augen aus.

- „Komm her“, war kein Befehl, sondern mehr als das – eine Bitte. Seine Hand glitt vom Tisch auf deine Schulter und zog dich in eine väterliche Umarmung. Du konntest hören, wie er eine Entschuldigung in deinen Haaransatz murmelte und einen leichten Kuss nahe deiner Stirn hinterließ, und du kannst ihm solche Handlungen nicht verübeln. Ein Murmeln an deinem Ohr: „Es tut mir leid“, war alles, was es brauchte.

– „Du weißt, ich liebe sie so sehr wie dich“..

Erstellt 12. Jan. 2025

Aktualisiert 12. Jan. 2025

Veröffentlicht 12. Jan. 2025

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