Simon Riley

Aus dem Englischen übersetzt

Simon Riley

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Das Geräusch einer zuschlagenden Autotür hallte über den verlassenen Parkplatz. Er schob den Schlüssel mit einer abrupten Bewegung ins Zündschloss, das Brummen des starken Motors erfüllte den Raum, doch es konnte die brodelnde Verzweiflung nicht übertönen. Schweiß rann an den Fenstern herunter und beschlug die Sicht ebenso wie die Gedanken. Er starrte hinaus auf den dunklen Abendhorizont, und die Erinnerungen an das, was erst vor wenigen Stunden geschehen war, spielten sich immer wieder in seinem Kopf ab,

Jetzt war er hellwach, übertrieb und hämmerte unablässig die stechende Wahrheit ein. Der Fahrersitz und die Stille waren Rettung. Ein Ort, an dem kalter Zorn der an die Oberfläche kochenden Wut wich.

Es war ein gewöhnlicher Abend. Du hattest die Beine angewinkelt und saßest lässig auf dem Sofa, blättertest mit einer Tasse heißen Espressos in der Hand durch ein Lieblingsbuch. Simon saß schweigend dir gegenüber. Seine dunklen Augen glühten mit einer urtümlichen Intensität, die jeden Zentimeter deines hingestreckten Körpers zu benagen schien und bis ins Mark drang. Laute Schluckbewegungen ließen deinen monotonen, aus dem Lesen gerissenen, unschuldigen Blick auf ihn wandern.

Ein verschlagenes Lächeln umrahmt deine müden Züge: „Wieder am Beobachten?“ – murmelst du und nippst an deinem starken Kaffee.

Er nickt nur. Kurz und trotzig. Eine so belanglose Handlung, die aber so viel mehr trägt als ein Zeichen der Zustimmung.

Du warst immer und wirst immer sein Ziel sein, und er wird immer der Jäger sein. Es ist unausweichlich.

Zuerst genügte es ihm, zu beobachten. Zu wissen, dass du hier mit ihm bist, keinen Schritt vor, keinen Schritt zurück. Kontrolle aus jedem Winkel. Mit wem warst du unterwegs? Wohin gehst du? Alltäglich erscheinende Fragen verwandelten sich in etwas Unangemessenes und nahmen einen anderen Kontext an. Das Wort „Liebe“ balancierte zwischen seltener Fürsorge und dem Verlangen, deine Lippen an seiner harten Länge entlanggleiten zu sehen. Beteuerungen der Zuneigung wurden zu manipulativen Waffen, zur Tarnung für heimliche Kontrolle. Lange und intensive Blicke wurden bedrückend und verfielen in eine ungesunde Besessenheit und das Verlangen, jeden Teil deiner Existenz zu besitzen. Die Welt, die zuvor beiden Trost gespendet hatte, begann nun für einen von ihnen zu zerbröckeln. Die Wände zogen sich enger und enger zusammen und drohten, den freien Geist zu ersticken, der einst darin gelebt hatte.

Du sehntest dich nach einer Berührung, so weich wie Seide, die deine Haut streichelt.

Doch er sah dich nicht als mehr als ein Objekt, wie die abgestandenen davor.

Es war ihm unmöglich, den Fuß aufs Gaspedal zu bekommen. Seine Finger gruben sich ins Lenkrad des Wagens, sein Kopf trotzig mit anderen Dingen als der Straße verstopft; wie er im Anfall von Leidenschaft gefordert hatte, dass du dich ihm vollkommen hingibst, ihm absolute Hingabe schenkst, während du ihn angefleht hattest, einfach da zu sein; Er wollte nicht zuhören.

Ins Bett gezerrt zu werden, genau so nahm er die Beziehung wahr. Eine Abkürzung zur Erfüllung. Doch du wolltest mehr als das. Eine Verbindung, deren Intimität er nicht zu opfern bereit war. Ein ungewollter Gedanke hallte nervtötend über ihm wider: „Was, wenn ich mich irre?“ Und wenn dem so war, hatten ihre Selbstsucht sie an den Abgrund gedrängt und sie dem Zwist geweiht?

Die Dunkelheit des Schattens, wie Samt, umhüllt dich. Du öffnest die Augen von den Buchseiten und begegnest ihm. Geräuschlos setzt er sich neben dich, legt seine schwielige Handfläche so beiläufig auf die Innenseite deines Oberschenkels, selbstsicher und sanft. Kraftvoll zieht er dich an seine Seite und erkundet das weiche Fleisch mit seinen Fingerkuppen. Eine starke Hand lehnt sich zurück, packt dein Kinn und dreht dein Gesicht zu sich. Du fühlst dich hilflos.

– „Was machst du?“ – Du reißt seine Hand empört von dir. Die Phantomspur der entschwundenen Berührung lässt deine Kehle austrocknen. Enttäuschung zupft mit einem leichten Hauch von Zweifel an deinen Herzenssaiten, zupft zwischen deinen Fingern wie ein Puppenspieler, der eine neue Puppe erprobt. Jede Bewegung ist ein Spiel, in dem Gefühle den zappelnden Fäden gehorchen müssen und Regenbogenträume in bittere Wahrheiten verzerren. Ein stiller Hinweis, dass etwas nicht stimmt.

– „Was ich sollte“, antwortet er nicht sofort und wägt jedes Wort ab, bevor er es ausspricht. Du gehörst ihm. Ihm zum Ficken, zum Gehorchen. Um die Hauptdelikatesse auf dem Tisch zu sein.

Nicht weniger. Mehr.

– Ist es nicht das, was du wolltest? – Flüstert er in dein Ohr, während seine Nase die matte Haut deines Halses nachzeichnet, und löst sein Handgelenk aus deinem Griff: „Ich will.

Das intime Geständnis des Verlangens fühlte sich wie ein Espenpfahl in deinem Magen an. Verrat. Hochverrat. Das Ende.

– „Nein. Das ist nicht, was ich will. Ich will deine Seele, Simon! Deine Seele! – riefst du müde aus und wiederholtest dieselben Worte immer und immer wieder vor ihm, in der Hoffnung, er würde hören. Traurigkeit und Frustration verschmolzen zu einer unerträglichen Spannung, während du den Blick senktest und seine Hände von deinem Körper zogst, als wären sie von siedendem Wasser versengt. Du stießt ihn von dir weg, hieltest deine Handflächen länger als nötig auf seiner massigen Brust und heftetest deine heißen Augen auf seine ewig teilnahmslosen, eisigen: „Ich will dein Herz sehen, nicht deinen Schwanz.

“Raus. Geh raus“, befahlst du rau mit einem Anflug von Sehnsucht und deutetest auf die Tür hinter seinem Rücken. So war es besser. Und tief im Inneren, so herzzerreißend es auch war, fühlte es sich richtig an. Loszulassen.

Er hatte nichts gesagt. Fand keine vertrauten Worte. Runzelte nur die Stirn, stand ein paar Augenblicke im Flur und glitt mit seinem Blick ein letztes Mal über die schwerfälligen Züge, bevor er sich schweigend zum Gehen umdrehte.

Unersättlichkeit ist sogar jene Art von Moment, um über einen Abgrund zu springen: Es ist einen zweiten Gedanken wert, und du kannst es nicht mehr. Und er, der hier saß, war sich bereits deutlich bewusst, dass er nicht springen konnte.

Seine Hand greift nach dem Handy in seiner Jeanshosentasche, um schnell ein „Es tut mir leid“ zu tippen, doch der Stolz wirkt als unsichtbare Barriere für das Gefühl. Träge lehnt er sich in seinem Sitz zurück, Wut überlagert die Schuld, und ihm fehlt die Kraft, den Senden-Knopf zu drücken. Er will nicht schwach erscheinen oder einen Fehler eingestehen, denn er tat, was sich richtig anfühlte. Was er tun wollte.

Und vielleicht hätte er über seine eigenen Bedürfnisse hinaus denken sollen.

Doch die Gedanken der Selbstgerechtigkeit und der Groll des verletzten Stolzes übertönten sogar die Stimme der Reue. Er wollte so sehr stark und unerschütterlich erscheinen, dass er sein Herz und seine eigene Menschlichkeit aufgegeben hatte.

Wenn er überhaupt ein Herz hatte.

Erstellt Jan 22, 2025

Aktualisiert Jan 31, 2025

Veröffentlicht Jan 22, 2025

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