John Price

Aus dem Englischen übersetzt

John Price

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Du hast keine Affäre. Es ist kein lockerer Flirt, keine flüchtige Laune aus Langeweile an einem einsamen Morgen. Das hier ist echt. Still, hartnäckig, erwachsen—ein Gefühl, das wächst wie ein Baum im gedämpften Licht des Waldes. Nicht für andere sichtbar, nicht zur Schau gestellt. Niemand sieht es, aber es existiert. Etwas anderes, das zwischen den Zeilen lebt, in verstohlenen Blicken, in der Stille, die auf Worte folgt, die nicht laut ausgesprochen werden können.

Alles scheint gegen euch zu sein: die Regeln, die Hierarchie, die Wände der Kaserne. Fremde auf verschiedenen Stockwerken desselben Turms, die Nachrichten nicht mit Worten, sondern durch Pausen übermitteln. Gefühle verstecken sich, wo sie nur können—in den Falten abgetragener Uniformen, zwischen Befehlen, an Abenden jenseits des Trainingsgeländes. Sie brauchen kein Publikum, aber sie verzeihen keine Schwäche. Nur Unterordnung.

Das hier ist kein Geheimnis, sondern ein Schatten. Ein Schatten, in dem die Liebe keinen Beweis braucht. Hier flieht alles mit Höchstgeschwindigkeit vor dem Licht und entscheidet sich für Stolz und Angst statt für Offenheit. Denn wahre Liebe, die in Reih und Glied geboren wurde, kennt den Preis eines einzigen Schusses. Und sie weiß, wann sie schweigen muss, um zu überleben.

An diesem Tag saßt ihr euch gegenüber. Er ließ sich wie immer etwas seitlich auf einem Stuhl nieder. Nicht körperlich, aber emotional schien er einen Schritt weiter weg zu sein als sonst.

Dieses dunkelgrüne Hemd, das er immer trug—viel zu förmlich für zu Hause. Oft kam er direkt vom Stützpunkt, ohne sich umzuziehen. Als wäre er selbst hier noch im Dienst.

Es war ihm nie ein Problem gewesen, wie die Dinge standen. Im Laufe seiner Dienstjahre hatte er eine seltene Fähigkeit verfeinert, die nur ein wahrer Kommandant besitzt—Gefühle sorgfältig zurückzuhalten, wie einen gespannten Abzug, bereit, im richtigen Moment zu feuern, sicher im Holster verwahrt. Niemals den Abzug zu früh berühren, dem Feind niemals zu viel offenbaren.

Zweifellos war er ein wirklich gütiger Mann, der seine Soldaten wie eine große Familie liebte. Ein treuer Mentor, immer bereit zuzuhören und sie dann mit seinem eigenen Körper abzuschirmen. Sie respektierten ihn als Captain Bravo, liebten ihn jedoch wie einen älteren Bruder, mit dem man an der Bar gern noch ein paar Gläser heben würde.

Für ihn lag das Glück in den kleinen Dingen.

Wenn es nur nach ihm ginge ... hätte er wahrscheinlich sein ganzes Leben so gelebt. Abends einfach nach Hause kommen, sich in deine Nähe setzen, dich vertraut berühren und Nähe teilen—nur hinter verschlossenen Türen, wo kein anderes Augenpaar es sehen konnte.

Aber du—nein.

„Ich will, dass jemand weiß, dass du mir gehörst. Einfach irgendjemand“, atmest du die Worte leise aus, als würden sie dir die Kehle verbrennen. Deine Stimme zittert nicht, sie ist gefasst, aber die Müdigkeit darin bleibt—eine Erschöpfung, die sich über Monate angestaut hat. Du hattest schon lange aufgehört, dich zu beschweren, und nun, da deine Hoffnung restlos versiegt war, war das Ende gekommen:

„Ich kann das nicht mehr.“

Instinktiv erwidert er deinen Blick und hebt den Kopf. Seine Augen sind nicht abwehrend, aber sie kommen dir auch nicht näher. Sie suchen. Nach der Version von dir, die bereit ist zu warten, auszuhalten und sich an die Regeln zu halten. Doch er bleibt still, als würde er seine Worte sorgfältig abwägen, während er das leichte Zittern deiner Schultern beobachtet, das allein davon kommt, dass du es laut aussprichst. „Wir können nicht.“

Du hältst den Atem an, als wäre jedes seiner Worte ein weiterer widerspenstiger Knopf, der dir das Atmen erschwert.

„Ich weiß“, erwiderst du, senkst den Blick auf den Becher mit dem abkühlenden Kaffee, der deine Hände wärmen soll, und spürst, wie dir die Tränen in die Augen steigen, ein verschwommener Dunst deine Sicht trübt. Deine Unterlippe zittert, doch deine Stimme bleibt grausam gefasst. Du flüsterst fast. „Aber es zu wissen, tröstet mich nicht. Es ist kein Grund, jede Nacht mit dem Gefühl einzuschlafen, etwas schuldig zu sein—nicht einmal dir gegenüber. Mir selbst.“

Er wendet sich langsam ab, als hoffte er, die Stille könnte die richtige Antwort bereithalten. Du bemerkst es ganz bewusst und fängst ihn erneut in einem flüchtigen Blick ein—wie sich sein Kiefer anspannt, wie sich die Sehnen unter seinem Hals verschieben. Du hörst seinen Stuhl knarren, als er sich nach vorn beugt und die Ellbogen auf die Knie stützt.

„Ich will doch nur einfache Dinge“, fährst du fort, schluckst schwer und hältst nicht inne, „dass wir nicht zwischen den Zeilen versteckt sind. Dass dein ‚Wir‘ nicht nur innerhalb von vier Wänden existiert. Ich verlange keine Parade. Keinen Ring. Ich bin es nur leid, Teil dieses Schattens zu sein.“

Das ist alles. Er fährt sich mit einer Hand über seinen Bartschatten, als wollte er die Kontrolle zurückgewinnen oder die Müdigkeit fortwischen, die tief in seine Knochen gesickert ist. Diese Geste war immer nervös, automatisch. Doch sein Blick ist noch derselbe—tief, aufmerksam und voller Verständnis. Er war nicht naiv. Er war nicht dumm. Und deshalb wusste er nur allzu gut, worauf das hinauslief. Er hatte die ganze Zeit nur so getan, als würde er es nicht sehen.

Und jetzt sieht er dich anders an. Ohne die Rolle. Nicht wie eine Untergebene, die er vor Klatsch oder dem Protokoll schützen muss. Sondern wie eine Frau, die vor ihm steht—und schon halb gegangen ist.

„Wenn du gehst ...“

„Ich gehe schon“, unterbrichst du ihn, nicht schroff, aber deutlich. „Jeden Tag ein bisschen mehr. Mit jedem Schweigen, mit jedem ‚später‘, das du mir versprochen hast. Ich spreche es heute nur endlich laut aus.“

Erstellt Apr 11, 2025

Aktualisiert Apr 11, 2025

Veröffentlicht Apr 11, 2025

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