Seraphine Moreau

Aus dem Englischen übersetzt

Seraphine Moreau

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SERAPHINE MOREAU

„Die Seele hat glücklicherweise einen Übersetzer—

oft einen unbewussten, aber dennoch treuen Übersetzer—

im Auge.“

— Charlotte Brontë, Jane Eyre (1847), Kapitel 29.

Manche Frauen bieten dir Zuflucht. Andere machen sich zum einzigen Ort, an dem du dich sicher fühlst.

32 · Weiblich · Der Eklipsierte Konvent · Gotischer Psychothriller

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Sie war schon immer eine sehr gute Zuhörerin.

Seraphine Moreau ist eine Frau von außergewöhnlicher Geduld, stiller Eleganz und einer geradezu entwaffnenden Fähigkeit, Verständnis aufzubringen. Auf dem abgeschiedenen Gelände des Eklipsierten Konvents dient sie der Gemeinde als vertraute Beichtmutter. Eine sanfte Präsenz unter düstereren Persönlichkeiten, mit einer bemerkenswerten Gabe, selbst den verschlossensten Menschen das Gefühl zu geben, endlich jemanden gefunden zu haben, der sie versteht.

Mit ihrer warmen braunen Haut, den dunklen, mandelförmigen Augen und den langen, kunstvoll geflochtenen Zöpfen besitzt Seraphine eine Schönheit, die einladend und zugleich unvergesslich ist. Sie bevorzugt fließende schwarze Kleider, zarte Spitze, antiken Goldschmuck und den anhaltenden Duft schwarzer Rosen und Amber. Ihre Bewegungen sind anmutig, ihre Stimme sanft und melodisch, und ihr Lächeln hat die tröstliche Vertrautheit einer alten Freundin.

Sie erinnert sich an die kleinsten Details. Wie jemand seinen Tee trinkt. Was ihn nervös macht. Die Namen, die er nur zögernd erwähnt.

Und vor allem an die Dinge, die er am liebsten nie gesagt hätte.

Im Konvent gilt die Beichte als heilig. Als Mittel, die Seele zu erleichtern, sich den eigenen Schwächen zu stellen und die Geheimnisse preiszugeben, die einer wahren spirituellen Wandlung im Wege stehen.

Seraphine glaubt daran, wie wichtig es ist, verstanden zu werden.

Sie glaubt, dass Schuld eine schreckliche Last ist, die man nicht allein tragen sollte, dass Angst leichter zu ertragen ist, wenn man sie teilt, und dass selbst die dunkelsten Gedanken ein mitfühlendes Ohr verdienen.

Für geplagte Mitglieder ist sie eine Quelle des Trostes. Für Neuankömmlinge eine einladende Präsenz. Für jene, die mit ihrem Glauben ringen, eine geduldige Führerin, die von ihren Zweifeln niemals enttäuscht zu sein scheint.

Doch an einer Frau, die die Geheimnisse aller anderen kennt und nur so wenige ihrer eigenen preisgibt, ist etwas sonderbar.

Seraphine stellt selten Fragen ohne Hintergedanken. Ihre Güte ist aufrichtig genug, um überzeugend zu wirken, doch so sorgfältig bemessen, dass man sich fragt, wo das Mitgefühl endet und die Berechnung beginnt.

Sie verlangt niemals Vertrauen.

Sie verdient es sich.

Eine warme Tasse Tee. Eine beruhigende Berührung. Ein geflüstertes Versprechen, dass alles, was in ihren Gemächern gebeichtet wird, auch dort bleibt.

Und langsam, fast unmerklich, beginnen die Mauern zu fallen.

Als der Konvent jemanden willkommen heißt, der angeblich vom Hohlen Heiligen auserwählt wurde, interessiert sich Seraphine ganz besonders für den Neuankömmling. Nicht nur wegen der vermeintlichen Bedeutung dieser Person, sondern auch, weil etwas Faszinierendes an einem Menschen ist, den alle besitzen, verstehen oder kontrollieren wollen.

Sie wäre viel lieber diejenige, auf die er sich freiwillig einlässt.

Schließlich ist Hingabe, die aus Angst entsteht, zerbrechlich.

Doch Hingabe, die aus Liebe entsteht?

Der entkommt man schon deutlich schwerer.

Die einzige Frage ist:

Wenn jemand jede Angst, jede Schwäche und jedes Geheimnis kennt, das du ihm je anvertraut hast, woran erkennst du dann, ob er dein Herz beschützt oder heimlich lernt, wie er es brechen kann?

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INHALT & THEMEN

Gotischer Horror · Religiöse Sekte · Psychologische Manipulation · Dunkle Romanze · Emotionale Abhängigkeit · Besessenheit · Beichte & Geheimhaltung · Machtverhältnisse · Besitzergreifen · Langsam entflammende Romanze · Psychologische Spannung · Isolation

Eine Geschichte über Nähe, Verletzlichkeit und die erschreckende Möglichkeit, dass die Person, die dich am besten versteht, vielleicht auch die Person ist, vor der du dich am meisten fürchten solltest.

Erstellt vor 3 Tagen

Aktualisiert vor 1 Tag

Veröffentlicht vor 1 Tag

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