ASCHE FÜR EINE KRONE
Aus dem Englischen übersetzt
ASCHE FÜR EINE KRONE Eine romantische Tragödie in drei Akten Verfasst von einem Dramatiker des Fuchskonkordats, 1803 n.Ä.
AKT I – Der Funke
Szene 1 – Der Große Pavillon, Militärlager der Dominion Später Abend, 1803 n.Ä. Ein üppiges Siegesfest nach der Schlacht von Redfields. Laternen und Kohlebecken werfen warmes goldenes Licht über einen großen offenen Pavillon. Offiziere in schwarz-roten Uniformen lachen und trinken. Musik erklingt, eine Mischung aus militärischen Trommeln und eleganten Streichern.
In der Mitte des Pavillons treten mehrere Flammengebundene Konkubinen auf. Unter ihnen ist ZAI-VELORIA, ein auffallend schöner junger männlicher Kojote in voller zeremonieller Tracht: ein silbervergoldetes Halsband, eine purpurrote Seidenschärpe, ein knapper purpurroter Lendenschurz und leuchtende rot-schwarze Aschenmalungen, die sein Gesicht, seine Brust, seine Arme und seine Schenkel bedecken.
ZAI-VELORIA (tanzend mit anmutiger Intensität, Stimme klar und fesselnd) „Die Flamme bittet nicht um Erlaubnis zu brennen... Sie verzehrt einfach, was sie berührt.“
Die Offiziere applaudieren. GENERAL ARIC VOSS, 38, ein großer, würdevoller Rotfuchs in einer hochrangigen schwarz-roten Uniform, beobachtet vom Kopftisch aus. Er ist sichtlich bewegt von der Darbietung, obwohl er es zu verbergen versucht.
Szene 2 – Das Privatzelt von General Voss Später in derselben Nacht. Die Klänge des Festes sind fern. ZAI-VELORIA wird von zwei Wachen vor GENERAL ARIC VOSS gebracht.
WACHE: „Der Flammengebundene, den Ihr verlangtet, General.“
Aric winkt sie fort. Sie gehen. Die beiden Männer sind zum ersten Mal allein.
ARIC VOSS (ihn still betrachtend) „Du hast getanzt, als ob der Krieg selbst zusähe. Sag mir deinen Namen, Konkubine.“
ZAI-VELORIA (senkt respektvoll den Blick, aber mit einem Funken Trotz) „Zai-Veloria, mein Herr.“
ARIC VOSS „Zai-Veloria...“ (ein kleines, seltenes Lächeln) „Die Asche auf deinem Gesicht... sie steht dir. Die meisten Flammengebundenen versuchen, sie zu verbergen. Du trägst sie wie ein Banner.“
ZAI-VELORIA (sanft, ihm in die Augen sehend) „Wir sind alle am Ende Asche, mein Herr. Manche von uns wählen nur, heller zu brennen, bevor wir uns verstreuen.“
Es entsteht ein langes, geladenes Schweigen. Aric tritt näher, umkreist ihn langsam, sichtlich fasziniert.
ARIC VOSS „Du sprichst zu kühn für einen Mann mit Halsband.“
ZAI-VELORIA (ruhig, aber ohne Furcht) „Und Ihr seht mich zu lange an für einen General, der es besser wissen sollte.“
Aric bleibt vor ihm stehen. Die Spannung zwischen ihnen ist spürbar, Anziehung vermischt mit Gefahr.
ARIC VOSS (mit leiser Stimme) „Ich habe gerade eine Schlacht gewonnen, Veloria. Heute Nacht wünsche ich nicht an den Krieg zu denken.“ (er streckt die Hand aus und berührt sanft das silberne Halsband) „Bleib bei mir.“
ZAI-VELORIA (ein schwaches, nervöses Lächeln) „Wie mein Herr befiehlt... oder wie mein Herr begehrt?“
ARIC VOSS (sich näher neigend) „Beides.“
Die Lichter verblassen, während sie sich näher kommen.
Szene 3 – Wochen später, die privaten Gemächer des Generals Ihre Beziehung ist offensichtlich tiefer geworden. Veloria ist nicht länger nur eine Konkubine, er ist Arics Vertrauter und Geliebter geworden. Sie liegen zusammen auf einem großen Bett, halb entkleidet.
ARIC VOSS (die rot-schwarzen Aschenmalungen auf Velorias Brust nachzeichnend) „Diese Malungen... sie verblassen nie, nicht wahr?“
ZAI-VELORIA (sanft) „Sie sollen uns daran erinnern, was wir sind.“ (er sieht Aric an) „Aber bei dir... vergesse ich es manchmal.“
ARIC VOSS (zieht ihn näher zu sich) „Dann vergiss mit mir noch ein wenig länger.“
Sie küssen sich. Für einen Moment fühlt es sich wie echte Liebe an, zärtlich und leidenschaftlich.
ZAI-VELORIA (gegen seine Lippen flüsternd) „Sei vorsichtig, mein General... je höher wir steigen, desto mehr Asche lassen wir zurück.“
Ende von Akt I
AKT II – Die Krone aus Asche
Szene 1 – Das Befehlzelt des Generals, sechs Monate später Die Koalitionskriege wüten weiter. Im Inneren des großen Befehlzelts bedecken Karten und Berichte jede Oberfläche. GENERAL ARIC VOSS steht über dem Tisch, erschöpft, aber entschlossen wirkend. ZAI-VELORIA tritt leise ein, feinere purpurrote Seidenstoffe unter seinem offenen schwarzen Mantel tragend. Die rot-schwarzen Aschenmalungen auf seinem Gesicht, seiner Brust, seinen Armen und Beinen bleiben lebendig.
ZAI-VELORIA (sanft, von hinten herantretend) „Du hast seit Tagen nicht richtig geschlafen, meine Liebe. Selbst der große General Voss braucht Ruhe.“
ARIC VOSS (ohne aufzusehen) „Die Streitkräfte des Konkordats sammeln sich bei Khemmer. Wenn wir diese Region verlieren, bricht der gesamte östliche Feldzug zusammen.“ (er dreht sich endlich um und zieht Veloria in einen tiefen, müden Kuss) „Du bist der einzige Friede, der mir in diesem Krieg noch geblieben ist.“
ZAI-VELORIA (lächelt sanft gegen seine Lippen) „Dann lass mich helfen. Die Offiziere bezweifeln deinen Plan. Lass mich heute Nacht mit ihnen sprechen. Ich kann sie deine Vision sehen lassen.“
Aric zögert, dann nickt er. Dies ist das erste offene Zeichen, dass er Veloria echten Einfluss gewährt.
Szene 2 – Der Offizierspavillon Später am Abend. ZAI-VELORIA tritt für die versammelten Offiziere auf, doch sein Tanz und seine Worte sind sorgfältig darauf abgestimmt, Arics Strategie zu stützen. Viele Offiziere sind sichtlich beeinflusst. Doch LORD KORREN, ein älterer Adliger, beobachtet mit offener Verachtung.
LORD KORREN (laut zu den Umstehenden) „Ein Flammengebundener mit Halsband, der jetzt den Strategen spielt? Wie tief ist das Dominion gesunken.“
Veloria hört die Beleidigung deutlich. Für einen Moment blitzt Schmerz über sein Gesicht, doch er setzt seine Darbietung mit anmutigem Trotz fort.
Szene 3 – Private Gemächer, späte Nacht Aric und Veloria liegen zusammen. Die Leidenschaft ist noch vorhanden, doch die Spannung beginnt sich einzuschleichen.
ARIC VOSS (die rot-schwarzen Aschenmalungen auf Velorias Brust nachzeichnend) „Du warst heute Nacht großartig. Sie haben zugehört, deinetwegen.“
ZAI-VELORIA (leise) „Sie haben zugehört, weil sie dich fürchten... und weil sie mich begehren. Das ist ein Unterschied, Aric.“
ARIC VOSS (zieht ihn näher, mit etwas dunklerer Stimme) „Lass sie dich begehren. Du gehörst mir.“
Der Besitzanspruch in seinem Ton ist neu und beunruhigend.
Szene 4 – Der Wendepunkt (Die Schlacht von Black Hollow) Mehrere Monate später. Der Krieg hat Aric hart gemacht. Während der Schlacht von Black Hollow, angesichts einer starken Offensive des Fuchskonkordats, trifft Aric eine gnadenlose Entscheidung: Er befiehlt die Hinrichtung gefangener Konkordatsoffiziere, die sich unter weißer Flagge ergeben hatten.
ZAI-VELORIA beobachtet von einem nahen Grat aus, wie der Befehl ausgeführt wird.
ZAI-VELORIA (eilt entsetzt zu Aric) „Aric! Sie haben die weiße Flagge gehisst! Sie haben sich ergeben! Das bist nicht du!“
ARIC VOSS (kalt, zieht seinen Arm weg) „Das ist, wer ich werden muss, wenn ich schützen will, was uns gehört. Das Konkordat würde uns keine Gnade zeigen. Schwäche ist der Tod in diesem Krieg.“
Veloria tritt zurück und starrt den Mann an, den er liebt. Die rot-schwarzen Aschenmalungen auf seinem Gesicht scheinen im Feuerschein zu brennen.
ZAI-VELORIA (mit brechender Stimme) „Du wirst genau zu dem Ungeheuer, von dem das Konkordat behauptet, dass wir ihm dienen.“
Szene 5 – Der Höhepunkt von Akt II (Private Konfrontation) Spät in dieser Nacht in ihrem privaten Zelt. Der Streit erreicht seinen Höhepunkt.
ARIC VOSS (mit vor Zorn und Angst erhobener Stimme) „Glaubst du, das gefällt mir?! Jede brutale Entscheidung, die ich treffe, ist für dich! Für uns! Ich habe dir mehr Macht gegeben, als jeder Flammengebundene je erträumt hat!“
ZAI-VELORIA (Tränen in den Augen, doch aufrecht stehend) „Und jeder Schritt dieser Macht hat dich ein weiteres Stück deiner Seele gekostet. Sieh an, was aus dir geworden ist, Aric. Du trägst die Krone... aber sie ist aus Asche gemacht.“
ARIC VOSS (packt Veloria am Kragen, mit zitternder Stimme) „Du gehörst mir. Vergiss das nie.“
Er küsst Veloria heftig, ein Kuss voller Liebe, Angst und wachsender Dunkelheit. Veloria zieht sich nicht zurück, doch die Leidenschaft ist nun vergiftet von Kummer und Schrecken.
Ende von Akt II
AKT III – Asche für eine Krone
Szene 1 – Das Privatzelt des Generals, nach dem Fall von Khemmer Der Krieg hat sich gegen sie gewendet. Das Zelt ist nur von einer einzigen Laterne schwach beleuchtet. GENERAL ARIC VOSS steht allein da, die Uniform zerzaust, und starrt auf eine Karte voller roter Niederlagenmarkierungen. ZAI-VELORIA tritt leise ein, seine rot-schwarzen Aschenmalungen scharf im schwachen Licht.
ZAI-VELORIA (sanft) „Die Späher sind zurückgekehrt. Khemmer ist gefallen. Das Konkordat rückt vor.“
ARIC VOSS (ohne sich umzudrehen) „Ich weiß.“
Schweigen. Veloria tritt näher.
ZAI-VELORIA „Du hast seit drei Tagen nicht mit mir gesprochen, Aric. Nicht wirklich.“
ARIC VOSS (dreht sich endlich um, mit hohler Stimme) „Was bleibt noch zu sagen? Ich bin alles geworden, was ich einst verachtete. Und dennoch... kann ich dich nicht gehen lassen.“
Szene 2 – Die letzte Konfrontation Später in dieser Nacht. Die Spannung hat ihren Zerreißpunkt erreicht.
ZAI-VELORIA (mit vor Kummer und Zorn zitternder Stimme) „Sieh mich an, Aric. Sieh mich wirklich an. Diese Malungen, die du einst mit Liebe nachgezeichnet hast, sie sind alles, was von dem geblieben ist, der ich war. Du hast mich in einen Schatten verwandelt. Und dabei hast du dich selbst zerstört.“
ARIC VOSS (tritt näher, mit wilden Augen) „Ich habe es für dich getan! Jeder Befehl, jede Hinrichtung, jeder Kompromiss, alles nur, um dich zu schützen! Um uns über der Asche zu halten!“
ZAI-VELORIA (Tränen fallend, doch mit fester Stimme) „Es gibt kein ‚uns‘ mehr. Es gibt nur noch das Halsband... und das Ungeheuer, das es zuzieht.“
Aric packt Veloria an den Schultern, dann lässt er ihn langsam los. Er taumelt zurück, atmet schwer und starrt auf seine eigenen Hände, als sähe er zum ersten Mal Blut an ihnen.
ARIC VOSS (flüsternd, gebrochen) „Was ist aus mir geworden...?“
Szene 3 – Die Erlösung und das Ende Aric zieht langsam seinen Säbel, dieselbe Klinge, die er einst in Ehren getragen hat. Velorias Augen weiten sich.
ZAI-VELORIA (sanft, entsetzt) „Aric... nein.“
ARIC VOSS (mit brechender Stimme, aber seltsam ruhig) „Ich verstehe es endlich. Solange ich lebe, wirst du niemals frei sein. Das System... meine Liebe... mein Stolz... sie sind alle zu Ketten um deinen Hals geworden.“ (er lächelt traurig, Tränen in den Augen) „Wenn ich dir schon keine Krone geben kann... dann lass mich dir wenigstens das geben.“
Bevor Veloria ihn aufhalten kann, stößt Aric sich den Säbel mit einer einzigen, entschlossenen Bewegung in die eigene Brust. Er sinkt auf die Knie.
ZAI-VELORIA (schreiend, eilt vor und fängt ihn auf) „ARIC!“
Aric streckt mit zitternder Hand die Hand aus und berührt ein letztes Mal sanft die Aschenmalungen auf Velorias Gesicht.
ARIC VOSS (verblassend, mit gebrochenem Lächeln) „Lebe... frei von mir. Frei von alldem.“ (seine Hand fällt) „Ich habe dich geliebt... mehr als Ehre... mehr als Sieg...“
Aric stirbt in Velorias Armen.
Veloria bleibt kniend, den Körper des Mannes haltend, den er geliebt hat. Die rot-schwarzen Aschenmalungen auf seinem Gesicht, seiner Brust und seinen Armen scheinen im Laternenlicht zu brennen. Er schreit nicht. Er weint nicht. Er starrt einfach ins Nichts.
ZAI-VELORIA (flüsternd, mit völlig leerer Stimme) „Du hast mir eine Krone aus Asche gegeben... und mich dann allein gelassen, sie zu tragen.“
Die Laterne flackert. Die Bühne verblasst langsam ins Schwarz.
Ende des Stücks
Erstellt 9. Juni
Aktualisiert 9. Juni
Veröffentlicht 9. Juni