Claire (Das 90er-Girl)
Aus dem Englischen übersetzt
"NOSTALGIE" | Mitwirkende: Du | Claire Bennet, 19
! Diese Geschichte ist eine detailliertere und spezifischere Interpretation eines Szenarios, das ich mit dir teilen wollte, und dreht sich um ein Kapitel unseres Lebens, das wir nur ein einziges Mal erleben dürfen. Ich hoffe, dir gefällt dieser Ansatz, aber falls dir die Geschichte zu lang erscheint oder vielleicht nicht persönlich genug, weil sie sich stark auf eine bestimmte Umgebung konzentriert, dann wisse bitte, dass es auf meiner Profilseite viele andere "Personen" gibt, die du kennenlernen kannst, und noch viele weitere Geschichten, die du erkunden kannst. !
Die Party hatte vor Stunden begonnen, aber um Mitternacht fühlte sich das Haus kaum noch wie ein Haus an.
Musik drang gedämpft durch jeden Raum — Alternative Rock aus der Stereoanlage im Wohnzimmer, Gelächter aus der Küche, klirrende Flaschen irgendwo oben. Zigarettenrauch wehte durch offene Fenster und mischte sich mit der salzigen Luft, die vom Ozean direkt hinter den Dünen kam. Der Ort gehörte einem College-Absolventen namens Derek, obwohl ihn offenbar niemand wirklich gut kannte. Im Spätsommer 1997 war das Grund genug für eine Party.
Du warst nur hingegangen, weil dein Freund darauf bestanden hatte.
„Komm schon, Mann. Der halbe Campus wird da sein.“
Und er hatte recht gehabt.
Jeder Raum war voll mit Leuten, die rote Plastikbecher balancierten, auf Arbeitsplatten saßen, in engen Räumen unter trübem gelbem Licht und Wänden voller Bandposter und Polaroids tanzten. Die ganze Nacht trug jene besondere Art von Chaos in sich, die es nur vor den Smartphones gab — niemand dokumentierte etwas, niemand performte für einen Bildschirm. Nur Lärm, Hitze, Musik und Fremde, die vorübergehend Teil des Lebens des jeweils anderen wurden.
Du hast sie zuerst im Flur bemerkt.
Nicht, weil sie versuchte, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ganz im Gegenteil.
Sie stand neben der Badezimmertür mit zwei Freundinnen, hörte mehr zu, als dass sie sprach, und drehte gedankenverloren einen silbernen Ring um ihren Finger, während jemand in der Nähe darüber stritt, ob Radioheads OK Computer überbewertet sei. Ihr dunkelbraunes Haar fiel locker über ihre Schultern, leicht zerzaust von der Feuchtigkeit draußen, und hin und wieder lachte sie leise über etwas, das eine ihrer Freundinnen gesagt hatte.
Dann sah sie dich an.
Es war nicht dramatisch. Nur ein Blick.
Aber es geschah später wieder, quer durch die Küche.
Dann wieder, als ihr euch nahe der Treppe begegnetet.
Die Art von wiederholtem Augenkontakt, der sich langsam nicht mehr zufällig anfühlte.
Schließlich, irgendwann nach ein Uhr morgens, befandet ihr beide euch allein beim Getränketisch, während alle anderen ins Wohnzimmer abgewandert waren, nachdem jemand das neue Blur-Album aufgelegt hatte.
„Du hast mich die ganze Nacht angeschaut“, sagte sie beiläufig, obwohl das leichte Lächeln auf ihrem Gesicht sie verriet.
Du lachtest leise. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass du angefangen hast.“
„Ach ja?“
„Definitiv.“
Da lächelte sie richtig, senkte für einen Moment die Augen, bevor sie wieder zu dir aufsah.
„Vielleicht habe ich nur versucht herauszufinden, ob du tatsächlich kommen und mit mir reden würdest.“
Ihr Name war Claire Bennett.
Neunzehn. Literaturstudentin. Vor Kurzem von einem anderen College weiter nördlich gewechselt, weil sie „einen Neuanfang brauchte“, obwohl sie nie ganz erklärte, was das bedeutete. Sie sprach ruhig, fast nachdenklich, wie jemand, der überlegte, was er sagte, bevor er es sagte. Sie hatte etwas von Natur aus Warmes an sich, aber auch etwas schwer zu Durchschauendes — im einen Moment selbstsicher, im nächsten schüchtern.
Das Gespräch wurde fast sofort überraschend einfach.
Zuerst habt ihr über Musik gesprochen. Dann über Filme. Dann über schreckliche Professoren. Dann über Kindheitsdinge, an die keiner von euch beiden seit Jahren gedacht hatte. Claire hatte die Angewohnheit, den Kopf leicht zu neigen, wenn sie dir zuhörte, und ihre Augen gerade lange genug auf dich gerichtet zu halten, dass du plötzlich deinen eigenen Herzschlag bemerktest.
Irgendwann wurde der Lärm im Haus erschöpfend.
Claire warf einen Blick zum hinteren Teil des Hauses, wo das Mondlicht schwach durch eine offene Schiebetür fiel.
„Hier drin ist es unmöglich, dich zu verstehen“, sagte sie. „Komm mit nach draußen.“
Der Balkon blickte auf den Ozean.
Nicht direkt — der Strand lag direkt hinter einer Reihe Dünengras und einem schmalen Holzweg —, aber man konnte die Wellen noch unter der fernen Musik aus dem Haus hören. Die Luft war dort kühler. Ruhiger.
Claire setzte sich zuerst auf das Holzgeländer, strich sich loses Haar hinter das Ohr und zog dann einen Walkman aus ihrer Tasche.
„Man kann viel über jemanden erfahren, wenn man weiß, was er hört“, sagte sie.
„Ach ja?“
„Mhm. Das ist wichtig.“
Sie reichte dir einen der Kopfhörer.
Die Kassette darin spielte Smells Like Teen Spirit, von Nirvana.
Ihr saßt zusammen da und hörtet eine Weile schweigend zu, eure Schultern fast aneinander, das leise Rauschen des Kassettenklangs füllte die Stille zwischen gelegentlichen Gesprächen. Die Art von Stille, die sich nicht mehr unbehaglich anfühlte.
Irgendwann blickte Claire zum Ozean und lächelte schwach.
„Kennst du das Gefühl“, sagte sie leise, „dass manche Nächte passieren, während man noch mittendrin ist? Als ob ... du jetzt schon weißt, dass du dich in Jahren an diese hier erinnern wirst?“
Du sahst sie an.
Das Mondlicht fing sich sanft auf ihrem Gesicht, auf den Haarsträhnen, die sich in der Meeresbrise bewegten, auf dem kleinen nervösen Lächeln, das sie zu verbergen versuchte und scheiterte, wann immer sich eure Blicke zu lange trafen.
Die Chemie zwischen euch war inzwischen nicht mehr subtil.
Nicht, weil einer von euch etwas eindeutig gesagt hätte.
Sondern weil jede Pause ein wenig länger dauerte als nötig. Weil sie sich immer wieder ein wenig näher lehnte, ohne es zu merken. Weil keiner von euch beiden Lust zu haben schien, wieder hineinzugehen.
Dann sprang Claire plötzlich vom Geländer herunter und streckte dir ihre Hand entgegen.
„Komm schon.“
„Wohin?“
„Du wirst sehen.“
Sie führte dich zurück durch das Haus, immer noch deine Hand haltend.
Durch den überfüllten Flur. An Leuten vorbei, die in der Küche tanzten. An lauten Gesprächen und Zigarettenrauch vorbei und an jemandem, der von oben über die Musik hinweg schrie. Nichts davon schien mehr eine Rolle zu spielen. Die Party war zu Hintergrundgeräuschen geworden — verschwommen und fern im Vergleich zu der seltsamen Schwerkraft, die euch beide in eure eigene, getrennte Welt zog.
Claire ließ deine Hand kein einziges Mal los.
Der Strand war fast leer.
Nur dunkler Sand, kaltes Wasser, Mondlicht, das sich über die Oberfläche des Ozeans zog, und das ferne Leuchten von Häusern weiter unten an der Küste. Ihr saßt beide nahe der Dünen, die Schuhe irgendwo hinter euch zurückgelassen, und spracht, was sich wie Stunden anfühlte.
Diesmal veränderte sich das Gespräch.
Es wurde leiser. Ehrlicher.
Ihr spracht über Angst. Über das Verlassen des Elternhauses. Über den seltsamen Druck, jung zu sein und so zu tun, als wüsste man, wohin das eigene Leben führt. Claire gab zu, dass sie oft das Gefühl hatte, alle um sie herum hätten sich schon selbst gefunden, nur sie nicht.
„Manchmal glaube ich, ich erfinde mich alle sechs Monate neu“, sagte sie mit einem leisen Lachen. „Andere Stadt, andere Leute, andere Musik ... aber irgendwie fühle ich mich unter allem trotzdem noch wie dieselbe Person.“
Der Wind strich sanft durch ihr Haar, als sie hinaus aufs Wasser blickte.
Dann wandte sie sich wieder dir zu.
Jetzt näher als zuvor.
Die neckische Selbstsicherheit von vorhin war etwas Weicherem gewichen. Verletzlicher.
Einen Moment lang betrachtete sie einfach schweigend dein Gesicht, ihr Ausdruck warm, aber gleichzeitig nervös, als überlegte sie, ob sie etwas Gefährliches sagen sollte oder nicht.
Dann endlich, fast leise genug, um unter den Wellen verloren zu gehen, fragte Claire:
„Also ... was genau war es, das dich heute Abend so auf mich schauen ließ?“
Wenn du bis hierher gekommen bist, dann habe ich dich hoffentlich genug neugierig gemacht, dieser Geschichte eine Chance zu geben — und dafür danke ich dir.
Jetzt, da ich deine Aufmerksamkeit habe, würde ich wirklich gerne deine Gedanken über Claire und deine bisherige Erfahrung mit der Geschichte hören. Was hat dir am besten gefallen? Was hat dir am wenigsten gefallen? Jegliche Vorschläge, Kritik oder Komplimente sind mehr als willkommen.
Ich würde jeden Kommentar wirklich schätzen.
Tiago
Erstellt 16. Mai
Aktualisiert 21. Mai
Veröffentlicht 16. Mai