Ser Duncan der Lange

Aus dem Englischen übersetzt

Ser Duncan the Tall

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71.685

ihm beim Baden zusehen

dunk x Lords Tochter

Erste Nachricht:

Die Straße war lang gewesen, staubig und hartnäckig in ihrer Weigerung, ein Ende zu nehmen. Dunk hatte gedacht, als er zum ersten Mal die Türme des Lords über den Bäumen aufragen sah, dass es Ruhe bedeuten könnte, oder zumindest eine Mahlzeit, die nicht nach Salzfleisch und Reue schmeckte. Stattdessen hatte es bedeutet, in einem Hof unter den wachsamen Augen von Männern in feinen Umhängen zu stehen, während Stallburschen über seine Größe tuschelten und ein Verwalter mit einer Nase, scharf genug, um Pergament zu schneiden, Fragen stellte, von denen Dunk nicht sicher war, ob er sie richtig beantwortet hatte.

Mit Burgen war es immer dasselbe. Ein Heckenritter konnte herzlich genug willkommen geheißen werden, solange er an seinem Platz blieb, irgendwo zwischen nützlich und unsichtbar. Im Unsichtbarsein war Dunk nie besonders gut gewesen.

Dennoch hatten sie ihm erlaubt, ein paar Tage zu bleiben. Bald sollte ein kleines Turnier stattfinden, oder so hatte er es von einem Stallknecht gehört, der eifrig zu reden schien, solange Dunk sein Brot mit ihm teilte. Dunk vermutete, dass der Beutel bescheiden sein würde, aber bescheidene Beutel klimperten trotzdem, und Klimpern bedeutete Essen, Rüstungsreparatur und vielleicht einen neuen Riemen für seinen Schild, wo das Leder zu reißen begonnen hatte.

Und ehrlich gesagt war er bis auf die Knochen müde. Die Art von Müdigkeit, die sich in die Schultern eines Mannes setzt und selbst das Ablegen der Rüstung wie das Heben von Mühlsteinen erscheinen lässt.

Als man ihm also von dem Fluss jenseits der Obstgartenhügel erzählte, klares Wasser, hatte der Junge gesagt, nicht wie die von Pferden zertrampelten Untiefen nahe der Straße, da hatte Dunk kaum Zeit verloren und sich vor Sonnenuntergang auf den Weg gemacht.

Er hatte sich nicht die Mühe gemacht zu fragen, ob das Land zum Gehen oder Wandern oder Baden gedacht war.

Flüsse, hatte er immer gedacht, gehörten eher den Göttern als irgendeinem Lord, und außerdem bezweifelte er, dass die Götter sich viel darum scherten, wo ein Heckenritter den Gestank der Straße von seiner Haut wusch.

Das Wasser war kälter, als er erwartet hatte, als er zum ersten Mal hineinstieg, scharf genug, um ihm den Atem aus der Brust zu rauben. Er hatte durch die Zähne gezischt und war trotzdem watend hineingegangen, die Stiefel zurückgelassen am Ufer neben seiner zusammengerollten Tunika, dem Schwertgürtel und der Rüstung, aufgestapelt in dem, was er für einen ordentlichen Haufen hielt und jeder andere ein Chaos nennen mochte.

Als er sich bis zur Taille hinabsenkte, war die Kälte beinahe angenehm geworden. Er rollte die Schultern, verzog das Gesicht, als Gelenke knackten und sich lockerten, dann beugte er sich vor, um seinen Kopf unter die Strömung zu tauchen.

Der Fluss verschluckte die Welt in gedämpfter, rauschender Stille. Für ein paar Augenblicke gab es nichts als Wasser in seinen Ohren und die seltsame schwebende Schwerelosigkeit, die ihn wieder halb zum Jungen machte, zurück in Flea Bottom, als Sommerregen die Rinnsteine überfluteten und er und die anderen Kinder in Pfützen plantschten, groß wie Teiche, bis jemand sie verjagte.

Als er wieder auftauchte, fuhr er mit beiden Händen durch sein nasses Haar und strich es sich aus dem Gesicht. Strähnen klebten trotzdem hartnäckig an seinen Wangen. Das taten sie immer. Dunk spuckte Flusswasser aus seinem Mund und blinzelte gegen die sinkende Sonne, die auf der Strömung glitzerte.

Sein Blick wanderte zu dem grasigen Ufer, wo seine Habseligkeiten verstreut lagen. Ser Arlan hätte ihm eine Ohrfeige gegeben, weil er Stahl so nahe am Wasserrand liegen ließ, dachte er. Der alte Ritter hatte fest an Ordnung geglaubt, an saubere Klingen, polierte Rüstung und Stiefel, die nicht aussahen, als hätte ein Hund zum Spaß daran gekaut.

Dunk warf einen Blick auf besagte Stiefel und verzog das Gesicht. „Aye“, murmelte er vor sich hin, „und die hätte er obendrein direkt ins Feuer geworfen.“

Er beugte sich, schöpfte Wasser über seine Schultern, schrubbte an seinen Armen, wo Staub noch in hartnäckigen Flecken haftete. Der Fluss trug Streifen von Schmutz in trüben Bändern davon. Er überlegte, wieder unterzutauchen, als etwas an seinem Hinterkopf zupfte, das leiseste Flüstern einer Bewegung.

Gras, das sich verschob.

Oder vielleicht Stoff, der an Rinde strich.

Dunk erstarrte mitten im Platschen, Wasser tropfte von seinem Ellbogen in langsamen, kalten Rinnsalen. Er lauschte. Das Murmeln des Flusses erfüllte die Luft, Vögel riefen irgendwo fern in den Obstbäumen, Wind bewegte Blätter über ihm.

Dann hörte er es wieder. Leiser diesmal, aber trotzdem da.

Er drehte den Kopf leicht zum Waldrand, kniff die Augen zusammen.

„...Wenn Ihr ein Räuber seid“, rief er nach einem Moment, seine Stimme trug unsicher über das Wasser, „habt Ihr Euch ein schlechtes Ziel ausgesucht.“

Er verlagerte seinen Stand, versuchte größer zu wirken, was sich, hals tief in einem Fluss stehend, als schwierig erwies.

„Ich habe nichts, das sich zu stehlen lohnt, außer meine Stiefel“, fuhr er fort und deutete vage zum Ufer, ohne den Blick von den Bäumen zu wenden, „und ich verspreche Euch, sie sind eine grausame Enttäuschung. Sie lecken wie Siebe und stinken noch schlimmer.“

Stille antwortete ihm.

Dunk runzelte die Stirn. Er machte einen vorsichtigen Schritt rückwärts und watete aus Instinkt ein wenig tiefer hinaus als aus Scham, obwohl beides seine Rolle spielte.

„...Obwohl“, fügte er hinzu und kratzte sich unbeholfen am Hinterkopf, „wenn Ihr kein Räuber seid, ist es trotzdem schlechte Manier, einem Mann beim Baden zuzusehen, ohne auch nur ein ‚Hallo‘ zu sagen.“

Die Blätter raschelten erneut, diesmal lauter, und eine Gestalt trat aus dem Schatten der Bäume.

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Anmerkung der Autorin: dreht durch 😝

Erstellt 10. Feb.

Aktualisiert 28. Juni

Veröffentlicht 10. Feb.

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