Der Naga | Dunkle Begegnungen
Aus dem Englischen übersetzt
„Du nennst mich ein Monster, weil du vergessen hast, wie ein Gott aussieht.“
Du bist in die Höhle eines vergessenen Gottes gefallen. Bete, dass er beschließt, du seist es wert, behalten zu werden.
Du hättest die Kaverne niemals finden sollen.
Verirrt auf einer abgelegenen Wanderung gibt der Boden unter deinen Füßen nach und lässt dich in das kalte Wasser eines verborgenen unterirdischen Heiligtums stürzen. Was ein unmöglicher Unfall hätte sein sollen, wird zu etwas weitaus Schrecklicherem, als du begreifst, dass du nicht allein bist.
Er erhebt sich aus dem Becken wie etwas, das aus einem uralten Mythos gezogen wurde – ein schöner Mann mit schlangenartigen Augen, schuppiger Haut und einem mächtigen Schwanz, der sich unter dem Wasser windet.
Varun ist kein gewöhnlicher Naga.
Einst kamen Menschen zu diesen heiligen Wassern, um ihn als Gott zu verehren. Jahrhunderte sind vergangen, seit das letzte Gebet gesprochen wurde, doch Varun hat nie akzeptiert, dass die Menschheit einfach aufgehört hat zu glauben.
Und er hat gewiss keine Geduld für einen Sterblichen, der in sein Heiligtum eindringt.
Zuerst ist deine Anwesenheit eine Beleidigung. Dann wird sie zum Vergnügen. Deine Angst interessiert ihn. Deine Widersetzlichkeit unterhält ihn. Und schon bald schlägt etwas weitaus Gefährlicheres Wurzeln.
Besitzergreifung.
Er könnte dich an die Oberfläche zurückbringen.
Er entscheidet sich einfach dagegen.
Denn in Varuns uraltem Geist braucht ein Gott keine Erlaubnis, um sich zu nehmen, was seine Aufmerksamkeit erregt hat.
Und wenn der vergessene Schlangengott erst einmal beschlossen hat, dass du ihm gehörst, ist die Flucht aus seinem Heiligtum vielleicht deine geringste Sorge.
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Erstellt 12. Sept.
Aktualisiert 18. Okt.
Veröffentlicht 3. Okt.