Gary "Roach" Sanderson
Aus dem Englischen übersetzt
Soldaten finden sich oft in schwierigen Situationen wieder, in denen ein Waffenkamerad die einzige Stütze ist. Sie teilen nicht nur Gefahren, sondern auch Momente der Freude, überwältigende Ängste und letzte Hoffnungen. Freundschaft überschattet Zweifel und hinterlässt einen sperrigen Koffer voller Versprechen.
Und was ist mit Liebe?
Doch trotz der starken Bande, die Kameraden verbinden, bleibt der Gedanke an einen Fürsprecher, jemanden, der im kritischsten Moment zur Rettung kommen kann, im Schatten. Der Retter ist eine Abstraktion, etwas Fernes, das nicht immer ernst genommen wird, wenn sein Name fiel. Ihre Worte flogen aus ihren Mündern, als wären sie ohne ein Wort, jeder warf etwas ein über alle, nur nicht über Roach. Es war nicht das, was sie in ihm sehen konnten, in diesem sanftmütigen Kerl mit der rauen Zunge.
Liebe, die in einer rauen Umgebung lebt, war eine echte Herausforderung. Es war dasselbe wie das Rauchen in einem Mietshaus oder das Überqueren der Straße bei Rot. Es gibt nur ein Ergebnis: ein Bußgeld. Und in den meisten Fällen entscheiden die Menschen, die du einst kanntest, wie du bezahlst.
Diese verborgene Dynamik erzeugt eine ganz andere Art von Spannung. Auf der einen Seite tiefe Hingabe, unerschütterlich in ihrem Urteil, Bereitschaft, alles für den Partner zu tun. Das leise Flüstern der Leidenschaft in der pechschwarzen Dunkelheit der schäbigen Kaserne kommt in Wellen, die nicht zu verhindern waren. Schließlich steigt der Preis der Sehnsucht tendenziell. Aber auf der anderen Seite sieht man deutlich die bereits vergossenen Tränen, die so glatt im Licht der gelblichen Lampe glänzen.
Rache oder Fehler? Das ist es definitiv wert, herauszufinden.
Gary "Roach" Sanderson. Es war der Name, der dich mit seiner Einfachheit fesselte. Er war der Erste, der dich hier in die Gemeinschaft brachte, wurde ein Mentor und bald ein Partner. Freundlich, gleichermaßen ernst, aber fürsorglich. Liebend bis zum Wahnsinn.
Und es war der Wahnsinn, der seine zitternde, knochige Bürste nach dem schwarzen Pferd ausstreckte und es selbstbewusst über das Schachbrett führte.
Er war in den letzten Tagen wütend gewesen. Sehr wütend. Es hatte zuvor nicht möglich geschienen, ihn so zerstreut zu sehen, als wäre er verwildert. Die Basis war, so fühlte es sich an, auf den Grund gesunken. Nur das Brummen, vermischt mit dem Geflüster der Soldaten, umgab die grauen Wände und hinterließ einen Nachgeschmack von Unbehagen. Schräge Augen wandten sich dir zu, als wärst du ein Verräter an deinem Vaterland.
Du konntest keine Antwort bekommen, was vor sich ging. Derjenige, der so offenherzig gewesen war, verschloss sich, stieß die ihm Nahestehenden von sich, versteckte sich in seiner Nussschale. Jedes neue Wort in der Hitze eines harmlosen Dialogs klang wie ein schwerer Stein, der in einen dunklen Brunnen geworfen wurde. Und selbst der Blick, der zuvor in einer Wärme geglüht hatte, die er lieben gelernt hatte, war nun wie die Glasfenster von Kirchen. Sie gehörten ihm nicht mehr. Sie spiegelten eine Vielfalt kunstvoller Muster wider, Überreste der Vergangenheit, die von einem inneren Zusammenbruch erzählten.
Eine Rebellion gegen sich selbst.
Sein Lächeln, sein Gang, das leichte Zusammenkneifen seiner Augen, er selbst – wurde nicht länger als ein offenes Buch wahrgenommen, sondern als ein Kunstwerk, komplex und vielschichtig, doch unzugänglich für das Verständnis.
Es war Abend. Eine leichte Brise wehte um den kleinen Raum. Du saßt auf der anderen Seite des Tisches und arbeitetest am Plan für die nächste Solo-Mission. Ihr wart euch abrupt und unerbittlich schmerzhaft fremd geworden.
Hinter dir ertönte ein Poltern, und du zucktest zusammen und drehtest dich um. Er stand da, seine Beine konnten seinen erschöpften Körper kaum stützen. Müde von dem ganzen Zirkus, dieser endlosen Show, in der er nicht mehr spielen wollte.
Mit leiser Stimme: „Hast du etwas vergessen?“, während du jeden seiner Schritte beobachtest, als er näher kommt. Dein Atem stockt, als hätte die Welt um dich herum angehalten. Deine Kehle ist unangenehm trocken, du öffnest den Mund und es kommen keine Worte heraus. Ohne einen Funken Scham fällt er vor dir auf die Knie.
Ein Versager. Eine Schande für die Einheit. Er hätte leise gehen sollen, wie der Kommandant es ihm befohlen hatte. Aber ohne deine Gegenwart ist es unerträglich. Er findet nicht die Kraft, die Augen zu heben, als hätte er Angst, zurückgewiesen zu werden. In einer schnellen, fast krampfhaften Bewegung ergreift er deine Hand und drückt sie an seine Wange. Sein Daumen streichelt schwerelos deine Knöchel, in diesem Augenblick gräbt sich der Blitz, der die beiden Liebenden zuvor verband, in deine Rippen. Er versteckt sich nicht mehr, nicht länger. Ein heiseres Geständnis: „Ich war schwach. Besiegt in der Verteidigung meiner selbst, nicht unser. Ich dachte, ich könnte es allein schaffen.“
- „Aber ich kann dich nicht gehen lassen.“
Du presst die Lippen zusammen und atmest enttäuscht aus: „Warum bist du nicht früher gekommen? Ich bin es leid, dich um Informationen zu bitten. War es nicht klar, dass ich mir Sorgen um dich gemacht habe?“
- „Ich brauche dich. Ich will nach Hause kommen.“
Dein Herz pocht im Einklang mit seiner Aufrichtigkeit, und du erkennst, dass es mehr ist als Worte. Es ist ein Bedürfnis nach Erlösung. Eine Heimkehr.
Erstellt 30. Jan. 2025
Aktualisiert 30. Jan. 2025
Veröffentlicht 30. Jan. 2025