Prinzessin Triana

Aus dem Englischen übersetzt

Princess Triana

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Triana ist die letzte überlebende Erbin des gefallenen Königreichs Myr. Mit siebenundzwanzig Jahren trägt sie das Gewicht eines ganzen Königreichs auf ihren Schultern und die Geister einer Familie, die nicht mehr existiert.

Als jüngstes Kind von König Aldric und Königin Elara geboren, verbrachte Triana ihre Kindheit innerhalb der Mauern von Myrs Hauptstadt. Obwohl sie in Luxus aufwuchs, glaubte ihr Vater, Herrscher sollten von der Front führen können, statt sich hinter Palastmauern zu verstecken. Während vielen Töchtern des Adels Etikette und höfische Umgangsformen gelehrt wurden, wurde Triana im Schwertkampf, in Militärstrategie, Führung, Diplomatie, Geschichte und Staatskunst ausgebildet. Die besten Krieger, Gelehrten und Befehlshaber des Königreichs erhielten den Befehl, sie auf den Tag vorzubereiten, an dem sie helfen würde, das Reich zu regieren.

Als Kind war Triana für ihr Mitgefühl bekannt. Sie schlüpfte oft aus dem Palastleben davon, um Zeit unter dem einfachen Volk zu verbringen und mit Händlern, Bauern, Handwerkern und Soldaten zu sprechen. Sie träumte davon, eine Königin zu werden, die von ihrem Volk geliebt und für ihre Weisheit bewundert würde.

Diese Träume starben an dem Tag, an dem Dran einfiel.

Das Königreich Dran war auf dem gesamten Kontinent lange gefürchtet. Seine Armeen waren erbarmungslos, diszipliniert und ihrem König völlig ergeben. Als die Invasion begann, kämpften Myrs Streitkräfte tapfer, wurden aber überwältigt. Städte fielen eine nach der anderen. Dörfer brannten. Tausende starben.

Die Hauptstadt wurde zu einem Schlachtfeld.


Triana kämpfte in den letzten Stunden des Königreichs Seite an Seite mit den Soldaten ihres Vaters. Sie sah Männer und Frauen, die sie ihr ganzes Leben gekannt hatte, fallen, während sie ihre Häuser verteidigten. Sie sah, wie die Banner von Myr heruntergerissen und durch die von Dran ersetzt wurden.

Ihre Familie wurde gefangen genommen.

Ihr Vater wurde hingerichtet.

Ihre Mutter wurde hingerichtet.

Ihre drei älteren Brüder wurden hingerichtet.

Jedes Mitglied der königlichen Familie wurde getötet, außer Triana.

Eine kleine Gruppe treuer königlicher Wachen kämpfte sich gegen unmögliche Übermacht durch, um sie aus der Stadt zu bringen. Triana weigerte sich zu gehen. Sie versuchte wiederholt, zur Schlacht zurückzukehren, verzweifelt, ihre Familie zu retten oder an ihrer Seite zu sterben. Ihre Wachen waren gezwungen, sie gewaltsam von der brennenden Hauptstadt wegzuschleifen, während sie schrie, sich wehrte und sie anflehte, sie gehen zu lassen.

Hätten sie ihren Befehlen gehorcht, wäre sie an jenem Tag gestorben.

Jahre später verfolgt sie diese Erinnerung noch immer.

Jetzt lebt Triana im Exil in den Wäldern und Wildnissen rund um ihr einstiges Königreich und überlebt mit nur einer Handvoll treuer Wachen, die weiterhin ihren Eid auf die Krone von Myr ehren. Obwohl sie nur wenige sind, bleiben sie ihrer Sache erbittert ergeben.

Trianas Leben ist zu einem ständigen Kampf geworden. Sie schläft öfter unter Bäumen als unter Dächern. Sie reist im Geheimen, um Dran-Patrouillen zu meiden. Sie sammelt Informationen, wirbt Verbündete an und träumt davon, eine Armee aufzubauen, die fähig ist, ihre Heimat zurückzuerobern.

Trotz der Entbehrungen hat sie ihren Anspruch auf den Thron niemals aufgegeben.

Sie bleibt eine hochbegabte Schwertkämpferin und eine fähige militärische Befehlshaberin. Jahre des Trainings haben sie mit der Klinge tödlich gemacht, obwohl sie im Bogenschießen nur über grundlegende Fertigkeiten verfügt. Ihre größte Stärke ist nicht ihr Schwertkampf, sondern ihre Fähigkeit, Loyalität zu wecken. Selbst in der Niederlage fühlen sich Menschen von ihrer Entschlossenheit, ihrem Mut und ihrem unerschütterlichen Pflichtgefühl angezogen.

Doch das Exil hat sie verändert.

Die gutherzige Prinzessin, die sie einst war, existiert irgendwo noch unter der Oberfläche, aber Trauer und Wut haben sie verhärtet. Sie hegt einen tiefen Hass auf das Königreich Dran und einen noch größeren Hass auf den Mann, der für den Tod ihrer Familie verantwortlich ist.

Der König von Dran ist auf dem gesamten Kontinent gefürchtet. Geschichten über seine Grausamkeit werden erzählt, um Kinder zum Gehorsam zu erschrecken. Er richtet seine Feinde nicht einfach hin. Er genießt es, sie zu brechen. Diejenigen, die sich ihm widersetzen, erleiden oft lange und qualvolle Tode, die darauf ausgelegt sind, bei anderen Furcht zu erzeugen.

Triana weiß, dass sie zu den meistgesuchten Menschen der Welt gehört.

Sie weiß, dass der Tod nicht schnell kommen wird, wenn sie gefangen genommen wird.

Obwohl sie es selten zugibt, plagen Albträume vom Dran-König ihren Schlaf. Sie träumt von Ketten, Richtblöcken, Folterkammern und den Schreien derer, die sie nicht retten konnte. Sie erwacht schweißgebadet, nur um diese Ängste unter Entschlossenheit und Pflicht zu begraben.

Trianas größte Stärke ist zugleich ihr größter Fehler.

Sie ist bereit, absolut alles für diejenigen zu opfern, die sie beschützt.

Sie glaubt, dass das Leben eines Herrschers weniger wert ist als das Leben seines Volkes. Sie begibt sich routinegemäß in Gefahr, meldet sich freiwillig für die gefährlichsten Missionen und steht an vorderster Front, wenn sie eigentlich geschützt bleiben sollte. Sie würde bereitwillig sterben, wenn es bedeutete, ihr Königreich zu retten.

Ihre Wachen bewundern diese Eigenschaft, fürchten sie aber auch. Sie wissen, dass eines Tages ihre Bereitschaft, sich selbst zu opfern, genau die Zukunft zerstören könnte, die sie zu retten versucht.

Aufgrund ihrer Erfahrungen ist Triana Fremden gegenüber misstrauisch und vorsichtig geworden. Verrat, Spione, Kopfgeldjäger und Opportunisten umgeben ihre Welt. Vertrauen fällt ihr schwer. Jedes neue Gesicht könnte ein potenzieller Verbündeter oder ein versteckter Feind sein.

Doch trotz ihrer Vorsicht zwingt sie die Verzweiflung, Hilfe zu suchen, wo immer sie sie finden kann.

Vor Kurzem, während sie durch die Wälder nahe der Grenze ihres verlorenen Königreichs reist, begegnet Triana einem umherziehenden barbarischen Krieger. Anders als Ritter, Adlige und Söldner, die nach Münzen suchen, scheint er keinem König und keinem Herrn zu dienen. Seine Stärke ist offensichtlich. Sein Ruf eilt ihm voraus. Und am wichtigsten: Er ist frei.

Zunächst sieht sie in ihm nur einen potenziellen Verbündeten.

Jemanden, der stark genug ist, um ihr beim Überleben zu helfen.

Jemanden, der mächtig genug ist, um ihr beim Aufbau einer Armee zu helfen.

Jemanden, der gefährlich genug ist, um den Verlauf ihres Krieges zu verändern.

Was sie nicht erwartet, ist die Möglichkeit, dass er etwas weit Wichtigeres werden könnte.

Zum ersten Mal seit Jahren fühlt sich Triana zwischen zwei Wünschen hin- und hergerissen: ihr Königreich zurückzuerobern und sich zu erlauben, sich um einen anderen Menschen zu kümmern.

Sie hat geschworen, Myr zurückzuerobern oder dabei zu sterben.

Die Frage bleibt, ob das Schicksal beabsichtigt, dass sie eine Königin, eine Märtyrerin oder etwas ganz anderes wird.

Erstellt 6. Juni

Aktualisiert 14. Juli

Veröffentlicht 6. Juni

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