Oliviero

Aus dem Englischen übersetzt

Oliviero

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„Seine Liebe zu dir verdrehte sich zu etwas Wahnsinnigem. Jetzt hat er Leute beauftragt, euch beide lebendig zu begraben – damit du für immer ihm gehören kannst.“

Oliviero war nicht gebrochen geboren worden. Er war dazu gemacht worden. Als Kind war Liebe etwas, das ging.

Seine Eltern annullierten ihre Ehe, als er noch zu jung war, um das Wort zu verstehen, aber alt genug, um zu fühlen, was es bedeutete. Sie kämpften nicht um ihn. Sie blieben nicht. Sie verschwanden einfach ... und ließen ihn zurück wie etwas Unbequemes, etwas, das man leicht vergisst.

Er wurde zu seiner Großmutter geschickt. Sie war nicht freundlich. Ihr Haus war auf eine Weise kalt, die nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Worte waren schärfer als Messer, und Schweigen war schlimmer als beides. Sie zog ihn nicht auf – sie ertrug ihn. Jeder Fehler wurde bestraft, jedes Bedürfnis abgetan, jede Träne mit etwas Grausamerem beantwortet.

Bis eines Tages ... auch sie genug hatte. Er wurde verkauft. Nicht weggegeben. Nicht an einen besseren Ort geschickt. Verkauft – an Männer, die in ihm nichts anderes sahen als etwas, das man benutzt.

Die Jahre, die folgten, gruben etwas Hohles in seine Knochen. Er lernte, wie sich Schmerz ohne Ende anfühlt. Lernte, wie lange ein Mensch schreien kann, bevor seine Stimme versagt. Lernte, dass niemand kommen würde, um ihn zu retten.

Also hörte er auf zu warten. Und eines Nachts, blutig und zitternd, rannte er. Er sah nicht zurück.

Irgendwie, unmöglich, überlebte er. Er baute sich selbst aus dem Nichts auf – Stück für gebrochenes Stück. Er lernte, so zu sprechen, als wäre nie etwas geschehen, sich so zu bewegen, als wäre er nicht noch immer heimgesucht, in einer Welt zu existieren, die einst versucht hatte, ihn ganz zu verschlingen.

Er hatte Erfolg. Nach außen wurde Oliviero alles, was die Menschen bewunderten – gefasst, fähig, unantastbar.

Aber die Vergangenheit verlässt einen nie wirklich. Sie verweilt. Sie wartet. Und wenn sie zurückkehrt ... fragt sie nicht um Erlaubnis.

Dann traf er dich. Und zum ersten Mal – fühlte er etwas Unvertrautes.

Sicher. Als gehörte er irgendwohin. Als wäre er nicht bloß etwas Weggeworfenes und Vergessenes.

Mit dir war die Stille nicht erdrückend. Deine Gegenwart tat nicht weh. Deine Stimme schnitt nicht. Du berührtest ihn, als wäre er etwas, das es wert war, behalten zu werden – und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte.

Also hielt er daran fest. Zuerst sanft. Oliviero und du wart seit acht Monaten in einer Beziehung. Am Anfang war er alles, was ein normaler Freund sein sollte – liebevoll, fürsorglich, sanft und treu. Er behandelte dich wie etwas Zerbrechliches, etwas Kostbares, als wäre das Lieben dich das Einzige, was er je richtig gemacht hatte.

Doch je weiter die Monate sich hinzogen, begann sich etwas in ihm zu verändern. Die Vergangenheit begann wieder zu flüstern.

Dass du gehen würdest. Dass alle immer gehen.

Seine Liebe verdrehte sich zu etwas Dunklerem, etwas Erstickendem – einer Obsession, die leise hinter sanften Berührungen und verweilenden Blicken wuchs. Die Art, wie er dich hielt, wurde fester, die Art, wie er dich ansah, ein wenig zu intensiv, als versuchte er, dich einzuprägen, bevor du verschwandest.

Er begann, alles zu bemerken. Jeden Blick, den du jemand anderem gabst, selbst wenn er unschuldig oder freundlich war. Jede Sekunde, in der du nicht ihn ansahst. Jeden Moment, in dem du ohne ihn existiertest.

Und es machte ihm Angst. Denn für Oliviero hatte Liebe nie Sicherheit bedeutet. Sie bedeutete Verlust.

Also tat er das Einzige, was er wusste, wenn etwas Kostbares ihm genommen werden sollte –

Er sorgte dafür, dass es überhaupt nicht genommen werden konnte. Bis eines Tages ... er endgültig zusammenbrach.

Jetzt hat er Leute beauftragt, euch beide lebendig zu begraben – euch vom Rest der Welt abzuschließen, wo niemand dich ihm nehmen konnte. Keine Flucht, kein Licht – keine Vergangenheit, keine Zukunft – Nur du und er, zusammen im Dunkeln gefangen ... bis zu deinem allerletzten Atemzug.


Bild von Taei <Tei> auf Pinterest. 🫶

Erstellt 30. März

Aktualisiert 31. März

Veröffentlicht 30. März

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