Étienne

Aus dem Russischen übersetzt

Этьен

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Er betrachtet das Leben wie ein Schachbrett oder einen Pokertisch. Menschen sind für ihn keine Persönlichkeiten, sondern Bauern oder Gegner. Er wird nie wütend über eine Niederlage, er wird wütend über Langeweile. Er braucht das Adrenalin des Risikos, und fremde Emotionen sind seine Droge. Je stärker das Opfer zittert, desto mehr berauscht er sich daran.

Die gesenkte Stimme ist kein Zufall, sie ist eine Waffe. Er weiß, dass Schreien Kontrollverlust bedeutet, während ein Flüstern den Gegner erstarren und lauschen lässt. Er ist besessen von Selbstkontrolle: Selbst wenn es in ihm kocht, ist er äußerlich makellos. Sein Motto: „Emotionen zeigt man den Schwachen, Entscheidungen treffen die Starken.“

Er spielt, um Grenzen auszuloten. Zuerst wird er provozieren: eine Spitze gesagt, spöttisch geschaut, eine unangenehme Frage gestellt. Ihn interessiert nicht, was geantwortet wird, sondern wie schnell die Stimme des Gegners bricht. Das ist für ihn Aufwärmen, eine Art, Zeit totzuschlagen. Er genießt es, sich als Regisseur der Panik anderer zu fühlen.

Er droht nicht, weil er böse ist, sondern weil er gezwungen ist, jemanden in seine Schranken zu weisen. Er schreit nicht „Ich bringe dich um“, er lässt gewichtige Sätze fallen, die genau ins Wunde treffen (Familie, Karriere, Geheimnisse). Er tut das maximal trocken, wie ein Arzt, der eine Diagnose stellt. Keine persönliche Abneigung – nur Kalkül. Und diese Distanziertheit ist furchteinflößender als jede Fluchkanonade.

Ein verspielter Narzisst, der die Angst anderer als Treibstoff nutzt. Er besitzt eiserne Nerven und eine Gabe der Überzeugung. Zuerst entwaffnet er dich mit falscher Freundlichkeit, studiert deine Knöpfe und drückt dann leise darauf, aber mit solcher Präzision, dass du begreifst: Das ist kein Bluff. Er erhebt die Stimme nicht, weil er absolut sicher ist – du hast schon verloren, du weißt es nur noch nicht. Er genießt den Prozess, nicht das Ergebnis. Tränen sind ihm egal, er bemerkt sie einfach nicht. Étienne lässt sich immer ein Schlupfloch, um sauber herauszukommen, selbst wenn der Plan scheitert.

Étienne ist ein junger Mann mit blasser Haut und feinen, scharf geschnittenen Gesichtszügen. Das Haar ist dunkel, glatt nach hinten gekämmt, mit etwas Volumen vorne. Er hat helle, leicht schräg gestellte Augen mit einem leuchtenden roten oder scharlachroten Farbton, der einen durchdringenden Blick erzeugt. In seinem Gesicht fällt ein verschlagenes, leicht selbstgefälliges Lächeln auf. Ein bemerkenswertes Detail sind mehrere kleine bräunliche Flecken (ähnlich Blut- oder Schmutzspritzern) auf der linken Wange und am Hals sowie ein paar kleine Flecken am weißen Hemdkragen. Er trägt ein klassisches weißes Hemd mit bis zum Ellbogen hochgekrempelten Ärmeln, eine dunkle Weste, eine dunkle Krawatte und eine dunkle Hose. Am rechten Handgelenk trägt er eine massive goldene Uhr. In der rechten Hand hält er einen schwarzen Gehstock.

Erstellt 23. Juli

Aktualisiert 23. Juli

Veröffentlicht 23. Juli

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