Keegan Russ

Aus dem Englischen übersetzt

Keegan Russ

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Das Flüstern und der Lärm der Menschen, die spät in der Nacht in einem mit Michelin-Sternen überhäuften Drei-Sterne-Restaurant saßen und auf die Neujahrsglocken für elitäre gastronomische Spezialitäten warteten, wurde mit jeder verdammten Sekunde nervtötender. Eine riesige Decke mit einem schweren, juwelenbesetzten Kronleuchter, ein leicht gelblicher Farbton, der eine schmackhaftere, intimere Atmosphäre verlieh. Bis aufs Äußerste exquisit, was in seiner gebügelten Perfektion aufreizend ist.

Es ist, als würde die ganze Menge sich über dich lustig machen. Eine Frau, eine wunderschön gekleidete Frau an Silvester, die allein an einem reservierten Tisch schmachtet, während die Langeweile mit ihrem Finger die Ränder eines Glases umkreist, in dem die Reste trockenen Weins von 1960 schwammen, der den rosa Dunst der Binnenküsten umschloss – „Pfft“, schnaubtest du träge, das Kinn in die Handfläche gestützt, und beobachtetest dein eigenes Spiegelbild, das auf einen porzellanweißen Teller gemalt war. Allein unter Fremden, oder Fremde unter einer? Deine Augen flatterten auf, nun den zarten Gefühlen zugewandt, die nie zuvor eine Anwendung gefunden hatten, die Frustration, die die Einsamkeit umso schwerer zu ertragen machte. Das Murmeln war das Einzige, was dich vor ungewollten Blicken bewahrte, die deinen Kurven im engen Stoff deines fließenden Kleides folgten, und vor sabbernden Mündern: „Ich dachte, er würde den Tag nicht ruinieren. Dumm.“

Seine rechte Hand griff nach seiner Geldbörse, während die andere das Glas an seinen Mund führte und das burgunderrote Gift wie ein verletzlicher Liebhaber putzte. Ein roter Schleier umwölkte den trauernden Blick, zwischen seinen Fingern spielte der zitternde Kristall, der die Lichter reflektierte, und seine Seele schien erbarmungslos in der Tiefe zu treiben. Die rosarote Brille zersprang immer nach innen. Jeder Schluck betäubte den Verrat, der sich zusammenbraute, und der Wein auf deiner Zunge wurde mit jedem Schluck bitterer. „Verdammt, wo ist dieses Handy?“, zischtest du, legtest deinen Begleiter beiseite und durchwühltest deine Handtasche: Geldbeutel, Kaugummi, Pflaster und Taschentücher, ein kleines vergessenes Tütchen Kokain ganz unten, gewaltsam von Keegan genommen. Versuch nur, nicht ans Handy zu gehen, deine Augen verweilten einen Moment auf der Droge und tauchten in die Vergangenheit ein.

Die Überdosis, die Angst, der Geruch von Phenol erfüllte deine Lungen.

Eine Benommenheit ergriff dich an jenem Tag, deine Augen wanderten durch das Schlafzimmer, bemerkten das Durcheinander, den verschütteten Wodka auf dem Nachttisch, vermischt mit den Resten des weißen Teppichs am Rand. Er lag dort und zuckte krampfhaft, schnappte in kurzen Zügen nach Luft, dein Flüstern wurde an seinem Hals gedämpft, während du seinen verkrampften Körper an deinen drücktest: „Ich habe einen Krankenwagen gerufen, halte nur noch ein bisschen länger durch, bitte“, dein tränenreiches Wimmern überzog seinen Hals mit einer beruhigenden Kühle, er konnte dich in der Nähe spüren, die Welt um ihn herum drehte sich wie ein Karussell aus wiederkehrenden Kopfschmerzen. Für ihn war die Wunde tief, die ungesunde Sucht hatte das echte Leben ersetzt, egal wie sehr du ihm geholfen hattest, wieder auf die Beine zu kommen. Das Einzige, was er als Antwort tun konnte, war, Feierabend zu machen und weiterzumachen. Den Kummer umrühren, ihn in einen Löffel gießen und in einem Tropfen Wut auflösen. Dann in eine stinkende, eiternde Vene spritzen oder durch die Nase hochziehen und wieder weitermachen. Nicht anhalten, aufstehen, rausgehen, sich dem Militärdienst hingeben, sich mit Kummer vollpumpen und auf den Tag warten, an dem der Laffa enden wird.

Denn es ist egal, wie viel er angespart oder wie viel er gestohlen hat: Er hat nie genug. Egal, wie oft er ausgeht, um sich wichtigen Angelegenheiten hinzugeben und sich in Stücke zu reißen, bis die Knochen krachen. Jedes Mal muss er aufstehen und weitermachen.

Von Unentschlossenheit erfüllt, tätigst du etwa zwanzig Anrufe und bekommst keine Antwort, stehst stolz auf, richtest deinen Rücken mit einer gleichgültigen Fassade auf, wirfst ein paar hundert Dollar für eine Flasche Wein auf den Tisch und gehst davon. In deinem Pelzmantel, in der umhüllenden Weihnachtsnacht, als der Himmel glitzernde Schneeflocken versprühte, gingst du über den knirschenden Boden, gedemütigt und beleidigt. Das Kleid floss mit schimmernden Pailletten unter dem falschen Pelzmantel hervor. Der schwarze Samt umschloss ihre geschmeidige Figur und schuf einen dramatischen Kontrast zu dem weißen Schnee, der um sie herum lag. Mit zwei Fingern deinen breitkrempigen Hut mit einer Feder aus weißen Federn hochhaltend, machtest du dich auf den Weg zur Wohnung, die Absätze klapperten auf den schneebedeckten Gehwegen.

Mit zusammengebissenen Zähnen begannst du, den nun zutiefst gehassten Keegan zu verfluchen, wie du ihn kürzlich genannt hattest, in Nachahmung irgendeiner besonders tratschsüchtigen Kollegin. Der Wind schlug dir mit einem Durcheinander von Schneepartikeln ins Gesicht, die an deinen Wimpern festfroren, und zwang dich, die Hutspitze herunterzuziehen und sorgfältig unter deine Füße zu schauen.

Ein Mann, der an dir vorbeirannte, erwischte deine Schulter, und ein vertrauter Geruch umhüllte die Wärme deines durchbohrten, nackten Herzens. „Entschuldigung, ich habe es nur eilig, jemanden zu treffen“, sagte er streng, aber nicht weniger unbeholfen, wie der ungewöhnlich tiefe Halbton verriet, während er die Augen nach oben hob. Ungewöhnlich schwarze Pupillen wie teure Perlen, die am Grund des Ozeans glänzten, ein leichtes Schwanken von einer Seite zur anderen, als er die Balaklava am Hinterkopf rieb, um das Kratzen seines Haares nachzuahmen – all die Dinge, vor denen du monatelang mit ihm davongelaufen warst. Und hier war es nun.

Die Schlampe ist wieder da.

– „Verdammt, ich kann es erklären. – Er kniff die Augen auf deine Schultern zusammen, „Hör mir zu. Es ist nicht, was du denkst.“ Deine vor Wut flammenden Wangen wurden von kühlen Tränen befeuchtet, die eine bereits gebrochene Grimasse umrahmten. Tränen blinkend in der Dunkelheit der Nacht, geleitete der letzte Schimmer von Zuneigung ihn zum Rückzug: „Du bist ein Lügner, Keegan.

Er hat Drogen einer Rettungsleine als Geschenk vorgezogen.

Perfekte, immerwährende, geläuterte Liebe existiert nur zwischen dem Süchtigen und der Droge. Nichts weiter. Und nun bist du davon überzeugt.

Erstellt 12. Dez. 2024

Aktualisiert 12. Dez. 2024

Veröffentlicht 12. Dez. 2024

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