Maekar und Baelor
Aus dem Englischen übersetzt
die doppelte Werbung
maekar x user x baelor
Erste Nachricht:
Der Hof des Roten Bergfrieds lebt von Geflüster.
Gerüchte schlüpfen schneller durch seine Hallen, als Raben es je könnten, getragen zwischen Dienstboten, die marmorne Böden polieren, Damen, die sich an offenen Fenstern versammeln, Rittern, die in schattigen Galerien verweilen. Die meisten Gerüchte verblassen so schnell, wie sie auftauchen.
Doch manche bleiben.
Manche wachsen.
Und manche werden unmöglich zu ignorieren.
Dieses begann an dem Tag, an dem sie ankam.
Nicht nur, weil sie schön war, obwohl das gewiss oft genug gesagt wurde, sondern wegen dessen, was ihr Name bedeutete. Ihr Haus hielt Ländereien, zu wertvoll, um sie zu übersehen, und Loyalitäten, zu alt, um sie infrage zu stellen. Eine Heirat mit ihr würde nicht bloß eine Ehefrau einbringen.
Sie würde Einfluss sichern.
Macht.
Natürlich bemerkten die Prinzen sie.
Prinz Baelor bemerkte sie zuerst.
Der Erbe des Eisernen Throns war kein Mann, der sich leicht von Schönheit oder Flirten ablenken ließ. Seine Interessen lagen in der Staatsführung, im Glauben und im sorgfältigen Ausbalancieren der vielen zerbrechlichen Bündnisse des Reiches. Doch während eines abendlichen Festmahls ertappte er sich dabei, länger als beabsichtigt an ihrer Seite zu verweilen, hineingezogen in ein Gespräch, das mühelos von der Geschichte der Weite zu den Pflichten der Herrschaft wanderte.
Sie antwortete ihm nachdenklich, ohne Schmeichelei, ohne Zögern.
Es faszinierte ihn.
Nach jener Nacht sah man sie oft genug zusammen, um vertraut zu wirken.
Ein stiller Spaziergang in den Gärten.
Ein Gespräch an den Fenstern der Bibliothek, während der übrige Hof tanzte.
Gespräche, die sich länger dehnten, als beide zu bemerken schienen.
Nichts Skandalöses.
Bloß Gesellschaft.
Dann bemerkte sein Bruder sie.
Prinz Maekar war nicht für Spaziergänge in Gärten oder Verweilen bei höfischen Zusammenkünften bekannt. Er bevorzugte die scharfe Ehrlichkeit des Trainingsplatzes gegenüber der in Seide gehüllten Höflichkeit des Hofes.
Weshalb es alle überraschte, ihn selbst eingeschlossen, als er ihr eines Nachmittags dort begegnete.
Sie stand da und sah den Knappen zu, die unter der Nachmittagssonne trainierten, die Arme leicht verschränkt, während die Jungen mit stumpfem Stahl aufeinanderschlugen.
Maekar näherte sich und erwartete höfliches Lob oder schüchterne Neugier.
Stattdessen neigte sie den Kopf zu einem kämpfenden Jungen und sagte ruhig: „Sein Stand ist zu breit. Er wird das Gleichgewicht verlieren, wenn er noch einmal ausholt.“
Der Junge holte aus.
Und fiel prompt rückwärts in den Staub.
Maekar stieß ein Lachen aus, ehe er sich bremsen konnte.
„Scharfe Augen“, sagte er und musterte sie mit plötzlichem Interesse.
Ihr Lächeln war klein, aber unverkennbar erfreut.
So begann es.
Ein weiteres Gespräch.
Dann noch eines.
Bald genug bemerkte der Hof ein Muster.
Baelor, der mit ihr unter den Zitronenbäumen wandelte.
Maekar, der neben ihr über die Stadtmauern hinausritt.
Zwei Prinzen.
Eine Dame.
Zuerst waren die Gerüchte amüsiert.
Dann neugierig.
Schließlich unvermeidlich.
Die Angelegenheit erreichte die Brüder selbst.
Baelor sprach zuerst, wie es seine Art war.
„Ich beabsichtige, um sie zu werben“, sagte er schlicht.
Maekar lehnte sich in seinem Stuhl zurück, die Arme verschränkt.
„Dann solltest du es tun.“
Baelor betrachtete ihn sorgfältig. „Du klingst nicht überzeugt.“
„Bin ich auch nicht.“ Maekars Mundwinkel krümmten sich leicht. „Denn ich beabsichtige dasselbe.“
Stille blieb einen Moment lang.
Baelor seufzte leise. „Dir ist bewusst, dass der Hof ein Spektakel daraus machen wird.“
„Das hat er bereits“, erwiderte Maekar.
„Und du weigerst dich zurückzutreten?“
Maekars Antwort kam ohne Zögern.
„Ja.“
Baelor musterte ihn einen langen Moment, ehe ihm ein leiser, beinahe amüsierter Atemzug entfuhr.
„Du bist unmöglich.“
„Das hat man mir schon gesagt.“
Der Erbe erwog die Sache sorgfältig.
Dann sagte er schließlich: „Werbung existiert, damit eine Dame selbst entscheiden kann.“
Maekar hob eine Augenbraue.
Baelor fuhr ruhig und beständig fort.
„Wenn keiner von uns beabsichtigt beiseitezutreten, dann sollten wir vielleicht nicht so tun, als wäre es anders.“
Ein langsames Grinsen zog an Maekars Mund.
„Du schlägst vor, dass wir beide um sie werben.“
„Das tue ich.“
Maekar kicherte leise in sich hinein.
„Das wird den Hof in den Wahnsinn treiben.“
Baelor neigte den Kopf leicht.
„Ja.“
So begann die Übereinkunft.
Und zur großen Enttäuschung des Hofes führte sie nicht zu Rivalität.
Baelor warb um sie mit bedachten Gesten, seltenen Büchern, stillen Gesprächen, Abenden, an denen sie die schattigen Pfade der Gärten durchstreiften und über alles von Glauben bis zu den Bürden der Führung sprachen.
Maekar warb um sie mit einer anderen Art von Aufmerksamkeit: Ritten entlang des Schwarzwassers, scharfem Humor und einer direkten Ehrlichkeit, die den meisten Höflingen fehlte.
Manchmal kamen sie getrennt zu ihr.
Zunehmend kamen sie zusammen.
Der Hof beobachtete fasziniert, wie das seltsame Trio immer wieder erschien: der Erbe des Eisernen Throns, sein gewaltiger Bruder und die Dame, die irgendwie das Interesse beider gefesselt hatte.
Wochen vergingen.
Noch immer hatte sie nicht gewählt.
Und vielleicht das Seltsamste von allem war dies:
Keiner der Prinzen schien sonderlich darauf zu brennen, dass die Übereinkunft endete.
Die abendlichen Gärten sind still, als es wieder geschieht.
Der Sonnenuntergang ergießt Gold über die marmornen Pfade, die Luft warm und süß vom Duft der Rosen, die an den bleichen Steinmauern emporranken. Der Großteil des Hofes hat sich bereits zum Abendessen hineingezogen, sodass die gewundenen Gartenpfade beinahe leer sind.
Drei Gestalten schreiten langsam durch das schwindende Licht.
Sie steht zwischen ihnen.
Prinz Maekar geht zu ihrer Linken, groß und breitschultrig, die Hände hinter dem Rücken verschränkt in einer Haltung, die verrät, dass er Geduld zu üben versucht, statt sie zu besitzen. Sein scharfer Blick gleitet über die Hecken, den Pfad, die fernen Türme des Roten Bergfrieds, ehe er unweigerlich zu ihr zurückkehrt.
Zu ihrer Rechten geht Prinz Baelor, gefasst wie stets. Das weiche Licht fängt sich schwach in seinem silbernen Haar, während er spricht, seine Stimme ruhig und nachdenklich.
„Mir wurde gesagt, die Ernte in der Weite werde in diesem Jahr reich ausfallen“, sagt Baelor. „Wenn die Berichte stimmen, mag das Reich einen milderen Winter erleben.“
Maekar schnaubt leise.
„Du sagst das, als würde der Winter je auf Ernteberichte hören.“
Baelor wirft ihm einen Blick milder Geduld zu. „Vorbereitung ist selten verschwendet.“
„Und sich Monate im Voraus über Getreideerträge zu sorgen, ist selten vergnüglich“, erwidert Maekar trocken.
Baelors Lippen zucken leicht.
„Es war nicht als Vergnügen gedacht.“
Maekar wirft ihr da einen Blick zu, das leiseste Schmunzeln erscheint.
„Siehst du, was ich ertragen muss?“
Baelor antwortet, bevor sie es kann.
„Du erträgst sehr wenig. Du beschwerst dich bloß lautstark.“
Maekar schnaubt verächtlich, obwohl sich der Mundwinkel leicht hebt.
Einen Moment lang gehen die drei in angenehmer Stille unter den Rosen.
Dann wirft Maekar ihr erneut einen Seitenblick zu.
„Du hast den halben Nachmittag damit verbracht, mit uns durch Gärten zu wandern“, sagt er. „Du musst am Verhungern sein.“
Baelor neigt nachdenklich den Kopf.
„Das ist eine berechtigte Beobachtung.“
Maekar atmet in gespielter Erleichterung aus.
„Gut. Ausnahmsweise sind wir uns einig.“
Baelors Blick wandert zu ihr, ruhig und warm.
„Wenn es dir gefällt“, sagt er sanft, „würdest du uns vielleicht heute Abend zum Essen begleiten.“
Maekar fügt beinahe beiläufig hinzu:
„Uns beide.“
Baelor neigt den Kopf leicht.
„Es scheint nur fair.“
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Anmerkung der Autorin:
„One for the money and two for the show“ oder was auch immer Lana gesagt hat.
C.
Erstellt 5. März
Aktualisiert 28. Juni
Veröffentlicht 12. März