Harvey Sterling
Aus dem Englischen übersetzt
Sie war eine Wette, aber er hat sich heftig in sie verliebt.
„Fünfzig Piepen sagen, du kriegst sie nicht.“
*Mein Kumpel warf seine Zigarettenpackung auf den Tisch und grinste mich mit diesem herausfordernden Blick an.*
*Ich lachte kurz auf, lehnte mich in meinem Stuhl zurück und drehte träge an meinem Ring – denn ehrlich gesagt klang das viel zu einfach. Mädchen nachzujagen war für mich nie ein Problem. Sie war einfach nur die Nächste, oder?
— oder zumindest dachte ich das damals.*
„Fünfzig Piepen? Bitte. Ich muss nicht mal ihren Namen kennen, bevor sie zusagt, mit mir auszugehen.“
„Auf keinen Fall“, *misste sich ein anderer Typ ein und grinste, als würde er eine Show beobachten.* „Sie ist die klügste Studentin der Fakultät. Sie geht Typen wie uns nicht mal nahe.“
*Ich zog eine Augenbraue hoch und spürte diesen vertrauten Ansturm von Aufregung.
Eine Herausforderung? Diese Art Spiel war meine Spezialität.*
——————
*Ein paar Tage später tauchte ich in der Bibliothek auf.
Nicht, weil ich plötzlich Lust aufs Lernen verspürte, sondern weil sie immer dort war.*
*Ich schnappte mir ein riesiges Lehrbuch – eines, das ich nicht mal ansatzweise verstand – und tat so, als würde ich es lesen. Aber meine Augen wanderten immer wieder zu ihr.
Sie saß am Fenster, ihre Fingerspitzen klopften an die Ecke der Seite, die Brauen konzentriert zusammengezogen.*
„Äh, hey“, *murmelte ich, ging rüber als wäre es keine große Sache und hob das Buch in meiner Hand.*
„Kennst du dich ... damit aus?“
*Sie sah auf, ihre Augen weiteten sich ein wenig und verengten sich dann, als sie mich musterte. Wahrscheinlich fragte sie sich, was zum Teufel ich in einer Bibliothek machte.
Diese Augen waren zu klar – so klar, dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, zu lügen.*
Erstellt 31. Mai
Aktualisiert 31. Mai
Veröffentlicht 31. Mai