Erziehungskolumne aus „Topor“

Aus dem Englischen übersetzt

Educational column from "Topor"

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Kürzlich habe ich das Buch von André Maurois „Offener Brief an einen jungen Mann über die Wissenschaft vom Leben. Die Kunst des Gesprächs“ gelesen, und da ich niemanden habe, mit dem ich über dieses Buch sprechen oder diskutieren kann, habe ich beschlossen, euch ein wertvolles und, wie ich mich erinnere, recht interessantes Fragment zu präsentieren. Ich hoffe, es wird euch, meine lieben Freunde, gefallen.


Frauen

Und nun lasst uns über Frauen sprechen. Byron sagte: „Man kann weder mit ihnen noch ohne sie leben.“ Ihr werdet nicht ohne Frauen leben müssen – ihr werdet mit ihnen leben. Von früher Jugend an glaubte ich, dass sie dem Mann die intensivsten Freuden schenken, die ihm im Leben beschieden sind. Ich liebte die ersten Triebe des Gefühls, die ersten Begegnungen, die ersten Schritte zur Annäherung, die ersten Zugeständnisse, die „ersten scheuen Liebkosungen“. Fürchtet euch davor, euch aus Schüchternheit oder Unentschlossenheit solcher Erinnerungen zu berauben. Sie sind wunderschön. Selbst im Alter rufen sie noch Zärtlichkeit hervor. Diejenigen, die die jugendliche Liebe nicht erfahren haben, fühlen sich beraubt und werden sich nie trösten lassen. Es ist keineswegs notwendig, dass diese Liebesidyllen körperliche Intimität erreichen. In der Erwartung liegt so viel Zauber, dass es sich lohnt, sie zu verlängern. Weiht eure Jugend der zärtlichen Leidenschaft. „Die leidenschaftliche Liebe ist absurd“, schreibt Valerie. „Sie ist eine lächerliche Erfindung der Schriftsteller.“ Montherlant fügt hinzu: „Habe ich das nicht in allen meinen Werken gesagt?“ Und tatsächlich hat Montherlant stets „den fleischlichen Akt geehrt und die ‚Herzensergießungen‘ verachtet“. Ich rate euch nicht, den fleischlichen Akt zu verachten – er ist köstlich und „bereichert den Menschen so sehr“ (Valéry) –, aber außer den „Herzensergießungen“ gibt es auch echtes Gefühl. Nehmt zum Beispiel Stendhal, einen Zyniker, aber fähig zu wahnsinniger Leidenschaft. Ich wünsche euch, in der Liebe so glücklich zu sein wie er.

Ihr fragt: „Aber werde ich gefallen können? Und vor allem: Werde ich der gefallen können, die ich mag?“ Tröstet euch damit, dass sich Frauen dieselben Fragen stellen. Sie wollen noch mehr gefallen als ihr. Tröstet euch damit, dass auch sie nicht weniger von Verlangen gequält werden als wir. Ihr Körper erwartet die Liebkosung, die unser Körper ihnen geben möchte. Wenn ihr gutaussehend und unwiderstehlich seid, werdet ihr mehr Siege erringen als nötig. Wenn nicht, verzweifelt nicht. Es gibt hässliche Gesichter, aber angenehm in ihrer Eigenart. Und vor allem: Eine Frau wird einem galanten Mann jede Hässlichkeit verzeihen. Denkt daran: Fast alle Frauen langweilen sich. Sie sind einem Mann unendlich dankbar, der sie unterhält. Ich kannte einen großen Herzensbrecher, der hässlich wie die Sünde war. Aber wenn er eine Frau erobern wollte, belagerte er sie buchstäblich Tag und Nacht. Er überschüttete seine Angebetete mit Billetts, Blumen, sorgfältig ausgewählten Geschenken, die von seiner ausgezeichneten Kenntnis ihres Geschmacks zeugten. Zuerst empörte sich die Schöne, beklagte sich, befahl ihm aufzuhören. Dann gewöhnte sie sich an diese Überraschungen und konnte nicht mehr ohne sie sein. Früher hatten sie nächtliche Telefonanrufe irritiert, jetzt wartete sie mit angehaltenem Atem auf sie und sorgte sich, ob ihr Verehrer sich verspätete. Ihr Herz war erobert. Die Festung ergab sich.

Briefe können in eurem Privatleben eine große Rolle spielen. Ja, sogar in unserer Zeit. Natürlich sind sie nur für einen verliebten Mann, der gut schreiben kann, eine sichere Waffe. Aber die Liebe gibt Worte ein, und Frauen lieben Komplimente. Ein Brief wirkt stärker als ein Telefonanruf. Ein Telefongespräch ist immer Improvisation und daher weit von Vollkommenheit entfernt. Ein Brief kann ein Kunstwerk werden, eure Wünsche kleiden sich darin in eine vollkommene Form. Eure Geliebte wird einen schönen, von Liebe erfüllten Satz hunderte Male mit Freude und Stolz wiederlesen. In Gegenwart von Roxane ist Cyrano schüchtern, weil er sich für einen hässlichen Menschen hält, aber unter dem Deckmantel des schönen Christian schreibt er Briefe, die den Boden für einen Sturmangriff bereiten und die Schüchternheit überwinden. In Wahrheit liebt Roxane nicht Christian, sondern den Verfasser der Briefe, Cyrano. Seid euer eigener Cyrano. Habt ihr eine Frau erobert, so vernachlässigt sie nicht. Bleibt, wenn ihr gesiegt habt, galant: Das ist der Schlüssel zum Talent für die Liebe. Ich habe unwillkürlich in Reimen gesprochen, aber ich habe die reine Wahrheit gesagt. Ich wiederhole es euch: Frauen lieben es, dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkt, dass man sie mit Gesprächen unterhält. Wenn ihr das nicht tut, wird es ein anderer tun.

Der Ehrgeizige wird einwenden: „Ich habe keine Zeit für Spielereien. Arbeit und Karriere verlangen meinen vollen Einsatz. Frauen sind von Natur aus Zeitverschlinger; sie lieben, wie du selbst sagst, endloses Geplauder. Sie mögen Müßiggänger. Umso schlimmer für sie! Die Karriere zuerst.“ Der Ehrgeizige irrt sich und steckt sich selbst einen Stock in die Speichen. Karriere? Sie hängt in hohem Maße von Frauen ab. Sie gießen Kraft in den, der sie liebt; sie umgeben den, den sie liebt, mit Ehre. „Meine Karriere“, wiederholt der Ehrgeizige, aber Frauen schaffen und zerstören Karrieren. In welchem Land ihr auch lebt, welchen Beruf ihr auch wählt – neben einem mächtigen Mann, von dem euer Schicksal abhängt, steht immer eine Frau, auf deren Stimme er hört, selbst wenn er behauptet, ihre Meinung nicht zu berücksichtigen.

Und dann, zum Teufel mit eurer Karriere! Die Zeit, die man mit einer Frau verbringt, ist nicht verschwendet. Der Verstand eines Mannes muss mit dem einer Frau kommunizieren. Natürlich sind die modernen Frauen nicht wie die Frauen meiner Jugend, sie werden den Männern immer ähnlicher, aber das ist nur eine Huldigung an die vulgäre Mode. „Sie erhalten dieselbe Bildung; sie studieren die exakten Wissenschaften, Sport; sie haben das Recht zu wählen und gewählt zu werden. Sie als das schwächere Geschlecht zu behandeln, ist eine Art Rassismus.“ Ich rate euch nicht, sie als das schwächere Geschlecht zu behandeln, ich möchte, dass ihr sie als das andere Geschlecht behandelt. Zu meiner Zeit hatten Frauen ihre Periode, Schwangerschaften, Wechseljahre. Hat sich etwas geändert? Die Psychologie wird von der Physiologie bestimmt. Und die Physiologie ist nahezu unverändert ... Auguste Comte sah das Emotionale in den Frauen und das Aktive in den Männern. Das ist wohl wahr, denn Kinder müssen geliebt und getröstet werden, und Männer sind große Kinder, die „Liebe und zärtliche weibliche Liebkosungen“ brauchen.

Frauen, sagt ihr, haben das Recht zu wählen und gewählt zu werden? Natürlich. Aber nur sie benehmen sich in der Politik wie Frauen. Denn sie haben einen „Vaterkomplex“ – entstanden in der Kindheit, als ihr Vater das Haupt und die Stütze der Familie war. Sie wollen an der Spitze des Staates einen Helden sehen, der Respekt einflößt. Nicht wie James Bond. Diese Verkörperung aggressiver Männlichkeit lässt französische Frauen gleichgültig. Sie lieben Menschen, die „gesetzt, ehrenwert“ sind ...

Wenn Frauen in den Reihen der einen oder anderen Partei kämpfen, legen sie ihre ganze Seele in den Kampf. Im republikanischen Spanien gab es Pasionaria. Jede Revolution bringt ihre Strickerinnen hervor. Jede Untergrundbewegung findet ihre schönen Verschwörerinnen. Sie widmen sich der Politik mit demselben Eifer wie der Liebe. Das ist leicht zu verstehen. Wenn im Staat keine Ordnung herrscht, leiden die Frauen zuerst. Sie haben nicht genug Milch für ihre Kinder, Fleisch für ihre Männer. Da sie ihre Kinder in den Traditionen ihres Heimatlandes erziehen, sind sie konservativer als Männer. In England bleiben sie der königlichen Familie verbunden. Sie sind keineswegs dagegen, von einer Frau regiert zu werden. Ganz im Gegenteil. Königliche Schwangerschaften, Geburten, Hochzeiten, Trauerfälle berühren sie. Die Physiologie macht sie ihrer Herrscherin verwandt. Deren Leben wird Teil ihres Familienlebens. Aber sie wollen neben der Königin einen starken Mann sehen. Einen wie Prinz Albert, der neben Königin Victoria stand.

Eure Frau wird mehr Einfluss auf eure politischen Ansichten haben als ihr auf ihre. Wenn eure Überzeugungen schwach sind, wird sie euch zu ihrem Glauben bekehren. Sie wird euch tagsüber langsam und beharrlich zermürben und – zumindest in der Jugend – nachts schnell ihr Ziel erreichen. Der Mann muss sowohl im Geschäft als auch im politischen Kampf mit der Notwendigkeit rechnen. Ihm begegnen ständig Gesetze und Umstände. Die Frau fühlt sich freier. Der Ehemann übernimmt die Beziehungen zur Außenwelt. So wird neben euch immer ein Wesen leben, das ganz anders ist als ihr. Zuerst wird es euch viele Überraschungen bereiten, manchmal unangenehme, aber Verlangen und Liebe werden euch mit ihnen aussöhnen. Mit der Zeit werdet ihr ein anderer Mensch werden, und wenn ihr eure Frau liebt, werdet ihr einige ihrer Gewohnheiten teilen. Zuerst aus Liebe nachgebend, werdet ihr euch allmählich daran gewöhnen, nicht zu streiten.

Konflikte sind unvermeidlich, aber es gibt keine unlösbaren Konflikte in einer freundschaftlichen Ehe. Ihr werdet eure unantastbaren Schätze behalten: einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank, manchmal ein Auto. Im Übrigen werdet ihr eurer Frau völlige Handlungsfreiheit lassen und auf ihren Instinkt bauen.

Eine Frau braucht nicht so sehr Beweise wie ein Mann; sie lebt vom Glauben. Es ist gleichgültig, an wen – an Gott, an einen geliebten Menschen, an einen Vater oder – infolge von Ersetzung – an einen starken Mann. Und das wird euch helfen, wenn ihr, erschöpft von Arbeitsnöten und Missgeschicken, beginnt, das Leben düster zu betrachten. „Die Unglücke, die man vorbereitet, kommen nie; es geschieht etwas Schlimmeres“, sagt ein Mann (Jean Rostand). „So Gott will, wird alles gut werden“, sagt eine Frau. „Ein Mann bewegt sich ständig von Kampf zu Kampf. Daher denkt er kraftvoll und knapp, packt sofort den Stier bei den Hörnern. Die Macht eines Mannes ist wie jede Macht: Seine Urteile sind nicht anfechtbar“ (Alain).

Eine Frau bleibt optimistischer, weil ihr Schicksal ein menschliches Antlitz hat. Ihr Schicksal liegt in den Händen eines Wesens, das sie verführen, überzeugen, rühren, anflehen kann. Sie glaubt an Wunder, weil sie selbst welche vollbringt. Natürlich, wenn die Umstände eine Frau zwingen, eine männliche Rolle zu spielen, wenn sie die Leiterin eines Unternehmens oder gar eines Ministeriums wird, übernimmt sie die Manieren und die Denkweise der Männer. Aber ich bin nicht sicher, dass diese männliche Arbeit ihr dasselbe Glück bringt wie die Zusammenarbeit mit einem Ehemann oder einem Vorgesetzten, den sie respektiert. In den letzten Jahren wurde viel über die Frau-Person und die Frau-Sache gesprochen.

Die Antike kannte nur die Frau-Sache. Frauen wurden wie Kleidung gekauft. Gefangene waren Teil der Beute, die Sieger teilten sie unter sich auf. Selbst Penelope und Andromache entgingen nicht dem Schicksal der Frau-Sache. Wäre Odysseus nicht zurückgekehrt, hätte Penelope einen der Freier heiraten oder sterben müssen. Die Frau-Person wurde in der christlichen Ära geboren. In der Neuzeit wurden der Frau die Rechte einer souveränen menschlichen Persönlichkeit zuerkannt, deren Freiheit der Mann zu respektieren verpflichtet ist. Das ritterliche Ideal stellte die Frau über den Mann. Der mittelalterliche Paladin war stolz darauf, für seine Herzensdame zu kämpfen.

In der Praxis war jedoch alles nicht so wolkenlos. Nicht nur Prostituierte und Kurtisanen, sondern auch die Ehefrauen von Bürgern und Bauern blieben Sklavinnen der Männer. „Wir erziehen unsere Töchter wie Heilige und verkaufen sie dann wie junge Stuten“, sagte George Sand. Sie selbst erlitt in ihrer Jugend viele Demütigungen durch einen Ehemann, der ihrer nicht würdig war, und bewahrte ihr Leben lang eine bittere Erinnerung daran. Die Sitten sind heute nicht mehr dieselben.

Manche Frauen sprechen von einem Mann-Ding. Eine Mitgift, eine gute Partie ziehen nicht mehr so an wie früher, denn der einzige wahre Reichtum ist die Arbeit. Heutzutage leben nur wenige vom Geld ihrer Frau. Ein Mädchen, das unter Männern aufgewachsen ist, kann frei wählen. Sie verdient ihren eigenen Lebensunterhalt und braucht keinen Mann, der sie schnell in seine Obhut nimmt. Doch die Frau-Sache ist nicht völlig verschwunden. Andere glauben, es sei besser, nachts zu arbeiten, als tagsüber zur Arbeit zu gehen. Viele verdienen ihren Lebensunterhalt, verdienen aber wenig und nehmen bereitwillig die Unterstützung eines Mannes an. Manche werden Gegenstand einer Art Erpressung. Eine Verkäuferin ist abhängig vom Abteilungsleiter, eine Schauspielerin vom Produzenten, Drehbuchautor, Regisseur. Wenn ein Mann nicht allzu skrupelhaft ist und einer Frau ein Geschäft anbietet, findet nicht jede die Kraft zu widerstehen. Solche Nähe ohne Liebe gebiert Hass. Ich wünsche euch mehr seelischen Adel. Versucht, eine Frau nicht gegen ihren Willen zu halten. Das Glück liegt nicht darin, den Körper einer Frau zu erobern (das Wort Eroberung vermittelt die Aggressivität des Liebhabers), sondern darin, ihr Auserwählter zu werden.

Erstellt 2025. g. 1. marts

Aktualisiert 2025. g. 1. marts

Veröffentlicht 2025. g. 1. marts

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