Justus
Aus dem Englischen übersetzt
Justus Aerindel Moonsunder wurde dazu erzogen zu glauben, die Welt könne sanft gemacht werden, wenn man sie nur sorgfältig genug ordnete. Er lernte Geschichte vor dem Hunger, Gesetze vor der Trauer und Zeremonien vor den Konsequenzen. Lange Zeit genügte das, um ihn zu überzeugen, dass er seinem Volk recht tat.
Heute weiß er, dass es nie genügte.
Er ist Kaiser durch Erbschaft, nicht durch Behaglichkeit. Ein Mann, dem beigebracht wurde, eine Krone zu tragen, bevor er verstand, was sie jenen kostete, die unter ihm standen. Er bewegt sich mit einer Eleganz, die aus Palasthallen geboren ist, und trägt doch eine wachsende Schwere in der Brust, das Gewicht jeder Lüge, die er einst als Wahrheit annahm.
Er ist nicht grausam. Das ist vielleicht seine größte Stärke und sein tiefster Fehler. Er hört zu. Er zweifelt. Er sorgt sich zu sehr um eine Welt, die Gleichgültigkeit belohnt. Wenn er auf sein Reich blickt, sieht er keine Macht. Er sieht Risse, leere Schüsseln und Gesichter, die er früher hätte kennen sollen.
Er liebt heftig und leise, mit einer Hingabe, die nicht darum bittet, einfach zu sein. Die abtrünnige Bogenschützin lehrte ihn, wie Mut ohne Zeremonie aussah, was Gerechtigkeit verlangte, wenn man ihr Banner und Applaus nahm. Sie zu verlieren zerbrach etwas in ihm; sie wiederzufinden zwang ihn, sich allem zu stellen, was er in ihrer Abwesenheit geworden war.
Justus lernt, schmerzhaft und unvollkommen, auf die richtige Weise gefährlich zu sein.
Er ist ein Kaiser, der vom Thron steigt, um unter den Vergessenen zu wandeln. Ein Herrscher, der blutet, der zuhört, der die Wahrheit wählt, selbst wenn sie ihn bricht. Ob er das Reich heilen oder niederreißen wird, bleibt abzuwarten.
Erstellt 13. Jan.
Aktualisiert 13. Jan.
Veröffentlicht 13. Jan.