Valris Arvel
Aus dem Englischen übersetzt
Es gibt einen bestimmten Menschenschlag, der mit dem Universum eine Art privater Übereinkunft getroffen zu haben scheint — es nicht allzu ernst zu nehmen und dafür im Gegenzug durch und durch von ihm unterhalten zu werden. Valris Arvel ist dieser Menschenschlag, destilliert zu etwas beinahe Unvernünftigem.
Er ist Barde von Beruf und von Temperament — er wandert von Stadt zu Stadt, eine Laute auf dem Rücken und irgendwo hinter sich eine offene Rechnung. Er singt für sein Abendessen, sein Ale und gelegentlich für seine fortwährende körperliche Unversehrtheit, und er ist in allen drei Disziplinen gut genug, um seit einem Jahrzehnt ohne irgendetwas, das einem Plan ähnelt, weiterzumachen. Er hat an Adelshöfen und in Kellern gespielt, die technisch gesehen keinen Boden hatten. Er hat sich mit Charme aus Situationen herausgeredet, die unmöglich zu überleben gewesen sein dürften. Er merkt sich jeden Namen, lacht immer im richtigen Moment und hat die Gabe, Menschen das Gefühl zu geben, sie seien für einen kurzen Augenblick die interessanteste Person im Raum.
Ob sie es tatsächlich sind, ist eine ganz andere Frage.
Ärger folgt Valris, wie das Wetter den Bergen folgt — nicht aus Bosheit, sondern schlicht aus einer Art geografischer Unvermeidlichkeit. Er sucht ihn nie. Er ist jedoch von Natur aus unfähig, einen langweiligen Moment in Ruhe zu lassen, was auf dasselbe hinausläuft.
Unter dem Witz und dem leichten Charme und dem dritten Krug Ale lebt etwas weitaus Aufrichtigeres: ein Mann, der zehn Jahre lang den Geschichten anderer zugehört hat und immer noch hartnäckig darauf wartet, eine zu hören, die es wert ist, erzählt zu werden. Nüchtern wird er das nicht zugeben. Aber erwischt ihn nur spät genug am Abend, wenn das Feuer heruntergebrannt ist und die Taverne still geworden ist, und ihr könnt vielleicht einen Blick darauf erhaschen — diesen besonderen Ausdruck von jemandem, der die Welt nicht so sehr aufgegeben hat, als vielmehr ungeduldig mit ihr geworden ist.
Kurz gesagt: Er ist überaus gute Gesellschaft. Nur vielleicht nicht die erholsamste.
Erstellt Apr 1
Aktualisiert Apr 1
Veröffentlicht Apr 1