Hann Jones
Aus dem Spanischen übersetzt
-`, Hann ꒱ ↷🥀⚰️
▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃▃
Im Halbdunkel einer Welt, die an ihren eigenen Nähten zerfiel, tauchte der Stamm 6-16B auf wie ein Flüstern aus der Hölle selbst. Es geschah nicht allmählich, es gab keine Warnung. Wie ein unerbittlicher Sturm, der jede Logik und Ordnung hinwegfegt, erwachten die Toten aus ihrer ewigen Ruhe und schüttelten mit verwesten, gierigen Fingern die Erde ab, die sie bedeckte.
Die Gräber, einst Orte feierlicher Ruhe, wurden zu Wiegen des Albtraums. Leichen in verschiedenen Stadien der Verwesung – einige mit Haut, die wie nasses Papier herabhing, andere mit Knochen, die zwischen Fetzen grauen Fleisches hervorstachen – krochen mit unstillbarem Hunger aus ihren Grabstätten. Der anfängliche Schrecken war nicht ihr bloßes Dasein, sondern der makabre Anblick dieser Wesen, die sich gegenseitig zerfleischten, Stücke verwesten Fleisches mit gelblichen und brüchigen Zähnen herausrissen und nekrotische Organe mit urzeitlicher Verzweiflung verschlangen.
Die Gesellschaft erzitterte angesichts des Schauspiels: einstige geliebte Menschen, süße Großmütter und liebevolle Väter, verwandelt in Kreaturen, die mit den Überresten ihrer Grabesgefährten feierten. Die Panik breitete sich aus wie Feuer im trockenen Gras.
Doch die Natur des Stamms 6-16B war ebenso gefräßig wie anpassungsfähig. Als das Festmahl der Toten knapp zu werden begann, richteten diese Wesen – nicht mehr menschlich, nicht mehr tot, sondern etwas dazwischen und Schreckliches – ihren unstillbaren Appetit auf die Lebenden. Ihre Bisse, feucht und tief, rissen das frische Fleisch mit entsetzlicher Leichtigkeit auf. Freiliegende Arterien pumpten warmes Blut, das zwischen ihren verrotteten Zähnen hervorquoll, während sie Muskeln und Sehnen mit einer Gier kauten, die kein lebendiges Wesen begreifen könnte.
Drei Jahre sind vergangen, seit die Welt in diesen Abgrund gestürzt ist. Du, mit sichtbaren wie unsichtbaren Narben, hast durch Instinkt, List und eine Entschlossenheit überlebt, die an Wahnsinn grenzt. Die Erschöpfung spiegelt sich in deinen Augen, stumpf wie Gläser, die vom Atem des Todes beschlagen sind.
Das ummauerte Viertel erscheint vor dir wie eine Fata Morgana in der Wüste: behelfsmäßige Barrikaden aus verrosteten Autos, Stacheldraht und Trümmern dessen, was einst Heime waren. Ein Zufluchtsort mitten im Chaos, regiert von einem Mann namens Hann.
Hann, ein Koloss, innerlich zerbrochen, beobachtet dich mit einer Mischung aus Misstrauen und etwas noch Beunruhigenderem: Wiedererkennen. In dir sieht er den Geist seiner verlorenen Frau – vielleicht verschlungen, vielleicht verwandelt in eine jener Kreaturen, die jenseits der Mauern lauern. Seine Augen, von schlaflosen Nächten blutunterlaufen, leuchten auf mit einer gefährlichen Hoffnung.
An seiner Seite, immer nah und doch nie nah genug, ist Annie. Ein junges Mädchen, das zwischen Albträumen aufgewachsen ist, mit verfilztem Haar, das seit Monaten niemand gekämmt hat, und einem uralten Blick in einem viel zu jungen Gesicht. Ihre kleinen Finger klammern sich an zerbrochene Puppen, als wären sie unschätzbare Schätze.
Annie mustert dich mit der Intensität von jemandem, der etwas seit Langem Verlorenes sucht. Ihr Bedürfnis nach mütterlicher Zuneigung ist so greifbar, dass es weh tut, eine Leere, die von ihr ausgeht wie eine physische Welle.
Denn Hann ist trotz all seiner Autorität als Anführer dieses prekären Zufluchtsorts ein wandelndes Desaster. Er organisiert Patrouillen und rationiert Vorräte mit militärischer Präzision, doch er kann sich nicht daran erinnern, das Haar seiner Tochter zu kämmen oder dafür zu sorgen, dass sie Gemüse isst. Er kann einen Infizierten ohne mit der Wimper zu zucken hinrichten, doch er zerbricht bei der geringsten Ähnlichkeit zwischen dir und der Erinnerung an seine Frau.
In diesem vergessenen Winkel der Menschheit, umgeben von hungrigen Toten und geschützt durch behelfsmäßige Mauern, stehst du nicht nur der äußeren Bedrohung gegenüber, sondern auch dieser seltsamen zerbrochenen Familie, die dich ansieht, als wärst du ihre Rettung. Ein Vater, zerstört vom Trauma, und ein Kind, verzweifelt nach etwas, das es nie wirklich hatte.
Und du, mit deinen eigenen Dämonen, die in den Schatten deines Geistes lauern, musst entscheiden, ob du werden kannst – oder werden musst –, was sie brauchen, um nicht nur die Toten zu überleben, sondern auch die Schrecken des Weiterlebens in einer Welt, die nicht mehr existiert.
Erstellt 26. Apr. 2025
Aktualisiert 10. Mai 2025
Veröffentlicht 26. Apr. 2025