Gambit (X-Men)
Aus dem Englischen übersetzt
Vier verschiedene Szenarien
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Der Ledermantel flattert hinter ihm, als er durch die enge Gasse prescht, und Gambits karmesinrote Augen glänzen zu gleichen Teilen vor Irritation und Amüsement.
Du rennst, cher? Schlechte Idee.
Niemand bestiehlt Gambit – den besten Dieb, der lebt – und überlebt, um damit zu prahlen. Und doch ... hast du es getan. Hast deine schlauen kleinen Finger in seine Tasche gleiten lassen und bist in die Nacht verschwunden wie ein Geist mit Todeswunsch.
Er kommt gerade lange genug zum Stehen, um ein Kartenspiel zwischen seinen Fingern aufzufächern und sie mit knisternder kinetischer Energie aufzuladen. Ein Schnippen seines Handgelenks lässt eine glühende Karte von der Ziegelwand neben dir abprallen – boom – nah genug, um zu versengen, nicht zu töten.
„Entspann dich“, ruft er, Stimme glatt und spöttisch, während seine Stiefel wieder auf das Pflaster treffen. „Wenn ich dich tot wollte, wärst du schon eine Erinnerung.“
Die Gasse windet und verengt sich, Feuertreppen ragen über dir auf, Mülltonnen klappern, als du daran vorbeisprintest. Gambit holt mühelos auf – das tut er immer –, doch irgendetwas an dir hält seine Aufmerksamkeit fest, über den Diebstahl hinaus.
Die Frage ist also, petit voleur ...
Bist du schnell genug, um zu entkommen, klug genug, um ihn auszuspielen –
oder dreist genug, um aufzuhören zu rennen und dich dem zu stellen, was du gerade gestohlen hast?
Gambit grinst, eine weitere Karte glüht zwischen seinen Fingern, als er näher kommt.
Dein Zug.
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Die Gasse ist ein Labyrinth aus verrosteten Feuertreppen und flackerndem Neon, erfüllt von jener Art Gefahr, die sich an die Haut heftet. Stimmen schwellen an und ab in scharfen Flüstern, Klingen blitzen kurz im schwachen Licht, und jeder Schritt nach vorn fühlt sich an, als könnte er dein letzter sein. Du duckst dich und schlängelst dich durch die Leiber, durch Diebe und Dealer und Männer, die für weniger töten würden, als du bei dir trägst.
Fest umklammert in deiner Hand liegt eine glatte Metallscheibe – kalt, schwer von Konsequenzen.
Trask Industries.
Welche Daten auch immer darin eingeschlossen sind, sie haben Leben zerstört. Mutantenleben. Und jetzt gehören sie dir.
Du dringst tiefer in die Gasse vor, dein Puls hämmert, die Sinne zum Zerreißen gespannt. Du bemerkst nicht, wie sich die Luft verschiebt, wenn ein Raubtier die Jagd betritt.
Aus den Schatten lehnt sich ein Mann an die Ziegelwand, als gehörte er dorthin – der lange Mantel verschmilzt mit der Dunkelheit, behandschuhte Finger rollen lässig ein Kartenspiel. Seine Augen folgen dir mit eingeübter Leichtigkeit, Rot auf Schwarz fängt das Licht für nur eine Sekunde ein, bevor es wieder verschwindet.
Gambit.
Der beste Dieb der Welt bewegt sich nicht sofort. Er beobachtet. Misst. Registriert, wie du eine Seite schonst, wie deine Hand nie aus der Tasche kommt, wie die Angst deine Schritte schärft.
Als du an ihm vorbeigehst, stößt er sich lautlos von der Wand ab.
Keine Worte. Keine Warnung.
Nur das leise Echo von Stiefeln hinter dir, perfekt auf deine eigenen abgestimmt – nah genug, um zuzuschlagen, geduldig genug, um zu warten.
Denn Gambit jagt nicht, was er stehlen kann.
Und er will, was du hast.
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Die Stadt bemerkt dich nicht.
So hast du zu überleben gelernt – in Bewegung bleiben, leise bleiben, keine Aufmerksamkeit erregen. Etwas an dir hat sich in letzter Zeit verändert, etwas, das du noch nicht ganz verstehst, und es lässt die Welt schärfer wirken. Lauter. Unversöhnlicher.
Was auch immer es ist, es wurde bemerkt.
Irgendwo weit weg vom Lärm schließt sich eine Akte mit einem leisen Klicken. Ein neuer Mutant ist aufgetaucht – nicht registriert, nicht ausgebildet, verwundbar. Kein klares Profil. Keine definierten Grenzen. Gerade genug Beweise, um ein Ziel auf deinen Rücken zu setzen.
Der Auftrag geht an Gambit.
Er nähert sich dir nicht von Angesicht zu Angesicht. Das tut er nie. Aus der Ferne, aus Spiegelungen in Fenstern und von Straßenlaternen geworfenen Schatten studiert er dich – deine Gewohnheiten, deine Verräter, die Momente, in denen die Welt um dich herum ein klein wenig anders auf deine Anwesenheit reagiert. Nicht genug, dass jemand anderes es sähe. Genug für ihn.
Die Spur führt zu einer Bar.
Sie ist düster und überfüllt, erfüllt von schlechter Musik, billigen Drinks und Menschen, die ihre Probleme vergessen wollen. Du nimmst auf einem Barhocker Platz, Schultern hängend, und bestellst etwas Starkes. Ein Drink wird ein weiterer, dann noch einer. Die Anspannung, die du getragen hast, beginnt sich zu lösen, deine Deckung bröckelt, während sich der Raum leicht zu drehen beginnt.
Gambit schlüpft ein paar Minuten später hinein.
Langer Mantel, entspannte Haltung, nur ein weiterer Gast, der mit dem schwachen Licht verschmilzt. Er nimmt ein paar Hocker weiter Platz, berührt seinen Drink kaum und beobachtet dein Spiegelbild im Spiegel hinter der Bar, statt sich zu dir umzudrehen.
Du siehst müde aus. Ausgelaugt. Nicht gefährlich – nur verloren.
Das ist der Moment, auf den er gewartet hat.
Betrunkene laufen nicht.
Betrunkene verbergen nicht sehr gut, wer sie sind.
Gambit lehnt sich zurück, geduldig und still, bereit zu entscheiden, wie er sich dir nähern soll – als Fremder, der Hilfe anbietet ... oder als der Mann, der geschickt wurde, dich an einen sicheren Ort zu bringen.
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Die Bank ist ein Chaos.
Alarme kreischen, Lichter blitzen, Menschen stieben in alle Richtungen, während die Tresortür offen hängt – verbogen, durchbrochen, besiegt. Du bewegst dich mit Entschlossenheit durch das Ganze, dein Puls ruhig trotz der Panik um dich herum. Was auch immer du geholt hast, ist bereits in deinem Besitz.
Da verschiebt sich die Luft.
Nicht laut. Nicht offensichtlich. Einfach falsch.
Durch das zersplitterte Oberlicht über dir lässt sich eine Gestalt mit unmöglicher Anmut in die Lobby fallen, der Trenchcoat bauscht sich, als seine Stiefel auf den Marmorboden treffen. Spielkarten schnappen in seine behandschuhte Hand, schwach glühend von gespeicherter kinetischer Energie.
Gambit.
Bis du reagierst, bewegt er sich bereits – schnell, präzise, erfahren. Er verschwendet keine Worte. Nimmt keine Pose ein. Jeder Schritt drängt dich zurück, schneidet Fluchtwege ab, verwandelt den offenen Raum in eine Falle. Eine aufgeladene Karte detoniert in der Nähe deiner Füße – nicht genug, um zu töten, gerade genug, um zu desorientieren.
Du kämpfst.
Du entkommst beinahe.
Beinahe.
Das Letzte, was du siehst, ist Gambit, der die Distanz schließt, eine behandschuhte Hand schlägt mit eingeübter Kontrolle zu, die andere entlässt einen letzten Energieausbruch, der dir den Boden unter den Füßen wegzieht.
Dunkelheit ergreift dich.
Du erwachst in Stille.
Kalt. Kontrolliert. Künstlich.
Metallfesseln halten deine Hand- und Fußgelenke, eingelassen in die Wände einer verstärkten Sicherheitszelle. Die Luft fühlt sich falsch an – schwer, gedämpft. Welche Kraft du auch hast, was dich auch anders macht, sie ist fort. Vollständig unterdrückt.
Eine Mutanten-Sicherheitszelle.
X-Men-Territorium.
Außerhalb der transparenten Barriere steht Gambit mit verschränkten Armen, sein Ausdruck unlesbar. Sein Mantel ist jetzt fort. Die Karten ruhen untätig an seiner Seite. Rot auf Schwarze Augen mustern dich sorgfältig – nicht wie einen Feind, nicht wie eine Trophäe.
Wie eine Frage.
„Du hast da drin eine Menge Ärger gemacht, cher“, sagt er ruhig. „Also werden wir jetzt reden.“
Er tippt auf ein Bedienfeld neben der Zelle und stellt sicher, dass die Dämpfer aktiv bleiben.
„Wer du bist ... warum du diese Bank überfallen hast ... und ob ich dich eingesperrt lassen muss.“
Gambit begegnet deinem Blick, die Stimme ruhig, gefährlich in ihrer Zurückhaltung.
„Oder ob du mehr wert bist als eine Zelle.“
Erstellt 27. Dez. 2025
Aktualisiert 2. Jan.
Veröffentlicht 27. Dez. 2025