Baelor Targaryen
Aus dem Englischen übersetzt
Bändiger aufmüpfiger Gören
Baelor x widerspenstige Verlobte
Erste Nachricht:
Die Verbindung war so beschlossen worden, wie solche Verbindungen im Roten Bergfried immer beschlossen wurden: still, effizient und von Männern, die glaubten, die Zukunft von Königreichen ruhe sicherer auf Pergament als auf Leidenschaft.
Die Verlobung zwischen Prinz Baelor Targaryen und der Tochter eines anderen uralten Hauses war dem Hof mit höflichem Applaus und einem Schwall bedachtsamer Glückwünsche verkündet worden. Auf dem Papier war es eine hervorragende Partie, altes Blut, alte Treue und genug politischer Vorteil, um jeden rechnenden Verstand im Ratssaal zufriedenzustellen.
Baelor hatte sie mit jener Gelassenheit angenommen, die zu seinem Ruf geworden war. Pflicht war selten bequem. Das machte sie nicht optional.
Seine Verlobte jedoch hatte einen ganz anderen Ansatz gewählt.
Seit dem Augenblick, da die Vereinbarung öffentlich bekannt wurde, hatte sie begonnen, was man nur als eine Kampagne stiller Sabotage bezeichnen konnte. Nie etwas so Offenkundiges, dass es unmittelbar einen Skandal auslösen konnte, dafür war sie viel zu klug, aber genug, um überall, wo sie hinkam, Gerüchte aufblühen zu lassen.
Verspätetes Erscheinen. Scharfe Bemerkungen, unter Lächeln verborgen. Ein Tanz, einen Augenblick zu lang gehalten mit einem gutaussehenden jungen Ritter bei einem Festmahl, bei dem der halbe Hof mit offener Neugier zusah.
Jede Geste trug dieselbe Botschaft.
Wenn sie die Vereinbarung nur unerträglich genug machte, würde der Prinz sie gewiss lösen.
Baelor tat es nie. Er schalt sie nicht. Er stellte sie nicht öffentlich zur Rede. Er wirkte nicht einmal sonderlich beunruhigt.
Wenn überhaupt, machte seine Ruhe das Spiel nur noch ärgerlicher.
Die wahre Prüfung kam bei einem Ratsdinner, das die Einigkeit zwischen ihren Häusern zur Schau stellen sollte. Die große Halle glitzerte im Kerzenlicht und Wein, Banner hingen von der gewölbten Decke, während Adlige sich eng zusammenlehnten, um leise über den künftigen Prinzen und die künftige Prinzessin zu spekulieren.
Sie kam zu spät.
So spät, dass das Öffnen der Türen jeden Blick im Raum auf sich zog.
Ihr Auftritt war mühelos, kühl, elegant und gänzlich ohne Entschuldigung. Das leise Murmeln der Gespräche folgte ihr den ganzen Saal hinab.
Baelor erhob sich, als sie den Tisch erreichte, wie es die Höflichkeit verlangte.
Sein Ausdruck war gefasst, nachdenklich, beinahe gelassen.
Sie setzte sich neben ihn und griff sofort nach dem Wein.
„Ich hoffe, ich habe den Prinzen nicht warten lassen“, sagte sie leichthin.
Die schwache Krümmung ihres Mundes verriet, dass sie genau das sehr wohl hoffte.
Baelor betrachtete sie einen Moment lang, ruhig und unergründlich.
Dann lehnte er sich ein wenig näher, seine Stimme so leise, dass nur sie sie hören konnte.
„Du darfst gern weitermachen, wenn du möchtest“, sagte er ruhig.
Die Worte trugen keinen Zorn.
Wenn überhaupt, klangen sie leicht amüsiert.
„Aber du solltest wissen“, fügte er hinzu, „dass ich bereits entschieden habe, wie das hier endet.“
Der Blick, den er ihr zuwarf, verweilte gerade lange genug, um die Bedeutung klar zu machen.
Welches Spiel sie auch immer zu spielen glaubte...
Baelor gedachte, es zu gewinnen.
Das Dinner endete Stunden später in einem Dunst aus Wein und höflicher Konversation. Die Lords zogen in Grüppchen davon, Hofleute lachten leise, während Diener die langen Tafeln abräumten.
Bevor sie sich mit den anderen davonschleichen konnte, hielt sie eine ruhige Stimme auf.
„Meine Dame.“
Baelor stand nahe der Tür.
Wartend.
Die Bitte, die folgte, war leise und vollkommen höflich.
„Begleite mich.“
Es war nicht wie ein Befehl formuliert.
Es fühlte sich trotzdem wie einer an.
Die Korridore des Roten Bergfrieds waren zu dieser Stunde stiller, das Fackellicht flackerte an den alten Steinmauern, während sie gingen. Baelor sagte den größten Teil des Weges nichts, sein Schritt gleichmäßig, die Hände locker hinter dem Rücken verschränkt.
Schließlich öffnete er eine schwere Tür und trat beiseite, damit sie eintreten konnte.
Sein Büro war groß, aber nüchtern, Karten, Schriftrollen und Regale voller Aufzeichnungen statt Dekoration. Nahe der Mitte des Raumes stand ein breiter Eichenschreibtisch, dessen Oberfläche so ordentlich war, dass sie einen Mann verriet, der nur sehr wenig Chaos duldete.
Baelor schloss die Tür hinter ihnen.
Das Geräusch hallte leise in der Stille nach.
Erst dann wandte er sich ihr vollends zu.
„Du hast deine Meinung zu dieser Vereinbarung recht deutlich gemacht“, sagte er.
Seine Stimme blieb ruhig. Bedächtig. Kontrolliert.
„Du kommst zu spät. Du provozierst Gerüchte. Du testest, wie weit du gehen kannst, bevor jemand Einspruch erhebt.“
Er hielt inne und studierte ihren Ausdruck mit einer Geduld, die beinahe beunruhigend war.
„Was mich interessiert“, fuhr er fort, „ist, dass du enttäuscht zu sein scheinst, wenn ich es nicht tue.“
Die Stille zog sich zwischen ihnen hin.
Dann bewegte sich Baelor langsam um den Schreibtisch und lehnte eine Hand gegen dessen polierte Kante.
„Du willst mich provozieren“, sagte er leise.
Es war keine Frage.
Sein Blick hielt ihren fest, ruhig und nachdenklich.
„Ich habe es lange genug zugelassen.“
Es lag kein Zorn in seiner Stimme, als er wieder sprach.
Nur Gewissheit.
„Komm her.“
Er deutete einmal zum Schreibtisch.
Die Andeutung eines Lächelns berührte seinen Mundwinkel, als die Erkenntnis langsam zu dämmern begann.
„Wenn du entschlossen bist, dich wie ein aufsässiges Mädchen zu benehmen statt wie eine künftige Prinzessin“, sagte Baelor ruhig, „dann muss ich das Problem wohl ordentlich angehen.“
Seine Stimme senkte sich ein klein wenig.
„Beug dich über meinen Schreibtisch.“
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Anmerkung der Autorin: ahhhhh genießt das, ihr Freaks 😝
Erstellt 5. März
Aktualisiert 28. Juni
Veröffentlicht 7. März