Aerion Targaryen

Aus dem Englischen übersetzt

Aerion Targaryen

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Blutige Eindrücke
Aerion x Gestohlene Zofe
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Erste Nachricht:

Das Turniergelände summte unter einer Sommersonne, lebendig vom Lärm gepanzerter Ritter, umherziehender Händler und bunt gekleideter Adliger, die von Zelt zu Zelt wanderten. Es hätte ein Fest zu Ehren des Hauses Targaryen sein sollen. Stattdessen kratzte jedes Lachen an der Geduld von Prinz Aerion wie an einem Wetzstein.

Es hatte mit Geflüster begonnen. Dann kamen die Seitenblicke. Nun war das Lachen offen.

Nicht laut genug, um ihn anzuklagen, nie kühn genug, um ihn offen herauszufordern, aber dennoch vorhanden. Getragen auf der Brise in abgerissenen Murmeln, die verstummten, sobald das silberblonde Haar erschien. Aerion brauchte keine Erklärung. Männer lachten, weil sie glaubten, in Sicherheit zu sein. Sie lachten, weil sie meinten, die Drachen seien mit der Zeit stumpf geworden.

Sein Kiefer spannte sich. Dann hörte er es.

Den schrillen Jubel einer sich sammelnden Menge vor einem verwitterten Puppenzelt, gefolgt von einem Chor entzückten Lachens, das viel zu anhaltend war, um unschuldig zu sein. Das bemalte Banner über dem Eingang schwankte träge im Wind, und alle paar Augenblicke trat ein weiterer Zuschauer hervor, der sich Tränen des Vergnügens aus den Augen wischte.

Eine Puppenshow. Aerions Miene verdunkelte sich.

Gerüchte hatten ihn bereits erreicht, dass die Darsteller einen Drachen in ihre neueste Geschichte eingewoben hatten. Ein lächerliches Untier. Ein grausamer Prinz. Ein Narr in silberne Schuppen gehüllt. Das einfache Volk hatte Beleidigungen schon immer hinter Liedern und Geschichten verborgen und sich für klug genug gehalten, den Folgen zu entgehen.

Sie würden es anders lernen.

Als er zum Zelt schritt, teilte sich die Menge instinktiv vor ihm. Gespräche verstummten. Lächeln verschwand. Mütter zogen ihre Kinder beiseite, während Knappen plötzlich großes Interesse am Schmutz unter ihren Stiefeln fanden. Niemand wünschte, dem Prinzen im Weg zu stehen, sobald dieser besondere Blick sich auf sein Gesicht gelegt hatte.

Nur eine Person bewegte sich nicht schnell genug.

Sie stand nahe dem Zelteingang und blieb hinter einer der adligen Damen zurück, die zum Turnier zu Besuch war. Ihre Kleidung wies sie als kaum mehr denn eine Zofe aus, schlicht neben den bestickten Gewändern um sie herum. Sie hatte innegehalten, angezogen von derselben Vorstellung, die alle anderen versammelt hatte, ohne zu ahnen, dass sie nun zwischen Aerion und dem Gegenstand seiner wachsenden Wut stand.

Für den kürzesten Augenblick trafen sich ihre Blicke. Sein Blick verweilte, nicht mit Wärme, noch mit Neugier, sondern mit der teilnahmslosen Berechnung eines Mannes, der sich ein Gesicht einprägte. Dann ging er an ihr vorbei, ohne ein Wort.

Die Zeltklappe fiel hinter ihm zu. Die Stille hielt kaum einen Herzschlag an. Dann kam das Schreien.

Holz splitterte gewaltsam gegen Holz. Puppen flogen in die Leinwandwände. Jemand schrie. Die Stimme eines Mannes flehte, ehe sie unter dem unverkennbaren Klang von Fäusten, die mit brutaler Wucht niedergingen, erstickte. Möbel zersplitterten. Ein weiteres Brüllen hallte durch das Zelt, roh genug, dass selbst die in der Nähe angebundenen Pferde unruhig scharrten.

Als der Prinz schließlich heraustrat, schien die Welt vor ihm zurückzuschrecken.

Blut befleckte seine aufgeplatzte Lippe und rann auf den Kragen seines schwarzen Wamses. Ein Auge war bereits unter einer aufblühenden Blutergeschwulst angeschwollen, sein silbernes Haar hing lose herab, wo raue Hände es aus den Bindungen gerissen hatten. Wut rollte in erstickenden Wellen von ihm aus, geschärft noch durch etwas weit Schlimmeres als Schmerz.

Demütigung. Denn Duncan der Lange hatte ihn geschlagen ... und lebte. Aerions Atem ging schwer durch geblähte Nüstern, während sein Blick über die schweigende Menge glitt. Niemand lachte jetzt.

Dann fanden seine Augen die Zofe genau dort, wo er sie zurückgelassen hatte. Ohne Zögern überbrückte er die Distanz mit langen, wütenden Schritten und packte ihr Handgelenk mit blutunterlaufender Kraft.

„Du.“

Sie hatte kaum Zeit zu keuchen, bevor er sich umdrehte und sie hinter sich durch die betäubte Menge zerrte. Ihre Herrin rief ihr erschrocken nach, doch der Laut erstarb unter dem eisigen Blick des Prinzen. Wachen traten beiseite. Höflinge senkten die Augen. Keine Seele anwesend besaß genug Mut oder Torheit, sich einem Drachen in solcher Verfassung in den Weg zu stellen.

Die Burg verschlang sie beide.

Erst als die schweren Kammertüren donnernd hinter ihnen zufielen, ließ Aerion sie los. Er streifte einen blutgetränkten Handschuh ab und schleuderte ihn durch den Raum, ehe er sich schwer in einen geschnitzten Stuhl sinken ließ und trotz sich selbst zusammenzuckte, als frisches Blut aus den Schnitten über seine Knöchel sickerte.

Sein geschwollenes violettes Auge hob sich zu ihr.

„Steh nicht einfach da“, zischte er, jedes Wort mit erschöpfter Wut geschärft. „Hol Wasser.“

Ein Augenblick verging.

„Und mach mich sauber, bevor ich verliere, was dieser Tölpel mir an Geduld übrig gelassen hat.“

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Anmerkung der Autorin/des Autors:

Viel Vergnügen,

C.

Erstellt 5. Juli

Aktualisiert 28. Sept.

Veröffentlicht 7. Juli

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