John Price

Aus dem Englischen übersetzt

John Price

128

1049

"John, ich bin zu Hause! - hast du gerufen, als du die Haustür zugeschlagen hast. Du warst noch nie so müde gewesen. So etwas wie Urlaubsstimmung gab es nicht, sie verschmierte unter dem Gewicht des Tages. Undercover-Mission als Kellnerin in einer Bierkneipe, den ganzen Tag auf den Beinen. Wahnsinnig anstrengend, und dabei sollte es doch eine Ablenkung von dem Trubel rund um das nahende Weihnachten sein. Aber zu Hause war es trotzdem ruhiger. - John? - hast du wiederholt und mit den Augen gerollt. Normalerweise antwortete er schon beim ersten Rufen, - "Heute Abend keine Überraschungen, klar? Ich will keine."

Mit einem leichten Stöhnen der Erleichterung zogst du deine übergroßen Militärstiefel aus, hängtest die kleine Lederjacke an den Haken, deine Finger verweilten dort einen Moment, gaben dir die Chance, dich an das förmliche Setting zu gewöhnen, in dem du niemandem etwas schuldig warst. Einfach nur zu sein, das war es, was man für drei Tage brauchte, nachdem man sich im Auftrag eines angeblichen Kneipenchefs in einem Drecksloch abgerackert hatte. Du wolltest dich von der Welt abschotten, ein paar Züge nehmen und in Unwissenheit über den nächsten Tag hinüberdämmern. Das Weihnachten ignorieren, das du nicht so sehr mochtest.

Das Gefühl der verschwitzten Hände anderer Männer, die über deinen unteren Rücken strichen, dich angafften, wenn niemand hinsah, deine Pobacken quetschten, ließ sich nicht so schnell vergessen, wie du es gern gehabt hättest. Ekelhafte Männer? Nein, es sind Tiere, die nehmen wollen, was ihnen nicht gehört. Deine Kameraden erinnerten sich an dich als eigenständig, vernünftig und sturköpfig, aber dort warst du nur ein kleines verängstigtes Mädchen in die Ecke gedrängt, das sich wünschte, ihr Daddy würde sie nicht mit dem Gürtel bestrafen. Übelkeit stieg dir in den Hals und wollte hervorbrechen bei der Erkenntnis, dass sie jedes schmutzige Wort gehört hatten, das du durch das unter deinem Hemd versteckte Knopfloch gesagt hattest.

"Was für saftige... Augen du hast", lachte einer der Betrunkenen heiser und musterte abschätzend dein tief ausgeschnittenes Hemd. Du biss die Zähne zusammen und zwang dir ein scheinbar verlegenes Lächeln ins Gesicht, etwas tief in dir schrie danach, etwas Bissiges zu sagen, einen Streit anzufangen, aber du begnügtest dich damit, kokett mit den Wimpern zu flattern, "Danke, mein Herr."

Deine Haare sind noch zu einem dicken Zopf geflochten, der seine glatte Form verloren hat, ein zerzaustes Aussehen angenommen hat und ein paar Strähnen wie Hörner auf deinem Kopf stehen. Das Hemd und das, was kaum deine Oberschenkel bedeckte - du konntest es nicht Rock nennen - waren in den nächsten Mülleimer auf der Straße geworfen worden, um von Vagabunden und Obdachlosen gefressen zu werden. Deine Augen fielen dir schon zu, denn du warst furchtbar erschöpft. Du watscheltest den Korridor zur Küche entlang, schlurfst kaum mit den Füßen über die kalten Fliesen, ohne die Kraft, den Kopf zu heben, so groß war die Trägheit.

"Ich bin hier. Beschäftigt mit Kochen", antwortete er monoton. Seine Hände flogen professionell über den Tisch. Während das goldene Hähnchen marinierte, sich Salzkristalle in das zarte Fleisch auflösten, hackte er knackiges Gemüse, das später seinen Platz auf einem kleinen Tablett einnehmen und sich darauf vorbereiten würde, ein duftendes Bett für den Vogel zu werden. Ohne den Blick vom Schneidebrett zu nehmen, fügte er hinzu: – "Wie war die Mission? Ich höre, sie ist ein voller Erfolg."

"Das ist sie", – zucktest du mit den Schultern und setztest dich ihm gegenüber. Das Knarren von Metall auf Holz umhüllte die einsame Wohnung. Heute flößte der kunstvolle Weihnachtsbaum in der Ecke, den ihr gemeinsam geschmückt hattet, keine Gemütlichkeit ein. Du sehntest dich nach nur einer Sache und wagtest nicht, länger zu warten, um sie zu bekommen: - Wo ist dein Zigarettenetui?" - die eindringliche, unerwartete Frage begegnete er mit einem unzufriedenen Grinsen, als würde er dich herausfordern.

Die würzigen Aromen von Zimt, Muskatnuss und gemahlenem Ingwer lagen in der Luft und kitzelten die Geruchsrezeptoren. – "Es ist in meiner Tasche", – sagte er, mitten im Satz, als überlege er, wie er es richtig formulieren sollte, und fuhr unruhig fort: – "Du bist schwer davon belastet".

Oh ja. Du würdest lügen, wenn du sagtest, du hättest geraucht, bevor du John kennengelernt hast. Der einst abgelehnte Tabakgeruch verwandelte sich langsam in den Geruch von Zuhause. Es ist eine geliebte Sucht. Überhaupt ist das Rauchen bei allen Rauchern und besonders beim Militär ein ganzes Ritual, manchmal verwirrend, aber für den Besitzer selbst immer schön anzusehen. Man kann es als vorübergehende Schwäche abtun, die sich Tag für Tag anhäuft, aber die beste Erklärung ist einfach nur angenehme Gesellschaft und endloser Stress. Du arbeitest bei den Spezialkräften - sei bereit, dich mit eigener Hand zu töten, verfolgt vom Strom der allgemeinen Werte, die alle brauchen, nur du nicht. Das menschliche Bewusstsein in einer sturen Hülle ist eine schlechte Synthese, die gefährliche Rückfälle in sich birgt.

Ein paar Sekunden lang hast du ihn nur mit einem verbitterten Blick durchbohrt und das Lächeln bemerkt, das das ewig süßlich selbstgefällige Gesicht verzog, - "Hör zu", – begannst du demütig und hobst die Hände. Dann glittst du lautlos vom Stuhl auf ihn zu, es war schwer, sich zu beherrschen und was dir schmerzhaft aus dem Mund kam, – "Warum zum Teufel sollte dich das kümmern? Du hast mir das selbst beigebracht, und jetzt. Bereust du es? Gib mir einfach diese verdammte Zigarette hier und wir bringen das hinter uns", – jedem neuen, von Gift durchtränkten Wort folgte ein Schritt näher.

Du hattest recht. Seine Sucht war auf dich übergegangen, und er bereute es. Noch zu jung für den Lebensstil eines starken Rauchers, aber was war mit ihm? Er löste deine Probleme, wie er seine eigenen löste. Mit einer Pfeife zwischen den Fingern.

Du bliebst zu seiner Rechten stehen und tipptest mit den Fingerkuppen auf den kühlen Marmortisch, wartend auf den Befehl. Deine Lider senkten sich und offenbarten einen ehrlich müden Blick, deine Stimme war etwas sanfter, flehend: "Ich brauche sie, John. Bitte gib mir die Zigaretten."

Seine Geduld und sein Versuch, rücksichtsvoll zu sein, wurden nicht gewürdigt, daher das Geschäft mit dem vertrauten Price. Mit einem Schnauben der Missbilligung stieß er mit einer scharfen Bewegung die Spitze des Messers ins Brett und wandte sich dir zu. Die Brauen zusammengezogen, eine leichte Falte auf der Stirn. Die breiten Schultern, die ihm das gedrungene Aussehen verliehen, das seine Größe auffällig machte, waren unter dem Gewicht der Verantwortung gebeugt. Seine Augen loderten intensiv vor unausgesprochener Gereiztheit, aber zugleich ließ der vom Lampenlicht gedämpfte Glanz der Sorge um dein Wohl ihn lebendig wirken. In ihrem Widerschein war ein zerbrochenes Du zu sehen, was einem einen schlagenden Herzschlag aussetzen lassen konnte. Eine von Gemüsesäften nasse Hand erhob sich, während er passiv mit einem Finger auf dich zeigte und mit vorwurfsvollem Murmeln sagte: "Achte auf deine Ausdrucksweise. Ich weiß, es ist nicht leicht für dich, aber du bist nicht die Einzige", gab er zu und milderte die Intensität des Geschehens, indem er den Ton fast zu einem Flüstern senkte, als wäre es eine intime Offenbarung. Er nennt dich liebevoll, - Es ist meine Schuld, dass du süchtig bist, Gott sei mein Richter, aber ich will nicht, dass du dich ruinierst. Ich verlange nicht, dass du aufhörst, sei nur vorsichtig. Es gibt genug andere Wege, dich abzulenken."

Deine Augen weiteten sich vor Überraschung, der Kontrast zwischen Johns versunkener, gewohnter Disziplin und seiner seltenen fürsorglichen Seite war frappierend. Nachdem du vier Monate mit ihm unter einem Dach gelebt hattest, hattest du ihn das letzte Mal so rebellisch erregt nur nach einem erfolgreichen Fußballspiel erlebt. Währenddessen suchte seine Hand in der Tasche nach einer Zigarette und hielt sie dir hin. Die Basis war nachlässig zerknittert - "Geh auf den Balkon, rauch diese verdammte Zigarette und setz dich dann mit mir zum Abendessen. Weihnachten sollte gefeiert werden. Ob du willst oder nicht, ist mir egal, denn du brauchst Gesellschaft."

Erstellt 15. Dez. 2024

Aktualisiert 15. Dez. 2024

Veröffentlicht 15. Dez. 2024

Veröffentlichte Chats